Heilpflanze Johanniskraut – Anwendung und Rezepte

Die Heilpflanze Johanniskraut wirkt beruhigend und angstlösend. Weitere Anwendung, Wirkung und Rezepte mit Johanniskraut hier.

Heilpflanze Johanniskraut
Heilpflanze Johanniskraut

Johanniskraut ist nicht sehr schmackhaft und hat deshalb in der Küche nichts zu suchen. Allerdings ist es eine vorzügliche Heilpflanze. Die Hyperici Herba, wie das echte Johanniskraut auf lateinisch heißt, ist ein allseits geschätztes Heilkraut. Sowohl Naturheilkunde und Homöopathie, als auch die Schulmedizin kennen und verwenden das zur Sommersonnenwende blühende Hartheugewächs.

Heilpflanze Johanniskraut – Wirkstoffe

Das vielseitige Kraut hat gleich zwei Wirkungsbereiche:

Äußerlich angewendet, wirkt es

  • Wundheilfördernd
  • Kühlend
  • Schmerzlindernd

Wird es eingenommen, hat es zudem folgende Wirkungen:

  • sedierend
  • angstlösend
  • antidepressiv

Der Hauptwirkstoff der Pflanze – der rote Farbstoff Hypericin – beruhigt und beeinflusst depressive Zustände. Die enthaltenen Flavonoide Rutin, Querzitrin und Hyperosid wirken sich tonisierend auf den Kreislauf aus. Weitere Inhaltsstoffe sind ätherische Öle, Harze und Gerbstoffe. Des Weiteren sind Rhodan und Phlobaphene enthalten. Die Wirkstoffe in ihrer Gesamtheit regen die Verdauungsdrüsen an (auch die der Galle).

Wo findet man die Heilpflanze Johanniskraut?

Die ausdauernde Pflanze mit den gelben Blütensternen wächst praktisch auf jedem Boden. Meist ist sie an Dämmen, Büschen oder lichten Wald- und Wegrändern zu finden. Wer sich nicht die Mühe machen will selbst nach dem Kraut zu suchen und das rote Johannikrautsöl auszupressen, kann sich dieses auch direkt online bestellen oder in seiner heimischen Apotheke danach fragen. Außerdem sind dort homöopathische Mittel und weitere Extraktformen der Heilpflanze zu bekommen.

Heilpflanze Johanniskraut – Wirkung und Anwendung

Innere Anwendung
Aufgrund des unangenehmen Geschmacks ist die Pflanze zum Essen ungeeignet. Bei innerlichen Beschwerden setzt man deshalb auf

  • Johanniskraut-Tee
  • homöopathische Extrakte
  • Johanniskraut Tabletten oder Dragees
  • Johanniskraut-Öl

Johanniskraut bei Depressionen und Wechseljahrsbeschwerden
Nicht ohne Grund wird die Hyperici Herba als natürliches Antidepressivum bezeichnet. Diese Wirkung ist so bedeutend, dass das Johanniskraut bei symptomatischen und reaktiven Depressionen sogar die chemischen Mittel komplett ersetzen kann. Außerdem gilt das Heilkraut als lindernd bei Wechseljahrsbeschwerden. Aber auch bei innerer Unruhe, Schlafstörungen und anderen nervlichen Beschwerden kann die Pflanze helfen.

Johanniskraut bei Verdauungsbeschwerden
Die positive Wirkung von Johanniskraut für den Stoffwechsel ist nicht zu unterschätzen. Johanniskraut-Tee hilft bei Beschwerden des Magen-Darm-Traktes, Bauchschmerzen und Durchfall. Das Öl lässt sich auch innerlich als leicht galletreibendes Mittel anwenden.

Johanniskraut zur äußeren Anwendung
Äußerlich lässt sich die Heilpflanze Johanniskraut in Form von

  • Öl
  • oder Salbe verwenden.

Johanneskraut bei Rheuma und Hexenschuss
Bei Gelenk- und Knochenschmerzen der unterschiedlichsten Art, sollte man die betreffenden Stellen mit Johannisöl oder Johanniskrautsalbe einreiben. Die Inhaltsstoffe der Pflanze wirken schmerzlindernd und entspannend.

Johanneskraut bei Verbrennungen
Bei Brandwunden und Brandblasen verspricht das kühlende Öl Erleichterung. Auch bei Sonnenbrand ist Johanniskrautöl ein heißer Tipp.

Johanniskraut zur Wundheilung und Schmerzlinderung
Die Allroundwirkung des Öls erstreckt sich auch auf die Behandlung stumpfer Verletzungen, wie

  • Verstauchungen,
  • Verrenkungen
  • und Blutergüssen.

Hier kann auch ein in Johannisöl getränkter Verband hilfreich sein.

Jonaniskraut bei Ekzemen und Flechten
Hauterkrankungen, wie Ekzeme und Flechten können behandelt werden, indem man ein Stück Watte in Johanniskrautöl taucht und die betroffenen Stellen sanft damit betupft.

Johanniskraut-Rezepte zum Nachmachen:

» Rezept 1 – Johanniskrautöl
Das brauchen Sie:
25 g Johanniskraut mit gerade aufgegangene Blüten
500 g kaltgepresstes Oliven- oder Sonnenblumenöl

Blüten und Blätter vom oberen Drittel der Pflanze abtrennen und in eine geräumige, weiße Weithalsflasche füllen. Mit dem Öl auffüllen und unverschlossen 3-5 Tage ins warme Sonnenlicht stellen. Dann die Flasche verschließen und weitere 3-6 Wochen im Licht gären lassen. Dabei 1-2 mal täglich gut schütteln oder umrühren. Hat das Öl dann seine typische rot leuchtende Farbe angenommen, kann es abgepresst und in kleinere, gut schließende Fläschchen abgefüllt werden.

» Rezept 2 – Nervenstärkungs-Tee
Das brauchen Sie:
40 g Johanniskraut
20 g Baldrianwurzel
20 g Melissenblätter
20 g Rosmarinblätter
1 Tasse kochendes Wasser

Pro Tasse einen Teelöffel der Mischung verwenden. Mit kochendem Wasser übergießen und 5-10 Min. ziehen lassen. Bei einer Kur sollte man über mehrere Wochen 2-3mal täglich eine Tasse trinken.

» Rezept 3 – Magentee
Das brauchen Sie:
Mischung aus 25 g Johanniskraut, Schafgrabenkraut, Melissen- und Pfefferminzblättern
1 Tasse kochendes Wasser.

Zubereitung wie Nervenstärkung-Tee.

Fazit

Wie man sieht, ist die kleine Johannsikraut-Pflanze, die um den Johannistag herum blüht und gerne auch als Frauen- , Tausendloch-, Blut- oder Wundkraut bezeichnet wird, eine vielfältig einsetzbare und wertvolle Heilpflanze, ohne nennenswerte Nebenwirkungen.

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