Treppenlift kaufen? So gehen Sie am besten vor!

Treppenlifte sind für viele unverzichtbar, stellen sie doch eine Alternative zum Umzug ins Heim dar. Wie Sie beim Kauf eines Treppenliftes am besten vorgehen und worauf Sie achten sollten, lesen Sie in diesem Artikel.

Frau benutzt Treppenlift im Haus.
Der Kauf eines Treppenliftes sollte gut vorbereitet sein. © Daisy Daisy / stockadobe.com

Treppenlifte sind besonders im Alter eine große Hilfe, wenn Gehbehinderungen oder andere körperliche Einschränkungen vorliegen, die Treppensteigen nicht mehr zulassen. Treppenlifte kosten je nach Ausführung und baulichen Gegebenheiten bis zu mehrere Tausend Euro, daher sollte der Kauf wohl überlegt und gut vorbereitet sein. Es wäre sehr ärgerlich, wenn sich der gekaufte Treppenlift nicht in die eigenen vier Wände einbauen ließe oder die Handhabung unnötig kompliziert ist und der Lift daher kaum genutzt wird.

Damit beim Kauf nichts schiefgeht und der Treppenlift auch tatsächlich Ihre Bedürfnisse erfüllt, haben wir in folgendem Artikel eine Kaufberatung für Sie zusammengestellt.

Schritt 1: Vorüberlegungen: Was sind Ihre Bedürfnisse?

Ganz am Anfang sollten Sie sich bewusst machen, worin Ihre Einschränkungen liegen und welcher Treppenlift Sie optimal unterstützt.

Bewegen Sie sich sicher und unabhängig von Gehhilfen durch ihr Eigenheim, lediglich das Treppensteigen will nicht mehr so recht klappen? Dann würde ein Sitzlift genügen, der Sie sicher zwischen den Etagen hin- und hertransportiert. Sind Sie hingegen auf einen Rollator angewiesen oder sitzen im Rollstuhl, würde unter Umständen eher ein Plattformlift in Frage kommen.


Eine erste Anlaufstelle können sogenannte Wohnberatungsstellen sein, die während eines Hausbesuchs schauen, welche Umbaumaßnahmen für Sie notwendig und sinnvoll sein können, damit Sie Ihren Alltag möglichst barrierefrei leben können. Eine seriöse Wohnberatung arbeitet unabhängig von Firmen oder bestimmten Produkten und wird Ihnen auch nichts verkaufen wollen. Vielmehr werden Sie darüber informiert, welche konkreten Möglichkeiten es für Ihr Wohnumfeld gibt, welche Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen und welche Anträge zu stellen sind. Auf der Internetseite der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung e. V. finden Sie eine Übersicht der Wohnberatungsstellen, sortiert nach Bundesländern.

Schritt 2: Angebote einholen

Nachdem Sie sich klar gemacht haben, welcher Treppenlift Sie am besten unterstützt, sollten Sie sich verschiedene Angebote einholen. Als Minimum sollten Sie mindestens drei verschiedene Anbieter zum Vergleich haben.

Entsprechen Ihre baulichen Gegebenheiten dem gängigen Standard, haben Sie eine große Auswahl an Anbietern. Kommt für Sie jedoch nur ein maßangefertigter Treppenlift infrage, sollten Sie sich nach Firmen und Anbietern umschauen, die sich auf Sonderfälle und individuelle Lösungen spezialisiert haben. Eventuell ist die Auswahl dann etwas eingeschränkter.

Vergleichen Sie dabei nicht nur die Preise der Treppenlifter, sondern auch den Service der Anbieter. Als Stichworte seien hier genannt Wartung und Reparatur, Erreichbarkeit des Kundentelefons und Notfallservice.

Wenn Sie sich online Angebote einholen möchten, achten Sie unbedingt auf seriöse Anbieter und sichere Internetseiten.

Die Internetseite sollte auf jeden Fall SSL-verschlüsselt sein, zu erkennen am Vorhängeschloss im Browserfenster. Und ein aussagekräftiges Impressum darf auf keinen Fall fehlen. Weitere Sicherheitstipps finden Sie in unserem Artikel: „Internet angstfrei nutzen: So erkennen Senioren sichere Internetseiten„.

Empfehlenswert, um einen umfassenden Einblick rund um den Treppenlifter zu bekommen, ist das Internetportal Treppenlift.io. Dort finden Sie eine Menge fundierter Informationen zu verschiedenen Treppenlifter-Arten, konkreten Fördermöglichkeiten, Infos zu gebrauchten Treppenliften oder der Möglichkeit, Treppenlifter zu mieten.
Vorteilhaft ist zudem, dass Sie unverbindliche Treppenlift-Angebote bei Treppenlift.io einholen können und so schon einen ersten Vergleich anstellen können.

