Trinkgeld auf Kreuzfahrten – Wie viel ist wirklich angemessen?

Kaum etwas ist so umstritten wie das Thema Trinkgeld. Das gilt auch bei Kreuzfahrtreisen. Was sollte man unbedingt mit einplanen und wer geht immer leer aus?

Trinkgeld Kreuzfahrt Menge
Trinkgeld wird auch auf Kreuzfahrten gern gesehen
Ein Restaurant-Besuch endet immer gleich. Wenn die Rechnung auf dem Tisch liegt, muss bezahlt werden. Wer zufrieden mit dem Essen und dem Service ist, gibt gerne ein Trinkgeld. Die Höhe liegt oft im eigenen Ermessen.

In vielen Ländern gehört das Trinkgeld einfach dazu. Zwischen 10 und 15 Prozent von der Rechnungssumme sind in Hotels und Cafés gern gesehen, aber nicht zwingend notwendig. Es gibt aber auch das ganze Gegenteil. In China und Japan beispielsweise wird Trinkgeld als eine Art Beleidigung angesehen. (Quelle: www.welt.de) Aber wie sieht das nun auf Kreuzfahrtschiffen aus?

Trinkgeld auf dem Kreuzfahrtschiff – Das sollten Sie wissen

Auch auf Kreuzfahrten gehört das Trinkgeld dazu. Es ist zwar keine Pflicht, aber das Trinkgeld macht einen großen Teil der Einkünfte beim Servicepersonal aus. Eines ist aber überall gleich: Der Kapitän bekommt kein Trinkgeld. Das wäre in etwa so, als wenn Sie Ihrem Arzt oder dem Flugkapitän Geld zustecken würden.

Die Vorgehensweise für die Trinkgeldzahlung ist von Reederei zu Reederei unterschiedlich. Hier mal ein kurzer Überblick:

✜ Trinkgeld im Reisepreis integriert

Es gibt verschiedene Reedereien, da ist das Trinkgeld schon im Reisepreis inbegriffen. Das bedeutet eigentlich, dass Sie sich keine Gedanken über ein Trinkgeld machen müssen. Es ist aber jedem freigestellt, bei besonders gutem Service doch noch den ein oder anderen Taler der Servicekraft zuzustecken.

Zu den Reedereien, die ihre Trinkgelder bereits auf die Reisekosten aufschlagen, gehören beispielsweise AIDA, Tui-Cruises, Hurtigruten, Crystal Cruises und Seaborn. Bei diesen Reedereien können Sie also selbst entscheiden, ob Sie noch etwas dazu geben oder nicht.

✜ Belastung des Bordkontos

Es ist bei vielen Reedereien Gang und Gebe mit einer so genannten Bordkarte zu bezahlen. Besonders AIDA setzt auf die bequeme Bezahlung an Bord.

Bevor die Reise angetreten wird, wird für jeden Gast ein Bordkonto eröffnet. Im Anschluss gibt es dann die so genannte Bordkarte, ähnlich wie eine Chipkarte. Mit dieser kleinen Karte werden alle Ausgaben an Bord bezahlt. Dazu ist es wichtig, dass direkt im Anschluss eine Kreditkarte vorgelegt und registriert wird, worüber der endgültige Betrag am Ende der Reise abgebucht wird.

Bei vielen Reedereien ist es üblich, dass das Trinkgeld auch hierüber bezahlt wird – jeden Tag automatisch. Vor allem die amerikanischen Reedereien gehören dazu. Dazu zählen beispielsweise Royal Caribbean International, Holland America Line, Cunard und Norwegian Cruise Line. Hier wird diese Extra-Leistung aber oft nicht Trinkgeld genannt, sondern Service-Entgeld oder Servicepauschale.

✛ ✛ ✛ MEIN SPAR-TIPP: ✛ ✛ ✛

Wer viel mit der AIDA unterwegs ist, kann sich ein zusätzliches Bordguthaben sichern. Aufgenommen im AIDA-Club wird man in eine bestimmte Clubstufe eingeteilt und bekommt dementsprechend Guthaben geschenkt (Quelle: Ratgeber von www.kreuzfahrten-zentrale.de) So ist ein Teil der Trinkgelder schon mal kostenlos gesichert.

Sollten Sie mit dem abgezogenen Betrag nicht einverstanden sein, müssen Sie Einspruch einlegen. Erkundigen Sie sich am besten schon im Vorfeld in den AGBs der jeweiligen Reederei, wie das gehandhabt wird. Stornierungen werden natürlich nicht gern gesehen. Wer aber ganz genau über die Regelung Bescheid weiß, hat immer deutlich bessere Karten und kann besser argumentieren.


