Besenreiser an den Beinen: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Wenn es draußen wärmer wird, werden endlich wieder Röcke und kurze Hosen aus dem Schrank geholt. Das ist oft eine Horrorvorstellung für alle, die unter Besenreisern leiden.

Besenreiser an den Beinen
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Laut Venenspezialist Aljoscha Greiner bekommen sie die einen schon mit 25 und die anderen erst mit 65. Doch eines haben sie egal wie alt man ist gemeinsam: sie sehen unschön aus. Die Rede ist von so genannten Besenreisern, sprich also kleinen Venenentzündungen. Sie können einem wirklich die Lust auf Röcke und kurze Hosen verderben. Denn wer mag schon gerne seine Beine zeigen, wenn sie von hellroten bis dunkelblauen Äderchen übersät sind? Dem einen mag das nicht stören, aber viele andere Männer und Frauen haben ein großes Problem damit und möchten ihre Beine deswegen gar nicht zeigen. Sie müssen sie aber nicht verstecken. Es gibt schließlich schon genügend Behandlungsmöglichkeiten, die Besenreiser wieder verschwinden lassen.

Was versteht man unter Besenreisern?

Bei Besenreisern handelt es sich um eine Unterform von Krampfadern, die besonders oft an den Beinen auftreten und durch einen dauerhaft erhöhten Druck in den Blutgefäßen entstehen. Durch den Druck verlieren die Äderchen an Elastizität und leiern aus. Die Folge: an den Beinen sind dünne, netzartige Venen zu sehen, die oberflächlich unter der Haut verlaufen. Sie sind zwar nicht schmerzhaft, dafür aber auch nicht schön anzusehen. Vor allem, wenn sie gehäuft an einer Stelle auftreten. Dann sieht es so aus als hätten Sie einen Bluterguss am Bein. Warum dieses Phänomen überhaupt Besenreiser heißt? Weil die Äderchen in ihrer Form an Reisig erinnern.

Ursachen für Besenreiser

Vor allem Frauen neigen dazu Besenreiser zu bekommen, weil sie meist ein viel schwächeres Bindegewebe haben als Männer. Das plus die weiteren Ursachen für Besenreiser können dann unschöne Stellen an den Beinen verursachen:

Vererbung:

Die Entstehung von Besenreisern ist in erster Linie erblich bedingt. Hat ein Elternteil oder sogar beide Eltern Krampfadern, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass auch die Kinder welche bekommen. Auslöser ist hier die Bindegewebsschwäche.


langes Sitzen/Stehen:

Bewegen Sie sich nur wenig, verlangsamt sich der Blutstrom in den Beinen. Langes Sitzen und auch langes Stehen sorgen zusätzlich dafür, dass der Blutabfluss behindert wird. Das Zusammenspiel zwischen Muskelpumpen und Venenklappen funktioniert einfach nicht mehr perfekt. Das Blut kann dann nicht mehr richtig von den Venen zum Herz transportiert werden und wandert somit immer wieder zurück in die Venen.

Übergewicht und Bluthochdruck:

Wer sich wenig bewegt, leidet in der Regel auch unter Übergewicht. Eines der Hauptursachen für Besenreiser. Auch sehr häufig betroffen sind Menschen, die Bluthochdruck haben. Wie der Name es schon sagt, leiden sie unter einem dauerhaft erhöhten Druck in den Blutgefäßen, was wiederum Besenreiser begünstigt.

Alkohol und Nikotin:

Wenn man einem schweren Alkoholiker ins Gesicht schaut, kann man oft kleine rote Äderchen auf der Nase erkennen. Das sind alles Besenreiser. Alkohol ist schließlich total schädlich und sorgt für Gefäßerweiterungen. Das Gleiche gilt für Nikotin. Es macht bekanntlich die Gefäßwände poröser.

Behandlungsmöglichkeiten bei Besenreisern

>Sklerosierung:

Wenn Sie die Besenreiser optisch sehr stören, dann können Sie auch zu einen Venenspezialisten gehen und sich die Besenreiser per Sklerosierung veröden lassen. Der Arzt spritzt dazu ein alkoholisches Verödungsmittel in die Venen, das dann dafür sorgt, dass die Venenwände der Besenreiser verkleben und nicht mehr durchblutet werden. Infolgedessen verblassen sie nach einigen Wochen. Für diese Methode müssen die Besenreiser aber so groß sein, dass der Arzt sie mit einer Kanüle treffen kann.

>Lasertherapie:

Wer unter sehr feinen Besenreiser an den Beinen leidet, sollte sie sich am besten durch einen Laser veröden lassen. Es entstehen dabei zwar keine Narben, jedoch kann es zu Pigmentveränderungen der Haut kommen.

Sklerosierung und Lasertherapie können übrigens auch miteinander kombiniert werden. Wenn Sie die Besenreiser optisch nicht stören, dann sind die nachfolgenden Behandlungsmöglichkeiten vielleicht eher etwas für Sie.

>Kompressionsstrümpfe:

Liegen Besenreiser bzw. Krampfadern bei Ihnen in der Familie, sollten Sie am besten schon frühzeitig Kompressionsstrümpfe tragen. Vor allem, wenn Sie viel und lange stehen oder sitzen. Dabei handelt es sich um sehr enge Strümpfe, die die Venen zusammenpressen wodurch das Blut wieder stärker in Richtung Herz gepumpt werden kann. Es wird also die Muskelpumpe der Venen gestärkt. Sollten Sie schon Besenreiser haben, dann sind Kompressionsstrümpfe sogar Pflicht.

Viele meinen, dass Kompressionsstrümpfe alles andere als toll aussehen. Wer dieser Meinung ist, der irrt sich. Kompressionsstrümpfe gibt es in den unterschiedlichsten Farben und Ausführungen zu kaufen. Von klassischen Modellen über Strumpfhosen bis hin zu sexy Schenkelstrümpfen mit Spitze ist alles dabei. Da sieht man überhaupt keinen Unterschied zu normalen Strümpfen.

>Bewegung:

Besenreiser verschwinden nicht, wenn Sie lange sitzen. Ganz im Gegenteil – durch langes Sitzen fördern Sie sogar noch die Entstehung. Gehen Sie also öfter mal eine Runde spazieren, um den Blutstrom in den Venen anzuregen. Laut Professor Wolf-Ingo Worret, Oberarzt der Dermatologischen Klinik und Poliklinik der Technischen Universität München, sind Radfahren und Laufen perfekte Sportarten, um die Beinmuskulatur zu stärken.

>Wechselduschen:

Duschen Sie Ihre Beine immer im Wechsel 30 Sekunden lang kalt und anschließend 30 Sekunden lang heiß ab. Das kalte Wasser sorgt dafür, dass sich die Venen zusammenziehen und das heiße Wasser, dass sie sich wieder erweitern. Somit regen Sie die Bewegung der Gefäßwände an, was wiederum die Durchblutung in den Beinen verbessert.

>Beine nachts hochlagern:

Nachts sollten Sie Ihre Beine am besten etwas hochlagern. Das erleichtert den Bluttransport aus den Beinen in Richtung Herz.

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