Ambient Assisted Living – So funktioniert AAL in Deutschland

Ambient Assisted Living – Was ist AAL? Lesen Sie hier, wie es Ambient Assisted Living älteren Menschen ermöglicht, selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu wohnen.

Ambient Assisted Living
Ambient Assisted Living

Die gesellschaftliche Situation in Deutschland wird sich in den nächsten Jahrzehnten grundlegend verändern, denn die Alterspyramide der Bevölkerung wird sich umkehren, d.h. die Menschen werden sehr viel älter bei gleichzeitiger, längerer Gesundheit. Schon im Jahr 2035 wird Deutschland im weltweiten Vergleich eine der ältesten Bevölkerungen aufweisen, da zu diesem Zeitpunkt über die Hälfte der Menschen über 50 Jahre und jeder dritte Bundesbürger über 60 Jahre alt sein wird. Diese Altersstruktur ist eine große Herausforderung, der man sich nicht erst in 10 Jahren stellen darf.

Schon heute ist es die Aufgabe von Forschern, Wirtschaftsunternehmen und Politikern, Lösungen zu erarbeiten, die der zukünftigen Situation gerecht werden. Denn trotz längerer Lebenserwartung werden ältere Menschen zunehmend auf externe Unterstützung angewiesen sein, weil sie sich im Alltag schwerer tun und Hilfe bei der Bewältigung der alltäglichen Dinge benötigen werden. Das gilt nicht nur außerhalb der Wohnung (Einkauf, Arztbesuche, Ämtergange), sondern vor allem in den eigenen vier Wänden, die für die meisten Senioren der Ort ist, an dem sie möglichst lange bleiben wollen.

Was ist Ambient Assisted Living?

Jeder Mensch möchte, wenn er älter wird, den Umzug in ein Senioren- oder Altenheim solange wie möglich hinauszögern und seinen Lebensabend im gewohnten Umfeld verbringen und auf diese Weise selbstbestimmt und möglichst unabhängig bleiben. Damit dies möglich ist, befassen sich seit längerer Zeit Forscher und Entwickler, Unternehmen und Politik mit der Thematik des Ambient Assisted Living (AAL), indem sie so genannte „intelligente“ Wohnungen entwickeln, um auch älteren Menschen auf diese Weise das alltägliche Leben in den eigenen vier Wänden möglich zu machen. Dazu werden beispielsweise elektronische Systeme (Alarmanlage, Bewegungsmelder, Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte) miteinander verbunden, damit sie sich leichter und genauer steuern lassen. Ziel von Ambient Assisted Living ist es also, älteren Bewohnern den Alltag zu erleichtern und sie aktiv dabei zu unterstützen, eigenständig zu bleiben.

5. Deutscher AAL Kongress 2012 in Berlin

2012 findet zu diesem Thema der 5. AAL-Kongress in Berlin statt. Er wird vom Verband der Elektrotechnik, Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) veranstaltet. Vom 24. bis 25. Januar 2012 gibt es Vorträge, Workshops und Diskussionsrunden, die sich damit beschäftigen, wie ausgefeilte Technik den Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen effektiv unterstützen kann. Der Kongress bietet nicht nur Entwicklern und Forschern, sondern auch Unternehmen und potenziellen Nutzern die Möglichkeit, sich zu informieren. Darüber ist der AAL – Kongress der geeignete Ort, an dem sich Politiker, Wirtschafts- und Verbandsvertreter zum Thema Ambient Assisted Living austauschen und nach neuen Formen der Zusammenarbeit suchen können.

Ambient Assisted Living denkt umfassend

Die Forschungsarbeit von AAL versucht, ältere Menschen in umfassender Weise zu unterstützen. So wird sich der AAL – Kongress unter anderem mit technischen Lösungen im Bereich Arbeit und Pflege sowie der Verbesserung der sozialen Einbindung und der Mobilität älterer Menschen befassen. Zudem werden die technische Forschung und zukünftige Themen im Mittelpunkt stehen.

Bundesregierung fördert Ambient Assisted Living Projekte

Die Tatsache, dass das durchschnittliche Alter der deutschen Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten immer stärker ansteigen wird, muss auch von der Politik berücksichtigt werden. Aus diesem Grund fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung verschiedene Projekte, die sich mit AAL befassen und versuchen, Lösungen zu erarbeiten. Insgesamt 18 Projekte, die sich mit der Thematik altersgerechter Assistenzsysteme auseinandersetzen, erhalten vom BMBF 45 Millionen Euro Fördergelder. Förderschwerpunkt ist dabei der Aufbau von regionalen Netzwerken, die die Kommunikation zwischen System-Anbietern, Unternehmen und Dienstleistern sowie Ärzten, Krankenkassen, Landes- und Kommunalpolitik und natürlich den Nutzern verbessern sollen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Foto1: © www.aal-deutschland.de, Foto2: © www.aal-kongress.de