Was bleibt, wenn ich nicht mehr bin?

Menschen wollen mit ihrem Testament einen guten Zweck unterstützen – Die neue Initiative „Mein Erbe tut Gutes“ bietet Rat & Information.

Am 24. November ist Totensonntag. Diesen auch „Ewigkeitssonntag“ genannten Gedenk- und Trauertag widmen viele Menschen der Erinnerung an ihre Verstorbenen. Nicht nur Christen fragen sich an Totensonntag: Was kommt nach dem Tod? Was bleibt eigentlich, wenn ich nicht mehr da bin? Immer mehr Menschen möchten eigene Werte weitergeben, etwas Bleibendes schaffen, auch über den Tod hinaus. Eine Möglichkeit: Im Testament eine gemeinnützige Organisation unterstützen, die die Anliegen verfolgt, die einem selbst im Leben wichtig waren. Dafür haben sich Menschen wie Sabina Zaler oder die Eheleute Ludwig entschieden: Die eine schenkt mit ihrem Testament Kindern ein sicheres Zuhause, die anderen sorgen darin für den Schutz der Umwelt.

SOS Kinderdörfer unterstützt von Sabina Zaler

Was uns formt und wichtig ist – das ist oft Ergebnis unserer Lebensgeschichte. Schwere Zeiten prägen uns genauso wie Momente des Glücks. Um die Berg- und Talfahrt des Lebens von Sabina Zaler zu beschreiben, braucht es nicht viele Worte. Behütet wuchs sie auf. Ein Nesthäkchen, bereit, die Welt zu erobern. Sie war 13 Jahre alt, da steckten die Nazis die Familie ins Krakauer Ghetto. Als sie 15 Jahre alt war, wurde ihr Vater erschossen. Als sie 17 war, war der Krieg vorbei, und sie hatte das KZ Auschwitz überlebt. Wie macht man danach weiter? Sabina stürzte sich ins Leben. Heirat, Kind, Beruf. Sie arbeitete als Mannequin, eröffnete ein Modegeschäft. Das Leben war gut, Tochter Maria ihr ganzes Glück. Ohne Vorwarnung kam der nächste Abgrund. Maria starb unerwartet. Sabina kämpfte sich zurück. Sie arbeitete, führte ein Buchhaltungsbüro, eine Hausverwaltung, betrieb eine Bar. Dennoch, die Schicksalsschläge prägten sie tief. Kindern Schutz zu geben, das war ihr Herzenswunsch. Mit ihrem Testament unterstützte Sabina Zaler die SOS-Kinderdörfer weltweit. Sabina Zaler verstarb im März 2012. In Israel entsteht nun ein neues SOS-Familienhaus. Es wird ein sicheres Zuhause für bis zu zehn Mädchen und Jungen sein und den Namen ihrer Tochter tragen.

Hartmut und Edeltraut Ludwig – Ihr Erbe für den Umweltschutz

Es sind aber nicht nur Schicksalsschläge, die die Menschen bewegen, ihr Erbe für einen guten Zweck einzusetzen. „Wir leben sehr gut“, sagen zum Beispiel Hartmut Ludwig und seine Frau Edeltraut Rappold-Ludwig, beide Ende 60. Mit ihrem Erbe wollen sie etwas davon zurückgeben. Hartmut Ludwig findet dafür klare Worte: „Wir plündern den Planeten schamlos aus. Da schließe ich uns durchaus ein. Deshalb wollen wir einen Beitrag leisten, der dem Umweltschutz zugutekommt.“ Ein halbes Leben fast fördern sie den Schutz der Erde bereits. Eigene Kinder haben die Eheleute aus Buchholz in der Nordheide nicht, deshalb haben sie Greenpeace in ihrem Testament bedacht. „Es braucht vielleicht eine besondere Form von Sympathie, in jedem Fall eine enge Verbundenheit, um jemanden im Testament zu bedenken“, sagt Uli Busch von Greenpeace. „Zusammen kämpfen wir quasi für das gleiche Ziel und sind ein Stück des Lebens zusammen gegangen.“

Sabine Zaler, die schwere Schicksalsschläge erlebte, oder die Eheleute Ludwig, die ihr Leben genießen – so unterschiedlich die Geschichten auch sind: Auf die Frage „Was bleibt?“ haben sie alle eine Antwort gefunden. Mit ihrem Testament haben sie dafür gesorgt, dass ihre Werte auch nach ihrem Leben Bestand haben.

Um Interessierte über das Erbe für den guten Zweck zu informieren haben sich die Organisationen Ärzte ohne Grenzen, DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, Greenpeace, die SOS-Kinderdörfer weltweit und die Johanniter-Unfall-Hilfe zur Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“ zusammengeschlossen. Die neu gegründete Initiative beantwortet grundlegende Fragen zum Erben und Vererben und möchte potenziellen Erblassern oder angehenden Erben so Sicherheit geben.

Die Initiative „Mein Erbe tut Gutes“ vermittelt Ansprechpartner und stellt vielfältiges Material zur Verfügung. Alle Informationen auf www.mein-erbe-tut-gutes.de oder unter (01805) 737 201
(0,14 €/Min. aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 €/Min).

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