Hörsturz erkennen und rechtzeitig handeln

Wenn Sie auf einem Ohr plötzlich nicht mehr richtig hören, kann es an einem Hörsturz liegen. Dieser kann jeden treffen. Je schneller der Hörsturz erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen.

Hörsturz: Erkennen und rechtzeitig handeln
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Das Gehör zählt zu den wichtigsten Sinnesorganen. Ohne die Ohren könnten wir nicht aktiv am Leben teilnehmen. Naturgeräusche, Kinderlachen, Musik hören, Gespräche mit Freunden, Kollegen und Familienmitgliedern – ohne die Ohren wäre all das nicht möglich. Aber nicht nur das, bei Gefahrensituationen bieten unsere Ohren zudem einen sicheren Schutz. Außerdem wird über die Ohren das Gleichgewicht im Körper geregelt.

Ein plötzlich auftretendes Taubheitsgefühl im Ohr kann unter Umständen also deutliche Probleme im Alltag hervorrufen. Wenn es sich anfühlt, als hätte jemand ein Stück Watte ins Ohr gesteckt, dann liegt häufig ein Hörsturz vor. Erwischen kann es jeden. Kinder sind dabei jedoch seltener betroffen, als Personen zwischen 30 und 70 Jahren. In jedem Fall gilt es aber die Symptome richtig zu deuten, damit sich der Hörsturz vollständig zurückbilden kann ohne bleibende Schäden zu verursachen.

Was ist ein Hörsturz?

Bei einem Hörsturz tritt ganz plötzlich ein einseitiger Hörverlust auf. Viele Betroffene beschreiben dies so, als hätte ihnen jemand ein Stück Watte oder einen Ohrstöpsel ins Ohr gesteckt. Während einige noch leise Geräusche wahrnehmen, sind andere auf dem betreffenden Ohr völlig taub.

Bei einem Hörsturz werden die Schallwellen, die vom Mittelohr in das Innenohr geleitet werden, nicht mehr in Nervensignale für das Gehirn umgewandelt. Dies ist aber nötig, damit sie ins Bewusstsein gelangen. Bei einem Hörsturz handelt es sich also um eine Fehlfunktion im Innenohr.

Hörsturz richtig erkennen

Ein Hörsturz wirkt sich nicht immer gleich aus. Bei leichten Fällen kann es unter Umständen passieren, dass der Hörverlust so gering ist, dass er gar nicht bemerkt wird. Der Hörsturz bleibt also unbemerkt. Auch im höheren Alter ist es oft schwerer, da die Schwerhörigkeit generell stärker zunimmt. Es gibt aber eben auch schwere Fälle, die ein völliges Taubheitsgefühl hinterlassen. Diese können einen lebenslangen Hörverlust zur Folge haben, vor allem dann, wenn sie nicht rechtzeitig bemerkt werden. Deshalb gilt es den Hörsturz richtig zu erkennen.

Hier eine Auflistung der wichtigsten Symptome, die auf einen Hörsturz hinweisen:

  1. schmerzloser und plötzlich auftretender Hörverlust auf einem Ohr
  2. bestimmte Tonhöhen werden nicht mehr wahrgenommen
  3. Stimmen, Musik und andere Geräusche hören sich plötzlich fremd an
  4. Töne werden doppelt gehört
  5. Druck auf dem Ohr
  6. Zusätzliche Geräusche wie z.B. Tinnitus
  7. Schwindelgefühle

Diagnostizieren kann diesen Hörsturz allerdings nur ein Arzt. Sobald Sie eines der Symptome an sich feststellen, sollten Sie unverzüglich einen Hals-Nasen-Ohrenarzt aufsuchen. Eine Auswahl von über 7.000 HNO-Ärzten in Deutschland finden Sie unter jameda.de.

» Übrigens: Ein Hörsturz an sich ist kein Notfall, bei vielen Betroffenen legen sich die Symptome auch innerhalb der nächsten 24 Stunden wieder. Um andere Krankheiten allerdings auszuschließen und im Falle eines gravierenden Hörsturzes eine schnelle Behandlung einleiten zu können, gilt es den Besuch beim Arzt nicht auf die lange Bahn zu schieben.

Mögliche Ursachen

Wie bzw. warum genau ein Hörsturz entsteht, darüber sind sich die Experten nicht einig. Wie so oft treffen mehrere Faktoren aufeinander, die dieses plötzliche Taubheitsgefühl hervorrufen. Als Hauptursache gelten allerdings Durchblutungsstörungen. Hierbei werden die feinen Haarzellen im Innenohr nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffe aus dem Blut versorgt. Die Zellen können somit nicht mehr richtig arbeiten und geben die Signale an das Gehirn nicht weiter.

Es können aber auch Entzündungen und Virusinfektionen eine Rolle spielen, genauso wie Stress, ein zu hoher Cholesterinspiegel, Bluthochdruck und ein übermäßiger Nikotinkonsum.

Behandlung und Therapiemaßnahmen

Da keine genauen Ursachen bekannt sind, ist es ebenso schwierig eine gezielte Behandlung einzuleiten. Im Falle eines Hörsturz mit Verdacht auf eine Entzündung, verabreichen Ärzte häufig Kortison. Dies geschieht in Form von Tabletten, als Infusion oder aber als Spritze direkt ins Mittelohr. Je nachdem wie schwerwiegend der Hörsturz war, können aber auch andere Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden, wobei hier aber jeder Arzt im eigenen Ermessen entscheidet.

Grundsätzlich können aber Patienten auch etwas zur Genesung beitragen, indem sie sich ausreichend Ruhe gönnen, damit der Körper sich erholen kann.

In schwerwiegenden Fällen kann es passieren, dass die vollständige Hörleistung verloren gehen kann. Das kann kurzfristig, aber auch dauerhaft sein. Sollte die Schwerhörigkeit nicht mehr vollständig therapierbar sein, müssen Betroffene heutzutage allerdings nicht auf ihren Gehörsinn verzichten. Moderne Hörgeräte können den Verlust ganz einfach ausgleichen.
Unser Tipp: Nehmen Sie eine Beratung zum Thema Hörverlust & Hörgeräte wahr. Die Experten dort beraten Sie kostenlos und helfen sogar bei der Suche nach Hörgeräteakustikern in Ihrer Nähe, damit Ihr Gerät bestmöglich eingestellt werden kann.

Liegen Hörsturz und Schlaganfall nah beieinander?

Im Zuge meiner Recherche bin ich unter aerzteblatt.de auf einen Artikel gestoßen, bei dem eine Verbindung zwischen Hörsturz und Schlaganfall hergestellt wurde. In einer Studie soll herausgefunden worden sein, dass ein schwerer Hörsturz ein Vorbote eines später auftretenden Schlaganfalls sein soll. Experten sind sich darüber bis heute nicht einig, empfehlen Patienten aber sich auf Anzeichen eines Schlaganfalls untersuchen zu lassen.

» Tipp: Die 4 Hauptmerkmale, wie Sie einen Schlaganfall binnen weniger Sekunden erkennen, finden Sie unter kardiologie-praxiswestend-berlin.de.

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