Wie gefährlich sind Pilzinfektionen für Senioren?

Ein schwächeres Abwehrsystem ist der Grund, warum Senioren häufiger von Pilzinfektionen betroffen sind. Mit der richtigen Behandlung und Hygiene werden Sie den Pilz wieder los.

Pilzinfektionen Senioren
Pilzinfektionen können am ganzen Körper auftreten | © Satjawat / stock.adobe.com
Pilzinfektionen treffen fast jeden irgendwann im Leben. Es juckt und brennt, meist kommt es zu einer Entzündung. Sitzt der Pilz erst einmal in einer Körperregion, lässt er sich nicht so einfach vertreiben. Sehr selten heilen Pilzinfektionen ganz von allein aus. Beim geringsten Verdacht ist es deshalb sinnvoll, etwas zu unternehmen. Haben die Erreger länger Zeit, sich ungehemmt zu vermehren, sind sie umso hartnäckiger und es ist viel schwieriger sie wieder ganz loszuwerden.

Wo lauern die Pilze überall?

Infektionen mit Pilzen sind ansteckend. Sie lauern überall: im Schwimmbad, beim Sport, im Hotelzimmer. Wer sich infiziert hat, wird selbst auch zur Sporenschleuder. Dass die Zahl der Pilzinfektionen zunimmt, hängt vor allem damit zusammen, dass allzu sorglos damit umgegangen wird. Das moderne Leben mit Schwimmbad, Sauna und Fitnessstudio trägt ebenfalls zur Ausbreitung bei. Besonders gefährdet sind Menschen, die ohnehin ein geschwächtes Immunsystem haben, wie kleine Kinder oder ältere Menschen.

Was ist ein Pilz genau?

Pilze gehören weder zu den Pflanzen noch zu den Tieren. Sie haben den Wuchs mit Pflanzen gemeinsam und die Art der Energiegewinnung mit den Tieren. Pilze ernähren sich von organischem Material. Sie verdauen totes Holz im Wald, abgestorbenes Laub von den Bäumen. Die darin enthaltenen Mineralien werden durch die Zersetzung durch Pilze für die anderen Pflanzen zugänglich. Schätzungen zufolge gibt es etwa eine halbe Million Pilzarten. Eine Vielzahl ist sehr nützlich, beispielsweise beim Backen, Bierbrauen oder der Weinvergärung. Nur sehr wenige Arten verursachen Krankheiten beim Menschen. Die 180 krankheitserregenden Pilzarten sind in drei Gruppen eingeteilt:

  • Fadenpilze
  • Hefepilze
  • Schimmelpilze

Mediziner sprechen von Mykosen, wenn sie Pilzinfektionen meinen. Bei oberflächlichen Hautinfektionen ist die Rede von Tinea. Der Tinea pedis ist beispielsweise Fußpilz. Der Tinea corporis verbreitet sich am Körperstamm, während der Begriff Soor für Pilzinfektionen mit Candida albicans steht. Dazu gehören Windelsoor, Pilz im Mund und auch der Vaginalpilz.


Nicht alle Pilze am und im Körper sind gefährlich

Im menschlichen Körper gibt es auch einige Pilzarten, die zur normalen Darm- und Körperflora gehören. Solange diese Flora im Gleichgewicht bleibt, hat ein gesundes Immunsystem damit keine Probleme. Lässt allerdings das Abwehrsystem nach oder ist die Flora anderweitig gestört, vermehren sich bestimmte Pilzarten sehr stark und können große Probleme verursachen.

Die häufigsten Pilzinfektionen

Sehr häufig sind Fuß- und Nagelpilz sowie Vaginalmykosen anzutreffen. Sie sind leicht zu behandeln und nicht weiter aufregend. Pilze können allerdings auch jedes andere Körperteil betreffen, Hauptsache es ist abgestorbenes Material da, von dem sie sich ernähren können. Deshalb sind Haut und Schleimhäute besonders häufig von Pilzinfektionen betroffen.

Am liebsten haben Pilze es feucht und warm. Sie siedeln sich in Hautfalten an, beispielsweise in der Leiste oder unter der weiblichen Brust. Auch in der Windel sind ideale Bedingungen für Pilze. Deshalb sind Säuglinge und inkontinente Senioren gleichermaßen häufig von der sogenannten Windeldermatitis betroffen.

Welche Symptome verursachen seltene Pilzinfektionen?