Ähnliche Themen:
» Seekrankheit vorbeugen & Übelkeit an Bord in den Griff bekommen
» Sparen im Alltag – Mehr Rente im Portmonee mit diesen 7 Tipps
» Reiselust statt Frust – Worauf Sie bei Kreuzfahrten für Senioren achten sollten


✜ Empfohlene Trinkgelder

Neben den ganzen Vorschriften und Empfehlungen kommt es bei einer Kreuzfahrt natürlich auf die Preisklasse der Komplettreise an. Wenn Sie eine Fahrt mit dem größten Luxus-Schiff für mehrere Tausend Euro buchen, sollte das Trinkgeld grundsätzlich höher ausfallen, als bei einer normalen 1000 Euro-Reise.

Wenn wir von genauen Trinkgelder sprechen, sieht das in etwa so aus:

ReedereiEmpfohlenes Trinkgeld / Service-Pauschale
AIDAim Reisepreis enthalten
Azmara Club Cruisesim Reisepreis enthalten
Carnival12 Dollar
Celebrity Cruises12 Dollar (Aqua Class: 12,50 Dollar, Suiten: 15,50 Dollar); ab 1.7.2015: 12,95 Dollar (Aqua Class: 13,45 Dollar, Suiten: 16,45 Dollar)
Costa8,50 Euro bzw. 11,50 Dollar
Crystal Cruisesim Reisepreis enthalten
Cunard Line11,50 Dollar
Disney Cruise Line12 Dollar
FTI Cruises6 Euro
Hansa Touristik (Ocean Majesty)5-8 Euro
Hapag-Lloyd Kreuzfahrten8-10 Euro
Holland America Line11,50 Dollar (Suiten: 12 Dollar)
Hurtigrutenim Reisepreis enthalten
MSC8,50 Euro (Karibik: 12 Dollar)
Norwegian Cruise Line12,95 Dollar (Suiten: 14,95 Dollar)
Oceania Cruises15 Dollar (Suiten: 22 Dollar)
Phoenix Reisen (Hochsee)4-5 Euro
Plantours (Hamburg)6 Euro
P&O Cruises5,00 Pfund
Ponant10 Euro
Poseidon Expeditions 17 Dollar17 Dollar
Princess Cruises11,50 Dollar (minisuiten, Suiten: 12 Dollar)
Regent Seven Seasim Reisepreis enthalten
Royal Caribbean International12,95 Dollar (Suiten: 15,95 Dollar)
Seabournim Reisepreis enthalten
Seacloud Cruises14 Euro
Seadream Yachtclubim Reisepreis enthalten
Silverseaim Reisepreis enthalten
Star Clippers8 Euro
Transocean7-10 Euro
TUI Cruisesim Reisepreis enthalten
Windstar Cruises12 Dollar
Quelle: www.cruisetricks.de

Die Preise gelten pro Tag und pro Person. Bei einigen Reedereien wie etwa Costa und MSC zahlen Kinder unter 14 Jahren nur einen reduzierten Betrag. Bei der NCL sind Kinder bis drei Jahren freigestellt. Wenn es nicht anders geschrieben ist, müssen Sie davon ausgehen, dass für Kinder die gleichen Preise gelten.

✜ Trinkgeld an Bars

Barkeeper gehören auf dem Schiff zu den Wenigverdiener. Bei Bestellungen von Getränken an der Bar oder beim Essen sollten Sie immer an ein angemessenes Trinkgeld denken. Bei den amerikanischen Reedereien wird auf die Rechnung grundsätzlich ein Zuschlag von 15 bis 18 Prozent für das Trinkgeld erhoben. Es ist also nicht notwendig, wenn Sie dem Kellner noch einen Extra-Obolus zustecken. Wenn der Service aber besonders gut ist, ist der Kellner oder Barkeeper jedoch trotzdem nicht böse, wenn Sie ihm noch etwas mehr geben.

✜ Achtung bei Trinkgeld-Stornierungen

Nicht jeder Tag ist gleich und natürlich kann auch ein Service-Mitarbeiten mal einen schlechten Tag haben und etwas übersehen. Es ist natürlich jedem freigestellt das Trinkgeld zu kürzen. Es sollte aber bei einer Ausnahme bleiben. Sprechen Sie den Mitarbeiter am besten gleich direkt an und bitten um Behebung. So müssen Sie sich nicht ihren ganzen Urlaub mit Rachegedanken und Trinkgeldkürzungen herum plagen. Die Mitarbeiter sind auf das Extra-Geld angewiesen.

Wenn sie von vornherein mit den Gegebenheiten der Trinkgeldpolitik unzufrieden sind, dann lassen Sie es bitte nicht an den Mitarbeitern aus. Suchen Sie gegebenenfalls nach einer anderen Reederei oder wenden Sie sich mit Ihrer Kritik an die Reederei selbst.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Foto1: © Gina Sanders - Fotolia.com