Hinzuverdienst zur Rente soll erhöht werden – Was bringt die Kombirente?

Der Hinzuverdienst zur Rente soll erhöht werden. Wie viel Renter künftig dazuverdienen dürfen und wer von der Regelung profitiert, erfahren Sie hier.

Hinzuverdienst zur Rente soll erhöht werden
Hinzuverdienst zur Rente soll erhöht werden

Kaum ist die Rentenerhöhung 2012 beschlossen, soll auch der Hinzuverdienst zur Rente erhöht werden. So jedenfalls der Plan von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen.

Wenn man die Sache mit einem sarkastischen Auge sieht, könnte man dies fast als Zugeständnis sehen, die Rentenerhöhung reiche wieder einmal nicht aus um als Rentner bequem über die Runden zu kommen. Nicht wenige sind auf einen Zuverdienst angewiesen um nicht Hartz IV beantragen zu müssen.

Was bringt die neue Kombirente?

Bisher ist es ja so, dass die Hinzuverdienst-Grenze bei 400 Euro monatlich liegt. Alles was darüber hinausgeht, wird auf die normale Rente angerechnet. Die Minderung der Rente soll nun mit der neuen Hinzuverdienstregelung, die ab 2013 in Kraft treten soll, endgültig hinfällig werden.

Die Voraussetzungen für mehr Hinzuverdienst zur Rente

Aber längst nicht alle Frührentner werden in den Nutzen kommen, sollte der Plan von Frau von der Leyen Gesetz werden.

  • So soll die Altersgrenze für den neuen Hinzuverdienst mindestens 63 Jahre betragen.
  • Außerdem müssen von den Rentnern 35 Versicherungsjahre nachgewiesen werden.

Wer diese Aspekte erfüllt, vor dem regulären Rentenalter im Ruhestand ist und etwas hinzuverdienen muss oder will, würde also von der neuen Regelung profitieren.

Hinzuverdienst für Rentner – Wie viel ist künftig erlaubt?

Auch wenn der Hinzuverdienst zur Rente gelockert wird, so muss es natürlich eine Bemessungsgrenze geben, an der sich Rentner und Staat orientieren. Hier ist vorgesehen, die letzten 15 Arbeitsjahre als Grundlage zu nehmen. Aus diesen 15 Jahren wird nun das Jahr herausgenommen, in dem der Rentner damals das meiste Einkommen (Gehalt/Lohn) bekommen hat. Bildet man nun die Differenz aus früherem Gehalt und derzeitiger Rente, ergibt sich quasi der persönliche mögliche Hinzuverdienst zur Rente. Diese Berechnungsgrundlage kann durchaus als positiv gewertet werden, da der Spitzenverdienst der letzten 15 Jahre sicher höher ausfällt, als ein Durchschnittverdienst der letzten drei Jahre.

Frauen benachteiligt beim neuen Hinzuverdienst zur Rente

Oftmals sind es Frauen, die allein ihren Lebensabend unterhalten müssen und wenn die Rente nicht reicht zwangsläufig in die Altersarmut rutschen. Ein deutlicher Zuverdienst zur Rente wäre also gerade für alleinstehende Frauen enorm wichtig.

Durch fehlende Versicherungsjahre wird es für Frauen aber schwer werden, auf die geforderten 35 Jahre zu kommen. Schließlich haben Sie nicht selten ihre Arbeit aufgegeben um sich intensiv um die Kinder und den Haushalt zu kümmern.

Kritik und Zustimmung zum neuen Hinzuverdienst

Annelie Buntenbach vom Deutschen Gewerkschaftsbund übt allerdings Kritik am neuen Hinzuverdienst zur Rente.

Die Kombirente löst die Probleme der Rente mit 67 nicht. Die Betroffenen können dann zu ihrer Altersrente mehr als bislang dazuverdienen, müssen aber höhere Abschläge in Kauf nehmen und bekommen ihre Rente auf Dauer um bis zu 14,4 Prozent gekürzt.

Positiv hingegen äußerte sich die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Wenn die Koalition die Hinzuverdienstgrenzen jetzt zumindest etwas weiter lockern will als ursprünglich geplant, ist das in jedem Fall zu begrüßen.

Die BDA plädiert allerdings auch dafür, gänzlich auf eine Hinzuverdienstgrenze zu verzichten, um dem Rentner nicht eine Art Arbeitsverbot aufzuzwängen.

