Rheumatoide Arthritis – Symptome, Behandlung und Alltagsempfehlungen

Menschen, die an rheumatoider Arthritis leiden, müssen täglich neue Herausforderungen überwinden. Der komplette Alltag muss neu strukturiert werden.

Rheumatoide Arthritis
© Africa Studio – Fotolia.com

Dass es in den Gelenken hier und da mal etwas zwickt, nehmen wir mit zunehmendem Alter (fast) gelassen hin. Problematisch wird es erst, wenn die Beschwerden zunehmen und den Alltag deutlich einschränken. Der Verdacht, dass es sich um Rheuma handeln könnte, liegt nahe. Doch so pauschal wie der Begriff im Allgemeinen verwendet wird, ist er leider nicht. Medizinisch gesehen ist Rheuma der Überbegriff für weit über 100 Krankheiten des rheumatischen Formenkreises. Es ist daher nicht ganz so einfach ad hoc eine Diagnose zu stellen, die Mithilfe des Patienten ist zwingend erforderlich.

Entzündungen der Gelenke können bereits im Kindes- und Jugendalter auftreten. Die rheumatoide Arthritis hingegen, um die es in diesem Beitrag gehen soll, trifft aber häufig die Generation 50+.

Übersicht

» Rheumatoide Arthritis – Definition
» Rheumatoide Arthritis – Diagnose
» Therapiemöglichkeiten bei rheumatoider Arthritis
» Leben mit rheumatoider Arthritis

Rheumatoide Arthritis – Definition

Rheumatoide Arthritis ist die häufigste entzündlich rheumatische Erkrankung und Hauptursache für chronische Gelenkschmerzen. In Deutschland sind etwa 0,5 bis 0,8 Prozent der erwachsenen Bevölkerung betroffen. Die Neuerkrankungsrate liegt für Männer bei 25–30 und für Frauen bei 50–60 je 100.000 Erwachsene. (Quelle: Ärzteblatt)

Typische Anzeichen und Symptome

In erster Linie ist natürlich der Arzt für die Diagnostizierung zuständig, da die rheumatoide Arthritis viel zu komplex ist, um eindeutige Symptome zu spezifizieren. Sie selbst sollten allerdings hellhörig werden, wenn sich folgende Anzeichen bemerkbar machen:

  • Steifheit in und um den Gelenken am Morgen
  • Schmerzen in mehreren Gelenkregionen gleichzeitig
  • Schwellungen um die Gelenkregion
  • Rheumaknoten unter der Haut, über Knochenvorsprüngen, in Gelenknähe
  • Schmerzen bei Druck auf die Gelenke
  • Schließen der Faust nicht möglich
  • Kraftlosigkeit

Rheumatoide Arthritis – Diagnose

Damit der Arzt eine rheumatoide Arthritis genau diagnostizieren kann, müssen Sie Ihre Symptome so detailliert wie möglich schildern, erst dann wird der Mediziner weitere Verfahren anwenden. Mittels Röntgenaufnahmen können Schäden an den Gelenken festgestellt werden. Um den Grad der Entzündung zu diagnostizieren werden bildgebende Verfahren, wie Sonographie, Kernspintomographie oder Szintigraphie, eingesetzt. Auch eine Blutuntersuchung auf Antikörper kann Aufschluss geben, da sich Entzündungen fast immer im Blutbild nachweisen lassen.

Therapiemöglichkeiten bei rheumatoider Arthritis

Der Verlauf der Krankheit ist chronisch und nach heutigem, medizinischem Stand auch nicht heilbar. Ziel der Therapie ist es daher in erster Linie, die Schmerzen zu lindern, und das Voranschreiten der Entzündung oder gar Gelenkzerstörung aufzuhalten. Patienten werden sich auf den Besuch mehrerer Fachärzte (Rheumatologe, Orthopäde, Physio- und Ergotherapeut) einstellen müssen, da nur eine ganzheitliche Behandlung effektiv sein kann.

» Medikamentöse Behandlung

Fast immer werden Antirheumatika verschrieben, die Schmerzen und Entzündungen lindern sollen. Auch bestimmte Heilkräuter, wie die Teufelskralle, können die Basistherapie unterstützen. In einigen Fällen werden Glukokortikosteroide direkt in das Gelenk gespritzt.

Glukokortikosteroide: Cortison-Präparate mit entzündungshemmender Wirkung

» Operation

Wenn die medikamentöse Behandlung nicht mehr anschlägt und auch sonst kein Therapieerfolg zu verzeichnen ist, kommt eine Operation in Frage. Hierbei wird ein Ersatzgelenk aus Titan, Keramik, Metall oder Polyäthylen eingesetzt.

» Physiotherapie

Um die vollkommene Versteifung der Gelenke zu verhindern, wird Physiotherapie verordnet. Mit gezielten Übungen, sollen die Muskeln gelockert, stabilisiert und wieder aufgebaut werden.

» Ergotherapie

Rheumatoide Arthritis schränkt den Alltag Betroffener stark ein. Um übliche Tätigkeiten im Haushalt weiter ausüben zu können, greift die Ergotherapie. Hier werden Übungen durchgeführt, die ein weitgehend selbständiges Leben ermöglichen (Greifübungen, Ankleiden und Ausziehen, Flaschen und Dosen öffnen).

Interview mit Dr. med. Margarete Kern / Klinikum Stephansplatz Hamburg

Leben mit rheumatoider Arthritis

Mit jedem Schub der rheumatoiden Arthritis schwindet auch ein Stück Selbstständigkeit. Im fortgeschritten Stadium kann die Mobilität sogar so gering sein, dass der Patient sich nur noch unter starken Schmerzen und im Schneckentempo bewegen kann. Wichtig ist in erster Linie, dass Sie ihr Selbstbewusstsein nicht verlieren. Nehmen Sie an Patientenschulungen teil (werden von Krankenhäusern angeboten), oder besuchen Sie eine Selbsthilfegruppe. Auch die Ernährung nimmt Einfluss auf den Verlauf der Krankheit und kann bei richtiger Wahl der Lebensmittel, die Entzündung mindern.

Kostenloser PDF Download : Ernährungsempfehlungen bei rheumatoider Arthritis

Sollte sich die Krankheit so sehr verschlimmern, dass Sie einen Rollstuhl benötigen, muss über eine barrierefreie Wohnungsanpassung nachgedacht werden. Am schwierigsten wird es, wenn sich die Wohnräume in verschiedenen Etagen befinden. Um auch hier, so gut es geht mobil zu bleiben, haben Treppenlifte von GARAVENTA Lift, schon vielen RA-Patienten ein selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden ermöglicht. Ganz wichtig ist auch der psychische Aspekt – nehmen Sie Hilfe von der Familie an und halten Sie den Kontakt zu Freunden aufrecht.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Foto1: © Africa Studio - Fotolia.com