Diagnose künstliches Hüftgelenk – So leben Sie damit!

Keine Angst bei der Diagnose künstliches Hüftgelenk. Was es bedeutet mit einer Endoprothese zu leben und welche Verbesserungen sie bringt, erfahren Sie hier.

Diagnose künstliches Hüftgelenk
Diagnose künstliches Hüftgelenk

Die Diagnose künstliches Hüftgelenk ist zunächst sicherlich eine Diagnose, die bei Ihnen viele Fragen aufwirft. Auf einige dieser Fragen kann der folgende Artikel hoffentlich antworten und Ihnen einige Informationen geben über den Gegenstand und die Chancen und Risiken einer Hüftprothese.

Wann brauchen Sie ein künstliches Hüftgelenk?

Derzeit werden in Deutschland jährlich ca. 200.000 Hüftoperationen durchgeführt, bei denen der Patient ein künstliches Hüftgelenk erhält. Damit zählen Hüftprothesen zu den am häufigsten eingesetzten Endoprothesen.

Meist wird ein künstliches Hüftgelenk dann eingesetzt, wenn die Hüfte irreparabel geschädigt ist, wenn also der Schaden durch eine andere Hüftoperation nicht mehr ausreichend zu beheben ist und wenn Sie aufgrund dieses Schadens einen großen Leidensdruck verspüren.
Die Erasmus-Universität listet beispielsweise fünf Faktoren auf, die, wenn sie zusammentreffen, darauf hinweisen, dass eine Hüftprothese ein sinnvoller Schritt sein kann. Diese fünf Faktoren sind

  • Morgensteifigkeit,
  • Leistenschmerzen,
  • schmerzhafte Drehbewegungen,
  • eingeschränkte Streckbewegungen
  • und ein Lebensalter von über 60 Jahren.

Woraus besteht ein künstliches Hüftgelenk?

Materialien, die für die Herstellung eines künstlichen Hüftgelenks verwendet werden, sind beispielsweise

  • Keramik,
  • Spezialkunststoffe
  • oder Metalllegierungen.

Dabei sind die Materialien so ausgewählt, dass sie verschiedene Anforderungen erfüllen:

» Festigkeit
Zunächst muss das Material dem Reiben der Gelenkteile aneinander Stand halten, ohne dass sich Partikel des Materials abreiben.

» Belastungen standhalten
Außerdem muss das Material stabil genug sein für Belastungen durch Bewegungen und durch das Körpergewicht.

» Korrosionsbeständigkeit
Wichtig ist außerdem, dass das Material, das für die Hüftprothese genutzt wird, in Ihrem Körper keine Unverträglichkeitsreaktionen hervorruft, dass die Gefahr eines Auskugelns minimiert wird und dass es korrosionsbeständig ist (dass das Material sich also nicht im Körperinneren auflöst).

In den meisten Fällen wird als künstliches Hüftgelenk eine sogenannte Hüfttotalendoprothese eingesetzt. Eine solche Totalendoprothese weist im Prinzip die gleichen Teile auf, die auch eine natürliche Hüfte hat, nämlich

  • einen Gelenkkopf,
  • eine Gelenkpfanne (in die Gelenkpfanne ist der Gelenkkopf gebettet)
  • und einen Gelenkschaft.

Eine Ausnahme (die auch seltener eingesetzt wird) ist die Hüft-Teilprothese, bei einer solchen Teilprothese wird nur der Gelenkkopf des Hüftgelenks künstlich ersetzt.

Verankerung des künstlichen Hüftgelenks

Je nachdem, mit welcher Methode eine Hüftprothese mit Ihren Knochen verbunden wird, spricht man entweder von einer zementfreien oder einer zementierten Hüft-Endoprothese. Bei einer zementfreien Endoprothese werden die künstlichen Teile direkt in den eigenen Knochen verankert, sodass sie auf lange Sicht miteinander eine Einheit bilden. Bei einer zementierten Endoprothese wird die Verbindung aus eigenem Knochen und künstlichen Teilen der Prothese mithilfe eines schnell aushärtenden Zements hergestellt.

Welche Verbesserungen bringt ein künstliches Hüftgelenk?

Zu den Verbesserungen, die Sie durch eine Hüftprothese hoffentlich recht schnell spüren werden, zählt zunächst eine Schmerzfreiheit im Hüftbereich. Auch wird durch eine Hüftprothese darauf gezielt, dass sich ihre Beweglichkeit deutlich verbessert. Eine weitere Verbesserung ist die, dass aufgrund der Hüftprothese voraussichtlich keine Einnahme von Schmerzmitteln gegen Hüftbeschwerden mehr notwendig sein wird.

Mögliche Komplikationen

Ebenso wie die meisten operativen Eingriffe, birgt auch das Einsetzen einer Hüftprothese einige Risiken. Früh einsetzende Komplikationen können beispielsweise Infektionen am operierten Gewebe durch Bakterien oder ein Lockern der Prothese sein. Beides ist jedoch selten der Fall und tritt bei weniger als 1 Prozent aller Patienten auf, denen eine künstliche Hüftprothese eingesetzt wurde.

Komplikationen, die längere Zeit nach einem Eingriff entstehen können, sind eventuelle Neubildungen von Knochen in der Hüftregion, die erneut zu Schmerzen oder Einschränkungen der Beweglichkeit führen können. Dagegen können allerdings präventive Maßnahmen ergriffen werden. Ihr behandelnder Arzt wird in der Regel gemeinsam mit Ihnen Ihr individuelles Risiko diesbezüglich abschätzen, um, falls nötig, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

1 Kommentar

  1. Treffender Bericht!
    Kann dem, obwohl noch kein Rentner, aber dafür sehr aktiv, nur beipflichten. Was alles mit Endoprothesen geht (ich habe 2 Hüft-TEP’s), kann im nachfolgenden Blog als kleine Motivationshilfe nachgelesen werden:
    http://endoprothese.wordpress.com
    Gruß Sportbloger!

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