6 Kommentare

  1. Meiner bescheidenen Rentnermeinung nach: ausgegorener Schwachsinn! Oder gibt uns Frau von der Leyen dann gleich die Jobs dazu?! Frau Buntenbach scheint auch nicht umfassend informiert! Ich habe wegen Arbeitslosigkeit die Rente ab 60 Jahren und dauerhaft 18% Abschlag! Aber sicherlich bin ich nur eine ganz seltene Ausnahmeerscheinung…
    Ich sag nur: weiter so, bald sind die Problemfälle alle in der Kiste … (oder auch auf der Roste, jeder wie er’s mag)

    Gruß Diplomrentner

  2. Wirklich witzig – ja ne, is klar…

    Hier wird von Lockerung der Hinzuverdienstgrenze gesprochen, aber nicht für Erwerbsminderungsrentner. Der wird ja so eingestuft, als wäre er nicht ganz richtig im Kopf, auch so er nur körperlich versehrt sein möge.

    Die Frage steht, warum bei diesen Rentnern überhaupt eine Hinzuverdienstgrenze? Sollte ein Erwerbsminderungsrentner doch mal mehr bekommen, als die Grenze es ihm vorschreibt, hält er das nicht lange durch. Fazit: Bekommt dann von Haus aus eher dann noch weniger Rente.

    Und ehrlich gesagt, auch wenn solche Rentner überhaupt einen Job bekämen, wer reist sich ums Zeitungen austragen oder Regale in Supermärkten einräumen? Das ist doch eine Herunterqualifizierung der Menschen im Alter.

    Übrigens, welcher Unternehmer nimmt einen solchen Rentner? Vielleicht über 50, ständige Arbeitsausfälle wegen Arzt- u. Therapietermine.

    Der Staat ist nicht mal in der Lage, ausreichend gesunde Menschen in Arbeit zu bringen, geschweige denn solch ein Pflegefall Rentner.

    Eher anzudenken seitens des Staates sei es, dem Rentner endlich mal wieder eine angemessene Rente zu zahlen, ohne Riester-, Rürup- oder Betriebsrentenlüge, eine Rente, jenseits des Charakters der Grundsicherung, wie beim Sozialamt und endlich weg von den Zusatzkosten der Krankheitsbehandlungen.

    Ihr Diplomfrührentner

  3. Nach den neusten Veröffentlichungen „unserer“ Bundesdeutschen Regierung muss ich mich doch endlich bedanken. Ja, sie lesen richtig, bedanken. Jetzt habe auch ich begriffen, es wird für mich keine Rente geben, trotz 35 Arbeitsjahren und 2 Kindern, denn ich bin eine Frau.
    Da muss ich mir auch keine Sorgen mehr machen, wie ich dieses Geld aussgebe, Miete oder Essen.
    Ich muss mir nur noch einen guten Abgang überlegen, damit ich pünktlich zum Rentenbeginn abnippel.
    Wenn das so weiter geht, dann kann sich unsere Kanzelerin und ihr Gefolge eine neues Diplom ausstellen lassen; ein Diplom zum „Staatlich geprüften Gehirnwäscher“.
    Zunächst mussten wir die Banken retten, da blieb natürlich kein Geld für die eigenen Arbeitnehmer, um reale Arbeitsplätze zu schaffen, damit man vom Gehalt leben kann.
    Dann retten wir alle anderen Banken in Europa, um nicht zugeben zu müssen, das die Einführung des Euro(koste es was es wolle) gescheitert ist.
    Und jetzt retten wir die Versicherungen, weil ???
    Weil die Rendite zu schmal geworden ist, nicht für den Versicherungsnehmer, nein sondern für den Versicherer.
    Keine Arbeit, nur unterbezahlte Jobs und dann sollen sich alle auch noch selber versichern, die eh schon am Existenzminimum kratzen.
    Wie soll man denn noch Rücklagen bilden, Minijob, Aufstocker, Bundesfreiwilligendienst, alles Bürger die an der untersten Einkommengrenze kratzen und aus der Statistik fallen und somit sich nie die „schönen“ Möglichkeiten einer Zusatzrente verdienen können.
    Aber schön zu wissen, dass ich ja könnte…
    Es wäre nur angemessen, dass alle in die Rentenkasse zahlen, auch unsere Beamten und Politiker. Geht doch in anderen Ländern auch.
    Frau ohne

  4. ..jede Fahnenstange hat ein Ende nur das Schröpfen der eh Armen im Staat nicht, alleine die Stromversorgung nimmt von 2011-2013 um 30% zu, da bringt auch die erlassene Praxisgebühr letztendlich gar nichts, so eine Verarschung!!!