Schritt 3: Besichtigung vor Ort

Treppenlift an kurviger Treppe.
Auch bei kurvenreichen Treppen ist ein Lift denkbar. © annebel146 / stockadobe.com

Ist Ihre Entscheidung gefallen, nehmen Sie erneut Kontakt zum Anbieter auf und vereinbaren einen Besichtigungstermin bei sich zu Hause. Ein Mitarbeiter wird sich dann anschauen, ob sich Ihre Vorstellungen umsetzen lassen und Ihre Wohnverhältnisse einen Einbau des von Ihnen ausgesuchten Treppenliftes zulassen.

Dabei kann es durchaus passieren, dass etwa das Modell unpassend ist oder die Installation insgesamt nicht realisierbar ist und es eine individuelle Lösung braucht, um den Lift später optimal nutzen zu können.

Steht dem Einbau jedoch nichts im Wege, wäre jetzt der geeignete Zeitpunkt, um eine Probefahrt mit dem Lifter zu vereinbaren. Das gibt Ihnen die Möglichkeit zu schauen, wie gut Sie mit dem Modell zurechtkommen oder ob Handhabung und Bedienung so gar nichts für Sie sind und es ein anderes Modell braucht.

Zwei Möglichkeiten kommen für Sie in Betracht. Wenn Sie in der Nähe eines großen Anbieters wohnen, können Sie nach entsprechender Vereinbarung dort die Probefahrt unternehmen. Ansonsten findet eine Probefahrt bei anderen Kunden in Ihrer Nähe statt, die den gleichen Lifter haben, den Sie sich ausgesucht haben. Die Probefahrt gehört für die meisten Anbieter zum Kundenservice, sodass Sie in aller Regel abgeholt und zum Vor-Ort-Termin und wieder zurück nach Hause gebracht werden.

Bedenken Sie, dass Sie bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keinen Vertrag unterschrieben haben sollten!

Schritt 4: Zuschüsse klären

Liegt bei Ihnen eine Pflegestufe vor, stehen Ihnen für den Einbau des Treppenliftes Mittel aus der Pflegeversicherung zu. Um diese abzurufen, müssen Sie bei Ihrer Krankenkasse einen entsprechenden Antrag einreichen. Meist wird auch noch ein Mitarbeiter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen vorbeischauen und den Maßnahmen zustimmen müssen.

Aber auch ohne entsprechende Pflegestufe sind Treppenlifte im Rahmen regionaler Fördermaßnahmen finanziell förderfähig. Dies ist allerdings von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Resultieren Ihre körperlichen Einschränkungen aus einem Betriebsunfall, sollten Sie sich in jedem Fall bei Ihrer Berufsgenossenschaft erkundigen.

Schritt 5: Vertrag unterzeichnen

Seniorin unterschreibt Kaufvertrag.
Bei Unklarheiten keine Unterschrift! © Jacob Lund / stock.adobe.com

Sind alle vorstehenden Punkte geklärt und eventuelle Zuschüsse bewilligt, können Sie nun den Kaufvertrag unterzeichnen. Dabei gilt wie bei allen Verträgen: Lesen Sie sich den Vertrag komplett durch, auch das Kleingedruckte. Klären Sie Unklarheiten und Fragen unmittelbar und unterzeichnen Sie erst, wenn alle Bedenken restlos ausgeräumt sind.

Behalten Sie im Hinterkopf:

1. Sie müssen mit dem Treppenlift viele Jahre zurechtkommen.

2. Die Summe kann trotz Zuschüssen bis in den fünfstelligen Bereich gehen.

3. Unklarheiten im Vorfeld sind leichter zu regeln als Reklamationen im Nachgang.

Aus diesem Grund holen Sie sich eine Vertrauensperson an Ihre Seite, mit der Sie den Kaufvertrag gemeinsam Punkt für Punkt durchgehen und die Ihnen den Rücken stärkt, nichts voreilig zu unterschreiben.

Checkliste

Sie sehen, der Kauf eines Treppenliftes sollte keine spontane Angelegenheit sein. Um Fehlentscheidungen zu vermeiden, braucht es eine gründliche Vorbereitung. Aus diesem Grund ist hier für Sie noch mal in einer Checkliste zusammengefasst, wie Sie beim Kauf eines Treppenliftes am besten vorgehen.

✓  Überlegungen zu den eigenen Bedürfnissen

✓  mind. 3 unverbindliche Angebote verschiedener Anbieter einholen

✓  Besichtigung Ihrer häuslichen Gegebenheiten

  Termin für Probefahrt vereinbaren

  mögliche Zuschüsse beantragen

✓  Kaufvertrag unterzeichnen