Vitamin B Versorgung im Alter – So vermeiden Sie einen Mangel

Ob wir genug B-Vitamine zu uns nehmen, hat viel mit der Ernährung zu tun. Bei kranken und sehr betagten Menschen, muss darauf besonders geachtet werden.

Vitamin B im Alter Versorgung Mangel
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Betrachtet man die Schwemme an gesunden und vitaminreichen Lebensmitteln in unseren Supermarktregalen, fällt es schwer, bei unseren Mitmenschen einen Vitaminmangel oder gar eine Mangelernährung zu vermuten. Leider ist es aber Realität, dass manche Senioren nicht ausreichend mit Vitamin B versorgt sind und so gesundheitlich immer weiter abbauen. Gemeint ist hier nicht die Gruppe der etwa 60 bis 75jährigen, denn diese Senioren bleiben, im Vergleich zu früher, viel länger fit und agil. Betroffen vom Vitaminmangel sind eher die ohnehin schon angeschlagenen und betagteren Senioren.

Ursachen für Vitamin-B-Mangel

Während die einen auch im Alter auf eine gesunde und vor allem ausgewogene Ernährung achten, spielt das für andere kaum eine Rolle. Am meisten trifft es jene Senioren, die an Demenz leiden oder in einem Pflegeheim wohnen. Auch wenn das Personal in Pflegeeinrichtungen häufig überlastet ist, liegt die Schuld nicht zwingend in der Betreuung. Häufig ist es das Desinteresse der Senioren selbst, die Nahrungsaufnahme nicht mehr für wichtig erachten. Ein weiterer Grund für Vitamin-B-Mangel kann sein, dass das Vitamin zwar in ausreichender Menge aufgenommen wird, der Körper es aber nicht verwerten kann. Hat der Senior zum Beispiel eine Entzündung des Magen-Darm-Traktes, wird die Aufnahme des Vitamins gehemmt. Auch Medikamente können diese Auswirkungen haben.

B-Vitamine im Überblick

Genau genommen und medizinisch korrekt, sind B-Vitamine eine ganze Gruppe an Vitaminen. Um Ihnen die Bedeutung und Funktion der einzelnen Vitamine zu verdeutlichen, hier eine Übersicht:

» Vitamin B1 (Thiamin)
» Vitamin B2 (Riboflavin, Lactoflavin)
» Vitamin B3 (Niacin)
» Vitamin B5 (Pantothensäure)
» Vitamin B6 (Pyridoxin, Pyridoxamin, Pyridoxal)
» Vitamin B7 (Biotin)
» Vitamin B9 (Folsäure)
» Vitamin B12 (Cobalamin)

Vitamin B1 – gut für die Nerven

Fachlich gesehen, spricht man beim Vitamin B1 von Thiamin. Die Hauptaufgabe von Thiamin ist es, den Stoffwechsel anzukurbeln, insbesondere die aufgenommenen Kohlenhydrate in Energie umzuwandeln. Wird nicht genügend Vitamin B1 aufgenommen, äußert sich das unter anderem durch Müdigkeit, Gedächtnisprobleme und starken körperlichen Leistungsabfall.

Hülsenfrüchte, wie Erbsen, Bohnen und Linsen, sind ein sehr guter Vitamin-B1-Lieferant. Auch Fisch (Scholle, Thunfisch) und Schweinefleisch liefern die notwendige Tagesration an Vitamin B1, ebenso Spinat, Kartoffeln und Vollkornprodukte. Doch Achtung: Vitamin B1 ist sehr hitzeempfindlich. Je stärker die Lebensmittel gekocht werden, desto geringer wird ihr Vitamingehalt.

Vitamin B2 – der Stoffwechselturbo

Vitamin B2, auch als Riboflavin oder Lactoflavin bezeichnet, braucht der Körper für den Stoffwechsel. Riboflavin wandelt Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße in Energie um. Ein Mangel äußert sich zum Beispiel durch eingerissene Mundwinkel und Überempfindlichkeit gegen Licht. Der normale Tagesbedarf liegt bei etwa 1,5 Mikrogramm, allerdings brauchen kranke Menschen, wie etwa Diabetiker, eine höhere Dosis.

Gute Vitamin B2 Lieferanten sind Milchprodukte, Eier, Fleisch und Fisch. Aber auch Gemüsesorten, wie Brokkoli und Grünkohl, enthalten genug Vitamin B2 um den Tagesbedarf zu decken. Um das Vitamin B2 in Lebensmitteln möglichst komplett zu erhalten, sollten sie dunkel gelagert werden, denn Vitamin B2 ist lichtempfindlich.

Vitamin B3 – der Entgifter

Unter dem Begriff Niacin ist das Vitamin B3 in der Medizin bekannt. Zahlreiche körperliche Reaktionen werden durch Niacin ausgelöst. So unterstützt das Vitamin unter anderem die Regeneration der Haut und der Muskeln und trägt zur Entgiftung des Körpers bei.

Geflügel, Wild, Fisch aber auch Milchprodukte und Eier sind hervorragende Vitamin B3 Lieferanten. Kaffeetrinker dürfen sich freuen, denn auch hier steckt jede Menge Vitamin B3 drin. Ein Mangel ist in Deutschland sehr selten, bei einer dauerhaften Unterversorgung kann es allerdings zu Appetitlosigkeit und allgemeiner körperlicher Schwäche kommen.

