Kultur- und Stadtgenuss für Seniorinnen in Rosenheim

Kultur und Stadt genießen – das können Aktivseniorinnen am besten im Lokschuppen Rosenheim. Er zählt zu den Top Ten der deutschen Ausstellungshäuser.

Bummeln, Einkaufen und Kultur genießen – das geht in Rosenheim am besten! „Schuld“ daran ist das Spezialangebot „Kulturgenuss für AktivseniorInnen“ im Ausstellungszentrum Lokschuppen. Die eigens für so genannte „Best Ager“ konzipierte Führung mit mobilen Sitzgelegenheiten und Audioguides und anschließendem Erfahrungsaustausch mit den Ausstellungsführerinnen ist ein Geheimtipp. Die gemeindliche Seniorenfreizeitstätte Neubiberg nutzt dieses Angebot seit Jahren für einen Ganztagsausflug.

Regenwald Ausstellung: Nachfrage war groß

Gerade bei der diesjährigen Ausstellung REGENWALD war die Nachfrage groß. „Wir haben uns sehr auf den Regenwald gefreut, und uns bewusst für den Kulturgenuss entschieden“, sagt Renate Krier vom Seniorenzentrum Neubiberg, die mit einer 15-köpfigen Gruppe angereist ist. „Wir fahren mit dem Zug nach Rosenheim und machen erst mal einen ausgiebigen und gemütlichen Stadtbummel. Danach gehen wir immer in die Ausstellung. Das können wir nur machen, weil wir anschließend eine Führung mit mobilen Sitzgelegenheiten im Lokschuppen haben. Sonst wäre ein Ausflug in dieser Form gar nicht möglich.“ Manche Teilnehmer freuen sich einfach, weil sie verschnaufen können, andere sind auf die Sitzgelegenheiten angewiesen. So ist etwa Gabriele Stümpfig begeistert über dieses Kulturangebot. „Ich kann schon seit längerem nicht mehr lange stehen. Ich brauche keinen bequemen Sessel, aber etwas zur Entlastung meines Rückens. Toll, dass es so etwas im Lokschuppen gibt.“

Noch etwas unterscheidet die Kulturgenussführung von anderen Angeboten: die Führung ist dialogisch aufgebaut. Ausstellungsführer Reinhard Mertel hält keinen Monolog. Lebendig erzählt er von der Ausbeutung der Regenwälder und der Bedeutung dieses einzigartigen Ökosystems für das weltweite Klima, und beantwortet während der Führung auch viele Fragen. Schon in der Ausstellung wird darüber diskutiert, ob und wie die Regenwälder gerettet werden können.

Mit Sitzgelegenheit war es einfacher

„Wir haben einen großartigen Überblick über dieses Thema bekommen“, meint Herlinde Simmet-Schumacher. „Die Ausstellung Regenwald ist so interessant, dass man nochmal kommen müsste. Gerade Kinder und Jugendliche sollten sich den Regenwald anschauen. Es ist ein Thema, das auch die nächsten Generationen beschäftigen wird.“ Mit der Sitzgelegenheit war es einfacher, sich an der Diskussion zu beteiligen und dem Rundgang zu folgen, meint die Teilnehmerin am Kulturgenuss. „Das ist so praktisch. Der Stuhl ist leicht zu handhaben und zu transportieren. Dieses Angebot ist eine tolle Idee, das sollten alle Ausstellungshäuser so machen.“

Die Begeisterung über das gemeinsame Erlebnis hält auch nach dem Besuch an. Gemeinsam mit Ausstellungsführer Reinhard Mertel kehren die Senioren noch im Café Bistro Lok ein und gönnen sich Kaffee und Kuchen. Mertel darf sich erst über viele Komplimente freuen. „Blendend“, „super“, ein großartiger Erzähler“ – so viel Lob gibt es für ihn. Danach geht die Diskussion weiter. Warum hat man so lange über das Problem Palmöl hinweggesehen? Wie ist die Arbeit als Ausstellungsführer? Reinhard Mertel weiß auf alle Fragen eine Antwort. Auch auf die Frage nach der Geschichte des Ausstellungszentrums Lokschuppen. Groß ist das Erstaunen darüber, dass in den Ausstellungsräumen früher tatsächlich Eisenbahnloks standen. Nach einer Stunde gemütlichen Beisammenseins heißt es wieder Abschied nehmen. Zurück bleibt die Gewissheit, dass man nächstes Jahr zur Ausstellung „Wikinger!“ wieder kommen wird. Und dass sich der Besuch im REGENWALD mit Kulturgenuss auf jeden Fall gelohnt hat. Herlinde Simmet-Schumacher formuliert es so: „Wir müssen aufpassen, dass wir unsere Lebensräume nicht kaputt machen. Wer darüber noch nicht nachgedacht hat, wird das spätestens nach dem Besuch der Ausstellung Regenwald im Lokschuppen tun.“

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