Was können Rentner von der Steuer absetzen?

Meist widerwillig setzen sich Rentner an die Steuererklärung. Wer clever ist, nimmt es positiv und holt das beste steuerliche Ergebnis für sich heraus.

Was können Rentner von der Steuer absetzen?Das auch Rentner mitunter eine Steuererklärung abgeben müssen, ist gerade in den Medien ein brisantes Thema und auch wir von Aktive Rentner haben uns schon mehrfach damit beschäftigt. Ob Rentner oder nicht, keiner möchte dem Fiskus unnötig Geld schenken. Deshalb ist es wichtig, beim Ausfüllen der Steuererklärung penibel genau vorzugehen.

Wer sich nicht zutraut, seine Steuererklärung selbst zu machen, der sollte sich an einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein wenden. Auf steuertipps.de steht Ihnen auch eine speziell für Rentner konzipierte Steuererklärungs-Software zur Verfügung. Die günstigste Variante ist aber immer noch, sich allein mit der Materie zu befassen. Wir geben Ihnen nachfolgend einen Überblick, was sich von der Steuer absetzen lässt, um im besten Fall eine Rückerstattung zu bekommen.

Werbungskosten

➤ Kontoführungsgebühren

Ein Posten an den die wenigsten denken, der aber nicht vergessen werden sollte, sind Kontoführungsgebühren. Natürlich ist es immer noch die beste Lösung, direkt ein kostenloses Girokonto zu haben. Fast immer wird dafür ein regelmäßiger monatlicher Geldeingang vorausgesetzt, der mit der Rentenzahlung ja gegeben ist. Aber Achtung: auch hier gibt es Unterschiede! Das Vergleichsportal verivox.de gibt Ihnen einen genauen Überblick, worauf Rentner bei einem kostenlosen Girokonto achten sollten. Wer aus Gewohnheit seine Bank nicht wechselt und weiter Kontoführungsgebühren zahlt, kann sich diese (zum Teil) mit der Steuererklärung zurückholen. Da es aber sehr mühsam ist, jede einzelne Kontobewegung und Gebühr nachzuweisen, ist es ratsam einen Pauschalbetrag von 16 Euro als Werbungskosten abzusetzen.

➤ Beratungskosten

Wenn Sie zur Beantragung Ihrer Rente eine kostenpflichtige Beratung in Anspruch genommen haben (Bsp. Anwalt), können Sie diese als Werbungskosten in der Steuererklärung absetzen. Oder aber Sie mussten Rentenbeiträge nachzahlen und dafür einen Kredit aufnehmen? Die Sollzinsen können Sie ebenfalls in der Steuererklärung als Werbungskosten angeben.

Hinweis: Alle Werbungskosten werden in der Anlage R der Steuererklärung eingetragen.

Sonderausgaben

Viele Rentner sind großzügig, wenn es darum geht, hilfsbedürftige Menschen oder Organisationen zu unterstützen. Das können neben Geldzuwendungen auch Sachgegenstände sein (Altkleider). Wichtig für die Steuererklärung ist, dass es sich um eine steuerbegünstigte Organisation handelt.

Zu den steuerbegünstigten Organisationen gehören beispielsweise Kirchen, Universitäten, staatliche Museen, gemeinnützige Vereine und Stiftungen, aber auch politische Parteien. Letztere haben allerdings eine Sonderstellung. Die Organisation muss ihren Sitz in Deutschland haben. Aber eine milde Gabe an einen Bettler oder in den Klingelbeutel beim sonntäglichen Kirchenbesuch erkennt das Finanzamt nicht als Spende an.
Quelle: www.vlh.de

Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung können ebenfalls als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Das Finanzamt zieht von den Krankenkassenbeiträgen lediglich vier Prozent für Krankengeld ab.

Außergewöhnliche Belastungen

Bei diesem Teil der Steuererklärung profitieren Rentner ganz besonders, vorausgesetzt die jeweilige zumutbare Eigenbelastung wird überschritten. Diese ist abhängig von den Einkünften und dem Familienstand.

➤ Arzneimittel

Wenn Ihnen die Krankenkasse Arzneimittel nicht erstattet, können Sie diese von der Steuer absetzen. Dazu zählen zum Beispiel Brillen, Zahnersatz und bestimmte Therapien, wie Akupunktur oder Physiotherapie. Sogar rezeptfreie Medikamente können steuerlich geltend gemacht werden, wenn der Arzt sie im Vorfeld verschrieben hat.

➤ Heilmittel

Um bestimmte Heilmittel als außergewöhnliche Belastungen absetzen zu können, brauchen Sie immer ein Attest vom Arzt! Mögliche Krankheitskosten und Heilmittel sind:

    Krankengymnastik Senioren

  • psychotherapeutische Behandlungen
  • Heilbäder
  • Krankengymnastik
  • Fahrten ins Krankenhaus
  • ein Krankenhausaufenthalt
  • Pflegekosten
  • Zuzahlungen in der Apotheke
  • Hörgeräte
  • Schuheinlagen
  • Prothesen
  • Rollstuhl
  • Treppenlift

Übernimmt die Krankenkasse bestimmte Facharztbehandlungen nicht, werden auch diese als außergewöhnliche Belastung anerkannt.

➤ Kuraufenthalt

Bescheinigt der Arzt der Krankenkasse, dass die Kur für den Patienten medizinisch notwendig ist, zählen auch diese Kosten zu den außergewöhnlichen Belastungen. Fahrtkosten (öffentliche Verkehrsmittel), Verpflegung und Unterkunft können aber nur dann steuerlich geltend gemacht werden, wenn die Krankenkasse nicht dafür aufkommt.

Wer sich für eine Kur im Ausland entscheidet, bekommt in der Regel nur die Kosten erstattet, die eine gleichwertige Kur in Deutschland kosten würde. Aufwendungen die einer Begleitpersonen entstehen, können ebenfalls in der Steuererklärung berücksichtigt werden. Aber nur dann, wenn die Begleitung krankheitsbedingt notwendig ist.

1 Kommentar

  1. Ihre Seite ist sehr interessant und hat mir sogar schon für meine Steuererklärung geholfen. Danke

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