  5. Nachdem bei den JobCentern (Hartz IV) das 50+ Programm (auf selbstständiger Basis) die totale Nullnummer ist, weder Unterstützung (frau will ja) noch pünktliche Zahlungen. Der buchhalterische Aufwand ist höher als bei jedem FA, somit kommt man automatisch in Verzug mit monatlichen Kosten, weil das Amt nicht zahlt, bevor die Unterlagen nicht vorliegen. Arbeiten kann man fast vergessen, man ist ja beschäftigt mit den Unterlagen für das Amt – Bürokratie und Schikane ohne Ende und es finden keine persönlichen Gespräche statt. Also Hartz IV beziehen und auf Bemühungen Einkommen zu erzielen verzichten oder weiter streiten – oder – der Einstieg in die Rente trotz Abzug (12,9%) – und ich kann meine Miete regelmäßig bezahlen – nicht jede-r ist nun Wohnungs-oder Hauseigentümer, ja auch da fallen Kosten an aber gemessen an Miete, relativ.

    Meine Rente nach 35 Jahren ist nun mäßig – zum Leben nach Abzug von Miete und Strom, bleibt auch nur der Hartz IV Satz. Es fehlen mir mehr als 10 Jahre, in denen ich arbeitslos, dann in HartzIV gerutscht, kurzfristig wieder angestellt u.a. auch bei Zeitarbeit, z.T. auf der selbstständigen Schiene, ich habe alles versucht um Geld zu VERDIENEN, aaber das ist über 50 nicht so einfach.

    1998 – ich war 49 J. wurde die Fa. in der ich arbeitete verkauft und über 200 Mitarbeiter gingen auf die „Straße“ – ich auch. Ein ARGE Mitarbeiter sagte mir damals, „sie kriegen sowieso keinen Job mehr, sie sind zu alt, zu gescheit und zu teuer“. So sieht das aus. Mit 50 keine Jobs mehr und was macht man in den „letzten Jahren“ – Hartz IV und 1€ Jobs oder wie? Da könnte man auch jedem der keine Arbeit mehr hat oder bekommt ab 60 mit 35 Jahren eine Einheitsrente von ca.1.400,– € bezahlen und dafür keine Zulagen. Davon kann jede-r leben sogar mit Miete und Krankenkasse, die viele „freiwillig“ zahlen müssen, wg. der 20 Jahresmitgliedschaft und somit auch etwas schlechter weggkommen. Vermutlich würde man noch Geld sparen. Wer bis zum Ende arbeiten kann und vor allem Arbeit hat, hat sowieso mehr Rente.

    Außerdem wird ja alles teurer, wie bitte soll man das ncoh bezahlen mit der Rente die durchaus überschaubar ist? Hinzuverdienst ist auch begrenzt, das ist der Hammer. Vielleicht sollten sich Rentner gleich die Kugel geben?

    Aber das System mit Wohn- und anderen Geldern, die man als Unterstützung beantragen kann und die dann meistens abgelehnt werden, weil auch das Menschen entscheiden, die keine Ahnung haben von dem was sie tun, oder nach Lust und Laune (ich weiß wovon ich schreibe) oder es diejenigen kriegen, die sowie keine große Not haben aber wissen wie … das würde dann wegfallen, allerdings auch einige Beamten- bzw. Angestellten (im öffentl. Dienst) Jobs. Das fände ich nicht so schlimm.

    Nachdem im Job Center z.T. Angestellte vom Landratsamt Vertretung machen, die Null Ahnung haben, von dem was sie tun – aber sie bestimmen wem was zusteht. Das ist so die Regel … Darum sollte sich Frau von der Leyen doch auch mal kümmern. Was gut wäre Boss Undercover … und dann sollte die Frau Minister doch mal 3 Monate davon und damit leben. Mit den entsprechenden Geldern und Ausgaben und auf Jobsuche, damit sie mal ein Gespür dafür bekommt was wirklich abgeht.

    Unseren Beamten würde es auch sehr gut tun in den Genuss des Leistungsprinzips zu kommen, entlassen werden zu können und vor allem auch erst mit 63 in den Genuss der Pension zu kommen, allerdings auch in den der vollen Abzüge, vor allem unsere Politiker – ganz ohne Vergünstigungen.

  6. es wäre angebracht, mütter, die ihre kinder vor 1990 geboren haben, mit den heutigen mütter gleich zu stellen. habe wegen meiner kinder keine berufliche tätigkeit ausüben können. dadurch fehlen mir einige jahre, die ich nicht in die rentenkasse habe einzahlen können. als geschiedene frau, bekomme ich auch keine witwenrente, da ich zur damaligen zeit als schuldig geschieden wurde.die gesetze haben sich zwar geändert, doch nicht in bezug auf meine generation……schon sehr traurig, dass unsere regierung uns älter so herab wertet.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Foto1: © ccfranken - Fotolia.com, Foto2: © Daria Filiminova - Fotolia.com, Foto3: © Joachim Wendler - Fotolia.com, Foto4: © Ray - Fotolia.com