Schuppenflechte
Für Laien ist es gar nicht so einfach, eine Schuppenflechte von einer Pilzinfektion zu unterscheiden | © Ольга Тернавская / stock.adobe.com
Einige Pilzarten brauchen es nicht so feucht und wachsen fast überall auf der Haut, beispielsweise auf den Händen oder im Nagelfalz, wie die sogenannte Hausfrauenkrankheit, bei der sich der Nagelfalz sehr schmerzhaft entzündet. Ursache ist meist ein Hefepilz. Auch an den Gliedmaßen kann es zu Pilzinfektionen kommen, im Gesicht und auch auf der Kopfhaut. Manche Pilze ernähren sich ausschließlich von Haarsubstanz und verursachen Haarausfall.

Seltene Pilzerkrankungen verwechseln viele mit einer Schuppenflechte. Am besten ist es, wenn ein Arzt sich die Haut anschaut und die Diagnose stellt. Moderne Anti-Pilzmittel wirken meist sehr schnell und lindern die Beschwerden.

Manchmal sind auch innere Organe von einer Pilzinfektion betroffen, beispielsweise Lunge, Herz oder die Hirnhäute. Das kommt allerdings nur bei Patienten vor, die ein besonders geschwächtes Immunsystem haben, wie beispielsweise AIDS-Patienten, Leukämie-Kranke oder Patienten nach einer Transplantation, deren Immunsystem unterdrückt wird.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Pilze können sehr hartnäckig sein. Die Behandlung muss deshalb konsequent und über einen längeren Zeitraum erfolgen. Bleibt die Anwendung nur wenige Tage aus, hat der Pilz direkt wieder Gelegenheit, aufzukeimen und sich wieder auszubreiten.

Sehr häufig setzen Patienten das Medikament viel zu früh ab. Die Symptome verschwinden zwar sehr schnell, doch der Pilz ist dann noch nicht ausgerottet. Er lauert darauf, wieder aufzukeimen. Zu frühes Absetzen hat immer einen Rückfall zur Folge. Die Behandlungsdauer, die der Arzt vorschreibt oder wie sie im Beipackzettel beschrieben ist, sollten Patienten daher sehr strikt einhalten.

Welche präventiven Maßnahmen helfen bei der Vorbeugung?

Hygiene bei Pilzinfektionen
Waschen Sie Handtücher und Co. unverzüglich, um eine Ansteckung zu vermeiden | © Илья Данилов / stock.adobe.com
Das Wichtigste bei einer Pilztherapie ist verstärkte Hygiene. Bei unzureichender Hygiene besteht die Gefahr, sich selbst wieder anzustecken. Handtücher und Kleidungsstücke, die Kontakt mit der infizierten Körperzone hatten, regelmäßig und am besten separat waschen. Sporen und Pilze sterben bei 40 °C noch nicht ab. Wenn es nicht möglich ist, einzelne Wäschestücke heißer zu waschen, hilft ein spezielles Wäschedesinfektionsmittel bei der Pilzbehandlung.

Pilze und Sporen lauern überall. Es gibt keine Möglichkeit, ihnen zu entkommen. Aber es ist möglich, sich vor dem Unheil, das sie anrichten können, zu schützen. Dazu ist es notwendig, mögliche Infektionsquellen zu meiden.

Wie lässt sich die Weitergabe einer Pilzinfektion vermeiden?

Wer trotz aller Vorsicht dennoch eine Pilzinfektion hat, sollte direkt zum Arzt gehen, um sich behandeln zu lassen. Eine Pilzinfektion ist sehr ansteckend, weshalb Betroffene ein paar Vorsichtsmaßnahmen treffen sollten.

  • Nur die eigenen Handtücher, Badetücher und Waschlappen benutzen.
  • Nur die eigenen Kleidungsstücke und Schuhe tragen.
  • Während der Infektion nicht ins Schwimmbad, in die Sauna oder in eine Gemeinschaftsdusche gehen.
  • Wer von Fuß- oder Nagelpilz betroffen ist, sollte nicht barfuß gehen.
  • Bei Fußpilz die Gegenstände für die Fußpflege nach der Benutzung immer desinfizieren und nicht mit anderen teilen.
  • Dusch- oder Badewanne und Badezimmerfußboden gründlich reinigen.

Um die Weitergabe der Pilzsporen zu verhindern, hilft es, die Wäsche getrennt zu waschen oder ein spezielles Wäschedesinfektionsmittel zu verwenden, das auch bei Pilzen wirkt. Eine Pilzinfektion ist in jedem Alter sehr lästig. Für die wenigsten Menschen sind sie aber wirklich gefährlich.