Betreutes Wohnen in der Wohngemeinschaft – Vorteile und Nachteile

Betreutes Wohnen in einer Wohngemeinschaft kann für Senioren eine gute Alternative zum Altenheim sein. Die Vorteile und Nachteile hier auf einen Blick.

Ab einem Alter von 60 Jahren aufwärts stellen zunehmende körperliche und geistige Defizite bei Menschen keine Ausnahme dar. Die selbstständige und unabhängige Bewältigung des Alltags fällt schwerer, sodass die Konsequenz häufig der Umzug in ein Altenheim ist. Es gibt aber auch Alternativen zu der manchmal nicht ganz unkritisch betrachteten Einrichtung, zum Beispiel betreutes Wohnen für Senioren in einer Wohngemeinschaft.

Der Alltag und seine Hindernisse

Ältere Menschen, die in einem Haus oder einer großen Wohnung leben, werden immer öfter mit Hindernissen in ihrem direkten Umfeld konfrontiert. Sei es die Gartenpflege, die körperliche Anstrengung erfordert und bei der man häufig in die Knie gehen muss, das Erreichen höher gelegener Regale und Schränke oder das Meistern der Treppenstufen – ganz natürliche Alterserscheinungen im Bewegungsapparat lassen die Bewältigung dieser alltäglichen Tätigkeiten immer schwieriger werden.

Wenn der Geist nachlässt

Gleichzeitig hat mehr als ein Viertel aller Senioren mit psychischen Störungen zu kämpfen, die mehrheitlich einer Demenzerkrankung zuzuordnen sind und sich beispielsweise in Symptomen wie Orientierungslosigkeit und Vergesslichkeit ausdrücken. Dies führt ebenfalls zu einer deutlichen Erschwerung gewöhnlicher Aufgaben wie Einkaufen oder Ordnung halten.

Altenheime: Oft gegen den Willen der Betroffenen

Oft sind es dann Angehörige, die diese Probleme erkennen und die Betroffenen in professionelle Betreuung geben. Die Einweisung in ein Altenheim geschieht nur selten freiwillig und wohl nie mit Vorfreude, denn viele Bewohner fühlen sich abgeschoben und ungeliebt. Zudem herrscht die landläufige Meinung, dass in Pflegeheimen zu wenig Personal vorhanden ist und jeder Betreuer sich nur eine viel zu kurze Zeit am Tag den einzelnen Hilfebedürftigen widmen kann. Ein Bild der Massenabfertigung und des Wartens auf den Tod kommt nicht nur älteren Menschen in den Sinn, wenn ein Umzug ins Heim ansteht.

Alternative: Betreutes Wohnen in einer Wohngemeinschaft

Eine immer beliebter werdende Alternative zur Seniorenresidenz ist das betreute Wohnen in einer Wohngemeinschaft. Dabei handelt es sich um eine Wohnform, in der mehrere Senioren gemeinsam in einem Haushalt leben und diesen mithilfe eines Betreuers gemeinsam meistern. Die Vor- und Nachteile einer solchen Art des Wohnens im Alter wollen wir hier einmal gegenübergestellen.

Betreutes Wohnen – Vorteile

  • Senioren ziehen in eine bereits eingerichtete Wohnung, die auf die jeweiligen Bedürfnisse der Bewohner abgestimmt ist. Im Idealfall befindet sich der Wohnraum im Erdgeschoss oder ist unkompliziert mit dem Aufzug zu erreichen. Eine altersgerechte Ausstattung hilft dabei, den kleinen und größeren Problemen des Alltags Herr zu werden.
  • Jeder Bewohner hat ein eigenes Zimmer, das als Rückzugsort dient und Privatsphäre gewährleistet.
  • Gemeinschaftsräume stehen für die Mahlzeiten und freizeitliche Tätigkeiten zur Verfügung.
  • Das Zusammenleben ist ungezwungen und die Organisation des Alltags und der Tagesplanung erfolgt zu weiten Teilen selbstbestimmt.
  • Im Gegensatz zum Altenheim bekommt die Individualität des Einzelnen mehr Gewicht.
  • Bei Problemen steht ein Betreuer zur Seite.
Eine Polin für Oma: Der Pflege-Notstand in unseren...
Ingeborg Haffert hat Angehörige, polnische Pflegekräfte und Pflegebedürftige begleitet und berichtet von gravierenden Missständen und Problemen auf allen Seiten. Doch sie zeigt auch, wie sich der Pflege-Alltag durch einfache Grundregeln verbessern lässt, und liefert dazu konkrete Hilfsangebote.

Betreutes Wohnen – Nachteile

  • Das Finden einer geeigneten Immobilie gestaltet sich nicht immer als einfach, da viele Besonderheiten berücksichtigt werden müssen. Eventuell fallen hohe Kosten für Umbaumaßnahmen an. Teilweise werden diese allerdings von der Pflegeversicherung mit getragen.
  • Für Ältere ist es mitunter schwierig, sich in bereits bestehende Wohngemeinschaften zu integrieren.
  • Nicht jeder Rentner fühlt sich in großer Gesellschaft wohl. Es kann zu Konflikten kommen, die das Zusammenleben und die Wohnatmosphäre belasten.
  • Wohnte man bisher alleine, so ist eine Eingewöhnungszeit erforderlich.
  • Die monatlichen Kosten sind weitaus höher als ein Platz im Altenheim.

3 Kommentare

  1. Sehr Geehret Damen und Herren –

    bin heute auf Ihre Internet-Seite geführt worden und hoffe, dass Sie mir helfen können. Ich bin 62 Jahre, frühberentet- schon lange ohne Familie-und bin in eine Alkoholabhängigkeit geraten – auch Entwöhnungs-Therapien waren leider erfolglos gewesen – als ich danch wieder in meine Einsamkeit geraten bin. Und wo ich heute nicht mehr weiter weiss – und suche ein Betreutes Wohnen – da ich nicht mehr lange alleine leben kann. Und hörte immer wieder – dass ich zu Sensibel und zu Gutmütig sei- und bevor ich mich zu Tode trinke – suche ich eine geschütze Umgebung, wo ich für den Rest meines Lebens noch leben könnte- Würde mich sehr über Hilfe und Beratung freuen.

  2. Hallo Johannes,

    du sprichst mir aus der Seele.
    Geht mir sehr ähnlich.
    Wie soll oder kann es mit uns weitergehen?
    Gruß. Heinrich Ruhnau

  3. Vielen Dank für die Information! Die Vorteile überwiegt die Nachteile in meinen Augen. Ihr eigenes Zimmer und ein Betreuer? Wer will das nicht?

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