Jugendsprache verstehen – 10 Begriffe genau erklärt

Als Erwachsener, oder gar als Oma und Opa, ist es heutzutage nicht leicht, die Jugendsprache zu verstehen. Damit Sie mitreden können, hier 10 Begriffe genau erklärt.

Jugendsprache verstehen - Das können Sie auch!
Jugendsprache verstehen - Das können Sie auch!

Im Gegensatz zu älteren Menschen, die sich ihren Sprachschatz häufig durch Erziehung oder Lektüre angeeignet haben, nutzt die Jugend heute viele Begriffe, die aus dem englischsprachigen Raum stammen. Diese Anglizismen sind in der Jugendsprache sehr beliebt.

Als Oma und Opa steht man dann häufig mit gerunzelter Stirn da und versteht kein Wort von dem, was einem die Enkel gerade mitteilen wollen. Damit Sie die Jugendsprache besser verstehen, haben wir hier ein paar besonders beliebte Beispiele zusammengetragen.

1. fundamental

Der Begriff „fundamental“ wird sehr häufig als allgemeiner Superlativ für Dinge, Überzeugungen und Einstellungen im Sinne von „toll, super, prima, klasse“ verwendet.

2. fett, mega, krass

Die Bezeichnungen „fett“, „mega“ und „krass“ bzw. die Vorsilbe „end-“ (z.B. endgeil) werden von Jugendlichen sehr oft verwendet um auszudrücken, dass etwas schön, gut, super oder auch voll in Ordnung ist. Vor allem die Begriffe „fett“ und „krass“ sind häufig in der Rapper-Szene zu hören. Auch das oft benutzte Wort „cool“ soll in der Sprache der Jugend die Begeisterung für etwas oder jemanden ausdrücken. Wird etwas als „easy“ bezeichnet, so ist es leicht verständlich oder durchführbar.

3. Loser, Eisbeutel, Sumpfziege

Mit Begriffen wie
» Loser (Verlierer, Versager)
» Eisbeutel (gefühlskalter Mensch)
» Sumpfziege (hässliches Mädchen)
» Bonsai (kleiner Junge)
» oder Bullen (Polizei)

werden einzelne Personen oder Personengruppen abgewertet und die eigene Abneigung verbalisiert.

4. hämmern, Workman, Gripsräver

Es gibt in der Jugendsprache auch Begriffe wie
» hämmern (für harte Arbeit)
» Workman (hart arbeitender Mann)
» oder händeln (gut handhaben, schnell erledigen, sicher beherrschen)

die jemanden bzw. eine Eigenschaft als positiv charakterisieren. Hierzu kann man auch die Begriffe „Gripsräver“ (schneller Denker, geistig außerordentlich flexibel) oder „Superbirne“ (Person mit hoher Intelligenz) zählen, wobei Superbirne von Jugendlichen auch verwendet wird, um jemanden abzuwerten, der über wenig Intelligenz verfügt.

5. muddeln, alken, Kolben zwitschern

Auch im Freizeitbereich verwenden Jugendliche häufig eine eigene Sprache. Nicht weiter zu erklären braucht man den Begriff „schlafn“. Etwas schwieriger ist die Bezeichnung „muddeln“, die für langsames, zielloses arbeiten steht. Für das leider immer häufiger auftretende Koma-Saufen werden in der Jugendsprache vor allem die Begriffe „alken“ oder „Kolben zwitschern“ benutzt.

6. Mattsche, beachen

Der Begriff „Mattsche“ beschreibt unter Jugendlichen einen Blackout (Aussetzer) oder eine kurze Schwächephase. Zum Beispiel das Erschöpftsein nach einem anstrengende Tag oder einer einer langen Partynacht. Das so genannte „beachen“ wird verwendet, wenn Jugendliche vorhaben, baden zu gehen bzw. sich an den Strand zu legen.

7. Randalo, Massage, zoffen

Auch für Formen der Konfrontation mit anderen Jugendlichen gibt es in der Jugendsprache eigene Bezeichnungen.

» Randalo (Schlägertyp, jemand der auf Randale aus ist)
» Massage (heftige Abreibungen oder auch Schlägereien)
» zoffen (verbale Auseinandersetzungen)

Die Bezeichnungen „abkochen“ oder auch „abziehen“ bezeichnen unter Jugendlichen das Betrügen oder Ausnehmen von jemandem. Wird jemand „abserviert“, so hat man ihn im Stich gelassen oder im schlimmsten Fall umgebracht.

8. rumzicken, müllen

In der Jugendsprache sind auch Bezeichnungen verbreitet, die das Verhalten von anderen beschreiben. Bei Mädchen wird oft der Begriff „rumzicken“ benutzt. Aber auch „müllen“ für dämliches quatschen oder dummes Gerede ist weit verbreitet. Die Bezeichnung „Trällerfisch“ taucht eher selten auf. Sie wird entweder abwertend für eine redefreudige Person verwendet oder bewundernd für ein Mädchen bzw. eine Frau, die gut singen kann.

9. stylen, too much, dancen, pogen

Auch beim Ausgehen verwenden Jugendliche ihre eigenen Begriffe. Bevor man weggeht, muss man sich natürlich „stylen“ oder „aufhübschen“. Allerdings ist darauf zu achten, dass es nicht „too much“ (zu viel) ist. Mit „dancen“ wird einfach das Tanzen bezeichnet, das Tanzen zu Punk-Musik wird als „pogen“ bezeichnet.

10. anbaggern, angraben

Wollen männliche Jugendliche Mädchen kennenlernen, praktizieren sie meist das „anbaggern“ oder „angraben“. Die Mädchen werden oft als „Trulla“, „schnitte“ oder „Tussie“ bezeichnet. Die negativste Bezeichnung für ein Mädchen ist „Bitch“ (Schlampe, Hure).

Dies war nur ein kleiner Einblick in das Repertoire. Damit Sie die Jugendsprache verstehen, fragen Sie doch ihre Enkelkinder direkt. Über einiges können Sie sicher gemeinsam lachen, manches werden Sie als Erwachsender vielleicht auch korrigieren.

1 Kommentar

  1. Danke! Wenn ich diese Ratschläge erst „gecheckt“ habe, verstehe ich viel besser, was meine fidelen Enkel da immer „labern“! Greta

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Foto1: © Patrizia Tilly - Fotolia.com, Foto2: © Xaver Klaußner - Fotolia.com, Foto3: © fotoundmakeup - Fotolia.com, Foto4: © Marén Wischnewski - Fotolia.com, Foto5: © Klaus Eppele - Fotolia.com, Foto6: © Klaus-Peter Adler - Fotolia.com, Foto7: © Picture-Factory - Fotolia.com, Foto8: © Klaus-Peter Adler - Fotolia.com