Vitamin B5 – der Allrounder

Nicht ganz so bekannt wie die anderen B-Vitamine ist das Vitamin B5, oder auch Pantothensäure genannt. Auch hier ist der Hauptaufgabenbereich der Kohlenhydrat-, Fett- und Proteinstoffwechsel. Zusätzlich hilft Vitamin B5 dem Körper aber auch, wichtige Substanzen, wie Cholesterin oder Gallensäure zu produzieren. Es ist sogar die Rede davon, dass Vitamin B5 bei Haarausfall helfen soll.

Enthalten ist Pantothensäure vor allem in Thunfisch, Innereien (Herz, Leber, Nieren) und Pilzen. Ein Mangel an Vitamin B5 tritt eher selten auf, Risikogruppen sind vor allem Alkoholiker und Diabetiker. Mögliche Symptome bei einem Vitamin B5 Mangel sind ständige Müdigkeit, Magenschmerzen mit Erbrechen und auch Reizbarkeit bis hin zu Depressionen.

Vitamin B6 – stärkt die Abwehrkräfte

Pyridoxin wird das Vitamin B6 in Fachkreisen genannt, welches unser Körper vor allem benötigt um Eiweißstoffe umwandeln zu können. Zur B6 Gruppe zählen weiterhin Pyridoxamin und Pyridoxal. Vitamin B6 beeinflusst einen Teil der hormonellen Aktivitäten und hat Einfluss auf unser Immunsystem.

Den durchschnittlichen Tagesbedarf von 1,2 Mikrogramm, empfohlen von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, decken Sie mit Lebensmitteln wie Leber, Vollkornreis, Linsen, Bohnen oder Schweinefleisch ab. Ein Vitamin B6 Mangel kann also mit den richtigen Lebensmitteln vermieden werden.

Vitamin B7 – das Schönheitsvitamin

Das Vitamin B7 dürfte den meisten von Ihnen bekannt sein, denn es handelt sich hierbei um Biotin. In der Kosmetikbranche wird Biotin für gesunde Haut und schöne Haare und Nägel eingesetzt. Wie alle anderen B-Vitamine auch, ist Biotin aber auch für den Stoffwechsel zuständig.

Vitamin B7 Lieferanten sind unter anderem Haferflocken, Nüsse, Eigelb und Hefe. Bei einem akuten Vitamin B7 Mangel kann es zu Schädigungen des Nervensystems kommen. Aber auch Haarausfall und Muskelschmerzen sind möglich. Um einen Mangel zu vermeiden, werden täglich 30 bis 60 Mikrogramm empfohlen.

Vitamin B9 – wichtig für die Blutbildung

Wenn ich jetzt das Wort Folsäure ins Spiel bringe, wissen sicher gleich Alle was gemeint ist. Diese Bezeichnung ist gebräuchlicher als Vitamin B9 oder auch Vitamin B11. Vitamin B9 wird oft schwangeren Frauen empfohlen, ist aber auch für ältere Menschen enorm wichtig, da es für die Blutbildung gebraucht wird. Da Folsäure nicht vom Körper produziert wird, muss sie über die Nahrung aufgenommen werden. Es ist möglich, über bestimmte Präparate Vitamin B9 zu sich zu nehmen, allerdings besteht hier die Gefahr einer Überdosierung mit Folsäure.

Den empfohlenen Tagesbedarf von etwa 300 Mikrogramm, decken Sie mit Lebensmitteln wie Spinat, Spargel, Kohl, Tomaten und Vollkornprodukten ab. Anders als bei den oben genannten B-Vitaminen, ist ein Mangel an Folsäure schon wahrscheinlicher. Ein Grund dafür kann einseitige Ernährung sein. Ein Folsäuremangel hat Blutarmut zur Folge.

Vitamin B12 – baut Fettsäuren ab

Cobalamin ist der medizinische Name für das Vitamin B12. Der letzte Nährstoff aus der B-Gruppe wird für den Abbau von Fettsäuren benötigt, ist aber auch an der Blutbildung beteiligt. Im Darm gibt es zwar einige Bakterien, die dass Vitamin B12 bilden, allerdings reicht die Menge nicht aus, so dass Cobalamin über de Nahrung aufgenommen werden muss.

Die effektivsten B12-Lieferanten sind Leber und Nieren. Da Innereien aber nicht jedermanns Geschmack sind, können Sie den benötigten Tagesbedarf von 3 Mikrogramm auch über Milchprodukte, Fleisch und Geflügel aufnehmen. Symptome bei einem Vitamin B12 Mangel können Müdigkeit, Brenngefühl auf der Zunge oder ein Taubheitsgefühl sein.

Fazit: Mit einer ausgewogenen Ernährung lässt sich ein Mangel an B-Vitaminen weitestgehend vermeiden. Ältere Menschen sollten Essen und Trinken nicht als lästiges Übel ansehen. Wer Probleme beim Kauen hat, kann die Nahrung auch püriert aufnehmen, wichtig sind vor allem geregelte Essenszeiten.

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