Senioren im Straßenverkehr: So schützt Prävention vor Unfällen

Durch Nachlassen der Reaktionsfähigkeit im Alter, setzen sich Senioren im Straßenverkehr einem hohen Risiko aus. Nur Prävention verhindert Unfälle.

Senioren im Straßenverkehr: So schützt Prävention vor UnfällenÜber 40.000 Senioren verunglücken jedes Jahr auf der Straße. 2013 starben fast 1000 Menschen über 65 an den Folgen eines Unfalls im Straßenverkehr. Auch wenn es sich hier um statistische Angaben handelt, denen man glauben kann oder nicht, sind die Zahlen erschreckend.

Die Generation 60+ ist heute mobiler denn je. Hierbei ist nicht nur das Autofahren gemeint, denn auch Roller sind besonders bei den älteren Herren angesagt. Aber auch als Fußgänger oder Radfahrer begeben sich Senioren, meist unbewusst, in Gefahr.

Führerscheinabgabe für Senioren: Ja oder Nein?

Seit Jahren wird diskutiert, bis zu welchem Alter ein Mensch noch in der Lage ist, gefahrlos ein Auto zu führen. Die Einen, meist die Senioren selbst, verstehen die Aufregung nicht, die Anderen fordern den Führerscheinentzug ab einem bestimmten Alter. Ob diese Maßnahme sinnvoll und eher entwürdigend ist, darf jeder für sich beantworten.

Eigenverantwortung üben: Führerscheincheck machen

Zum eigenen und dem Schutz der Mitmenschen wird empfohlen, ab 60 Jahren den Führerscheincheck zu machen. Die bestandene Fahrerlaubnisprüfung ist Jahrzehnte her, die Anforderungen im Straßenverkehr erheblich gestiegen. Auch der zunehmende Verkehr, gerade in Großstädten, führt häufig zur Überforderung der Senioren. Um seine Fahrtüchtigkeit zu testen, bieten Fahrschulen, der ADAC und die Dekra entsprechende Kurse an (siehe auch Liste der Begutachtungsstellen für Fahreignung). Diese Präventionsmaßnahme sollte von Senioren unbedingt wahrgenommen werden, rät die Polizei.

Autofahren im Ausland: Senioren gelten als Risikogruppe

Einen ganz schlechten Stand im Straßenverkehr haben die so genannten Sonntagsfahrer. Menschen, die nur ab und zu ihr Auto benutzen, fehlt es an Fahrpraxis. Ebenfalls zu dieser Gruppe gehören Senioren, die zwar noch den Führerschein, aber kein Auto mehr besitzen. Im Alltag wird zwar auf Bus und Bahn umgestiegen, im Urlaub möchte man aber weiterhin mobil bleiben. Wer sich, insbesondere im Ausland, spontan hinters Steuer setzt, riskiert einen Unfall.

Selbst Autovermietungen gehen mit dem Thema heikel um und setzen teilweise Altershöchstgrenzen für die Nutzung ihrer Mietwagen fest. Zwar gibt es keine gesetzlich geregelte Altersbeschränkung, wie im Blog von cardelmar.de nachzulesen ist, trotzdem legen die meisten Autoverleiher Bedingungen fest, bevor Sie einer Anmietung durch Senioren zustimmen.


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Unfälle im Zusammenhang mit Medikamenten

Ob zu Fuß oder mit dem Auto, viele Senioren wissen gar nicht, dass sie Medikamente nehmen, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen. Erste Präventionsmaßnahme bei der Verschreibung neuer Arzneimittel ist das Gespräch mit dem zuständigen Arzt. Fragen Sie nach, inwiefern sich die Medikamente auf ihr Verhalten im Straßenverkehr auswirken können. Allein schon die Tatsache, dass ein Medikament müde macht oder die Sehtüchtigkeit einschränkt, erhöht das Unfallrisiko deutlich.

Regelmäßig und freiwillig den Sehtest machen

Es dauert nur ein paar Minuten, kann aber lebensrettend sein: der Sehtest. Die meisten Optiker bieten ihn kostenlos an. Nutzen Sie diese Präventionsmaßnahme auf jeden Fall regelmäßig, denn das Augenlicht verschlechtert sich im Alter in immer kürzeren Abständen. Der Augenarzt oder Optiker kann Ihnen auch sagen, ob es nicht sogar besser wäre, das Auto stehen zu lassen.

Bus und Bahn fahren neu lernen

Prävention im StraßenverkehrEs klingt vielleicht albern, aber das Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln gehört ebenfalls zu einem Unfallschwerpunkt im Straßenverkehr. Immer neuere Technik wird eingeführt, mit der sich besonders Senioren mit Handicap erst einmal vertraut machen müssen.

Muss ich einen Knopf drücken, damit die Tür sich öffnet? Gibt es einen ausfahrbaren Tritt zum besseren Ein- und Aussteigen? Und wie funktioniert der neue Fahrkartenautomat? Diese und weitere Fragen können Sie sich von den ortsansässigen Verkehrsbetrieben beantworten lassen. Es ist sogar möglich, an einem kostenlosen Mobilitätstraining teilzunehmen, wie es von den Münchner Verkehrsbetrieben angeboten wird.

Verantwortungsvolle Nutzung von E-Bikes

Elektrofahrräder werden immer beliebter, besonders bei der Generation 60+. Prinzipiell sind E-Bikes eine gute Erfindung um auch im Alter mobil zu bleiben. Die Polizei warnt aber immer wieder vor dem leichtsinnigen Umgang mit den Fahrrädern und gibt daher folgende Tipps:

  • Kaufen Sie nicht beim Discounter, sondern lassen Sie sich fachlich beraten.
  • Testen Sie das E-Bike, vor dem Kauf, am besten auf „ihrer Strecke“.
  • Fahren Sie nie ohne Helm!
  • Bedenken Sie, dass E-Bikes schwerer sind. Können Sie das Gewicht händeln?
  • Üben Sie das Auf- und Absteigen.
  • Machen Sie einen Bremstest und üben Sie das Anfahren am Berg.
  • Prüfen Sie vor Antritt der Fahrt immer die Bremsen und die Beleuchtung.

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