Rente und Mieteinnahmen – Was muss versteuert werden?

Viele Rentner haben Mieteinnahmen, mit denen Sie sich ihren Lebensabend finanziell aufbessern. Doch wann müssen diese Mieteinnahmen versteuert werden und wie hoch sind die Freibeträge?

Rente MieteinnahmenInnerhalb des deutschen Rentensystems sind alle Rentenbezüge, welche aus einer gesetzlichen Rentenversicherung stammen, zu versteuern. Im Allgemeinen ist es so, dass sich mit dem Alter des Eintritts in die Altersrente der steuerpflichtige Part verringert. Bei einem Alter bei Rentenbeginn von 60 Jahren sind es zunächst 22 Prozent, bei einem Renteneintritt mit 65 Jahren nur 18 Prozent.

Im Laufe des Lebens haben sich viele Rentner ein Vermögen geschaffen, beispielsweise in Form von Immobilien, welche sie vermieten. Dabei entstehen Mieteinnahmen. Diese können sich steuerlich ausdrücken in der Abschreibung und Geltendmachung von Anschaffungs- und Herstellungskosten, Instandhaltungs-, Finanzierungs- und Betriebskosten als Werbekosten.

Beispielrechnung zu Mieteinnahmen

Ein Beispiel dazu zeigt die entsprechende Berechnung:
Bei einer Mieteinnahme von 4 800 Euro, wobei jedoch 4 000 Euro auf Instandsetzungs- und Betriebskosten als Aufwand entfallen, können diese als Werbungskosten im Rahmen von 4000 Euro steuerlich geltend gemacht werden. Als reine Mieteinnahmen, welche wiederum für die steuerliche Belastung durch das Finanzamt relevant sind, bleiben nur noch die restlichen 800 Euro.

Freibeträge bei Renteneinkünften

Die Begriffe Freibetrag und Renteneinkünfte besitzen in diesem Bezug eine wesentliche Bedeutung. Freibeträge sind festgesetzte Grenzen, welche erst dann zu einer steuerlichen Veranlagung führen, wenn diese finanziellen Einnahmen überschritten werden. Wäre das nicht so, dann würde die Rente, egal in welcher Höhe auch immer, für jeden Rentner mit steuerlichen Abgaben belastet werden, was natürlich sozial extrem ungerecht wäre. Durch das Nutzen der Freibeträge entsteht zunächst eine finanzielle Gleichstellung der Rentner, um deren Lebensunterhalt und Altersabsicherung zu schützen.

Mieteinnahmen im Zusammenhang mit dem Alterseinkünftegesetz

Im Rahmen des neuen Steuerrechts werden Rentner mit sogenannten Nebeneinkünften, zu denen auch Mieteinnahmen gehören, im Zusammenhang mit dem Alterseinkünftegesetz nach neuen Richtlinien besteuert. Diese Besteuerung wurde 2005 eingeführt und betrifft neben den Renten und Rentenbeiträgen auch die Altersbezüge. In einigen Fällen werden Rentner bereits seit 2005 steuerlich veranlagt. Dies hängt davon ab, wie hoch die Summe aller erzielten Einkünfte inbegriffen die Rentenzahlungen und die sogenannten steuermindernden Abzugsbeiträge sind. Insbesondere Renter, welche Einkünfte aus Vermietungen oder Verpachtungen erzielen, sind bereits seit 2005 in der Pflicht, eine Steuer zu entrichten.

Rentner mit Nebeneinkünften müssen Steuern zahlen

Rentner mit Nebeneinkünften werden früher für eine Steuerzahlung herangezogen. Die Begründung liegt darin, dass die Grenze des sogenannten festen Freibetrags durch diesen Mehrbezug eindeutig überschritten wird. In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass dabei keine allgemeingültigen Informationen möglich sind. Auch Veränderungen sind in Zukunft diesbezüglich vorprogrammiert, da sich der Freibetrag bezüglich der Nebeneinkünfte stetig verringert. Eine Rentensteuer auf Grund erzielter Nebeneinkünfte, zu denen ebenfalls Mieteeinahmen gehören, betraf 2005 etwa 1,2 Millionen Rentner.

