Vegetarisch grillen: gesund und lecker auch ohne Fleisch

Vegetarisch klingt für viele langweilig und fade. Sind die Produkte aber gut mariniert und gegrillt, greifen sogar Fleischliebhaber gerne zu.

vegetarisch grillenAuch wenn Sie selbst den Grill noch nicht angemacht haben, dass die Saison 2016 bereits eröffnet ist, kann einem gar nicht entgehen. Besonders an den Wochenenden duftet es überall nach frisch gegrilltem Fleisch, Rauchschwaden steigen aus den Kleingärten hoch und Menschen genießen das schöne Wetter und Zusammensein.

Auch wenn Steak und Wurst noch immer am liebsten auf den Rost kommen, der Trend zur fleischlosen Ernährung ist nicht von der Hand zu weisen. Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine vegetarische Lebensweise, oft der Tiere wegen aber auch aus gesundheitlichen Gründen. Beim Grillen müssen Vegetarierer keine Kompromisse eingehen, denn es gibt genügend Lebensmittel, die sich zu leckeren Gerichten auf dem Holzkohlegrill verarbeiten lassen.

So bereiten Sie den Grill vor

Die gängigste Methode den Grill anzumachen ist die: Holzkohle reinschütten, Grillanzünder darüber, anzünden und warten bis die Kohle glüht. Was dann passiert kann man sich eigentlich denken, die Holzkohle liegt höchstwahrscheinlich viel zu dicht am Rost, dieser wird extrem heiß und das Grillgut verbrennt, statt gleichmäßig zu garen.

Vegetarische Lebensmittel für den Grill brauchen viel weniger Hitze, deshalb wird auch weniger Holzkohle benötigt. Am besten benutzen Sie einen Anzündkamin, um die Holzkohle vorzubereiten. Die praktische Anzündhilfe und viele weitere wichtige Tipps rund um benötigtes Grillzubehör gibt es auf grillheld.de (auf der Seite einfach ganz nach unten scrollen). Mit einem Anzündkamin gewährleisten Sie, dass sich die Kohle gleichmäßig erwärmt. Das erspart mühsames umherstochern im Grillkasten und die Nachbarn werden nicht in Rauchschwaden gehüllt. Glüht die Holzkohle, erkennbar an einer feinen weißen Oberschicht, wird sie gleichmäßig im Grillbehälter verteilt. Der Rost wird etwa 10 cm über der Kohleschicht eingehangen. Wie oben bereits erwähnt, Grillgut das zu nah an der Kohle liegt, verbrennt leicht.


Extratipp: Ein Grillrost braucht weder Wasser noch Spülmittel. Reinigen Sie ihn nur mit einer Drahtbürste, wenn er bereits heiß geworden ist. Verkrustungen lassen sich so am besten lösen.

Der vegane Klassiker: Gemüse grillen

Frisches Gemüse ist eine der Hauptzutaten in der vegetarischen Küche. Allerdings ist das vegane Repertoire durchaus vielfältiger, auch für den Grill, dazu aber später mehr. Wenn Sie Gemüse grillen möchten, achten Sie auf wasserarme Sorten. Je mehr Wasser im Gemüse enthalten ist, desto mehr besteht die Gefahr, dass Ihr Gemüse auf dem Grill verkocht. Das Wasser tritt bei Hitze aus und hüllt das Grillgut quasi ein, besonders dann, wenn Sie das Gemüse in Alufolie grillen. Wenig Wasser enthält zum Beispiel Brokkoli, Blumenkohl, Lauch, Süßkartoffeln und Maiskolben.

Grillgut einlegen und würzen

Dieser Arbeitsgang unterscheidet sich kaum mit dem der Fleischliebenden Fraktion. Allerdings sollten vegetarische Produkte erst nach dem Grillen mit Salz gewürzt werden, da Salz dem Gemüse Wasser entzieht und es dadurch seine knackige Konsistenz verliert. Das gilt übrigens auch für die Marinade, für die Sie vornehmlich Raps- oder Sonnenblumenöl verwenden sollten. Native Öle, wie Olivenöl, vertragen die Hitze nicht, das Grillgut verbrennt, wird bitter und kann sogar gesundheitsschägigend sein. Für einen mediterranen Geschmack werden dem Öl jede Menge Kräuter beigegeben: Knoblauch, Rosmarin, Thymian, Majoran, Oregano, Salbei. Zum Schluss etwas frisch gemahlenen Pfeffer dazu und einen Spritzer Zitronensaft. Gemüse und Co. sollten jetzt mehrere Stunden in der Marinade ziehen.

❒ Leckere Beilage: Folienkartoffeln

Folienkartoffel GrillHundert Prozent vegetarisch und äußerst schmackhaft sind gegrillte Kartoffeln. Dazu brauchen Sie eine festkochende Sorte, am besten nicht zu große. Die Kartoffeln werden nicht geschält, nur gebürstet. Eventuelle „Augen“ und Keime schneiden Sie heraus. Für jede Kartoffel muss ein passendes Stück Alufolie zugeschnitten werden. Ob Sie die Kartoffeln halbieren oder ganz lassen, bleibt Ihnen überlassen. In jedem Fall würde ich die Kartoffeln etwas vorkochen, ansonsten müssen Sie beim Grillen mehr Zeit und Geduld einplanen. Die vorgekochten Kartoffeln kurz dämpfen und mit Küchenkrepp abtrocknen. Ich persönlich halbiere die Kartoffeln immer, steche sie mit einer Gabel ein paar Mal ein und lege Sie auf die Alufolie. Dazu kommt nun ein frischer Zweig Rosmarin. Mit Öl beträufeln und gut einwickeln. Das Öl darf später auf dem Grill nicht aus der Folie tropfen. Dazu passt natürlich das gegrillte Gemüse und ein Knoblauch-Kräuter-Dip.

Fleischlose Alternativen für den Grill

Auch wenn es ihnen häufig nachgesagt wird, Vegetarierer ernähren sich nicht nur von Gemüse. Die Lebensmittelindustrie hat sich mit den Jahren auf die veränderten Ernährungsgewohnheiten eingestellt und jede Menge fleischlose Alternativen auf den Markt gebracht.

❒ Gegrillter Tofu

Tofu ist in ostasiatischen Ländern der wichtigste Eiweißlieferant und kommt dort fast täglich auf den Tisch. Wer die pflanzliche Fleischalternative einmal probiert hat, wird feststellen, dass Tofu nach nichts schmeckt. Der Eigengeschmack ist quasi gleich Null, ähnlich wie bei Mozzarella. Deshalb wird Tofu vor dem Grillen mariniert, am einfachsten direkt zusammen mit dem Gemüse. Trocknen Sie den Tofu vor dem Einlegen mit Küchenkrepp ab, dann nimmt er die Öl-Würzmischung besser auf. Tofu kann in Scheiben geschnitten direkt auf den Grill gelegt werden, oder aber Sie varieren ihn auf dem Spieß zusammen mit Paprika und Zucchini.

❒ Seitan: das fleischlose Steak

Wer kein Fleisch isst, auf eine ähnliche Konsistenz und Optik aber nicht verzichten möchte, für den ist Seitan die perfekte Alternative. Die Zubereitung für den Grill ist allerdings etwas aufwendiger, denn Seitan wird in der Regel selbst hergestellt. Es gibt zwar fertige „Seitan-Steaks“ in spezialisierten Onlineshops wie seitan.info, echte Liebhaber stellen den Seitanteig aber selbst her.

Rezeptvideo: Vegane Grillsteaks aus Seitan

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