Grundsätzlich gilt, dass ein Rentner, welcher seine Rente seit 2005 erhält, die Hälfte, also 50 Prozent aller Einnahmen versteuern musste. Es zeichnet sich bislang ab, dass sich dieser Prozentsatz bis 2020 pro Jahr um zwei Prozent erhöhen wird. Ab diesem Zeitpunkt wird dann voraussichtlich bis 2040 nur noch ein Prozent vorgelegt. Seit dem Jahr 2009 beträgt der zu versteuernde Prozentsatz für die gesamten Einkünfte von Rentnern 60 Prozent.

Weitere Zusatzeinkünfte und Steuern

Wissenswert für die steuerliche Beachtung von Renten und gleichzeitigen Mieteinnahmen ist der Aspekt, dass Steuern neben den Renten und Mieteinnahmen auch andere Zusatzeinkünfte betreffen. Da viele Rentner Mieteinnahmen erhalten, betrifft dies die Mehrzahl der Personen. Außerdem werden Rentner, welche beispielsweise Einkünfte aus sogenannten Zweit- oder Betriebsrenten erhalten, steuerpflichtige Kapitalerträge nutzen oder eine selbständige oder nicht selbständige Tätigkeit ausüben, ebenfalls inbegriffen. Ist dies der Fall, dann werden diese Einkünfte mit einem vollen steuerlichen Betrag belastet. Damit reduziert sich der aktuelle Festbetrag und wird in den meisten Fällen überschritten.

Der Altersentlastungsbetrag bei der Steuererklärung für Rentner

Eine zentrale Rolle innerhalb der neuen Rentenbesteuerung spielt in Hinsicht auf die Versteuerung von Mieteinnahmen der sogenannte Altersentlastungsbeitrag. Dieser kann die Mieteinkünfte steuerlich mindern und ist davon abhängig, wann das 64. Lebensjahr abgeschlossen wurde. Steuerklärungen für Rentner enthalten diesen Punkt, welche klare Angaben über die erhaltenen Einkünfte aus Vermietungen und Verpachtungen geben muss.
Der Altersentlastungbetrag kommt Rentnern zugute, welche vor dem 2. Januar 1941 geboren wurden. Dies bedeutet in einem konkreten Beispielfall, dass mehrere Einkünfte oder einzelne Gewinne zu 40 Prozent frei von Steuern sind, eine Höchstgrenze von 1 900 Euro ist zu beachten. Der Altersentlastungsbetrag kann also maximal 1 900 Euro betragen. Wenn die danach noch vorliegenden Einkünfte einen höheren Betrag als 7 664 Euro ausweisen, dann muss eine Steuererklärung beim Finanzamt eingereicht werden. Die Grenze von 7 664 Euro im Jahr gilt für alleinstehende Rentner. Bei einem Ehepaar liegt diese Grenze bei 15 329 Euro.

Miteinnahmen sind kein Zuverdienst

Geklärt werden muss innerhalb dieses Themas außerdem die Tatsache, ob Miteinnahmen als Zuverdienst zu bezeichnen sind. Dies ist nicht der Fall, denn Mieteinkünfte sind keine Einkommen, welche aus einer selbstständigen oder nicht selbstständigen Tätigkeit erzielt werden.

2 Kommentare

  1. Die Frage ist doch, gilt der Altersentlastungsbetrag auf Miete auch dann,
    wenn durch Kosten/Instandsetzung die Werbungskosten , die abzugsfähig sind, bei Mieteinnahmen ein Verlust entsteht.

  2. Thema „Mieteinnahmen sind kein Zusatzverdienst“
    Gilt dies auch für Mieteinkommen aus Portugal?
    In Portugal werden Sie sofort steuerlich als Einzelunternehmer geführt wenn
    sie ihr eigenes Haus touristisch vermieten. (Alojamente Local)
    Die Besteuerung erfolgt nach EU-Richtlinien in Portugal
    Bei der Rentenversicherung heißt es „Alle im Ausland erzielten Einkünfte“
    sind Zusatzverdienst.
    Was ist richtig? Ist das Zusatzverdienst (rententechnisch) oder nicht?
    WK

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