Darmkrebsvorsorge – Das müssen Sie wissen!

Darmkrebsvorsorge - Ein Muss!
Darmkrebsvorsorge - Ein Muss!

Es gibt Themen die werden einfach totgeschwiegen statt ausgesprochen. Entweder weil sie einem peinlich sind, oder schlimmer noch, weil man meint, davon nie betroffen zu sein. Ich rede von Darmkrebs. Fällt das Wort Krebs, zucken viele ängstlich zusammen. Fällt aber das Wort Darmkrebsvorsorge, winken die meisten ab. Ein Widerspruch in sich, den ich hier gern widerlegen möchte, denn Darmkrebsvorsorge ist wichtig, besonders im Alter.

Warum ist Darmkrebsvorsorge so wichtig?

Das tückische an einer Darmkrebserkrankung ist, dass sie sich schleichend und fast immer unbemerkt entwickelt. Gutartige Polypen können sich oft über Jahre hinweg an der Darmwand halten, bevor sie zu bösartigen Tumoren ausarten.

» Fakt ist,
dass das Risiko an Darmkrebs zu erkranken mit steigendem Alter zunimmt. Deshalb sollte man spätestens ab dem 56. Lebensjahr zur Darmkrebsvorsorge gehen.

» Fakt ist,
dass Darmkrebs, der nicht behandelt wird, zum Tode führt. Ein Argument, dass ohne Diskussionen für die Darmkrebsvorsorge spricht.

» Fakt ist,
dass eine ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und Rauchen, das Risiko erhöhen, an Darmkrebs zu erkranken.


» Fakt ist,
dass sich Darmkrebs im Anfangsstadium mehr oder weniger heimlich, sprich ohne Symptome entwickelt und daher oft unbemerkt für viele Patienten bleibt.

» Fakt ist,
dass Personen, deren Familienangehörige bereits an Darmkrebs erkrankt sind, erblich vorbelastet sind und sich daher zwingend einer Darmkrebsvorsorge unterziehen sollten.

Fazit: Früh erkannt ist schnell gebannt!

Darmkrebsvorsorge Ja – Aber wo?

Die Darmkrebsvorsorge sollte unbedingt von einem Facharzt für Gastroenterologie durchgeführt werden. Ein Gastroenterologe befasst sich mit Krankheiten des Magen-Darm-Traktes. Sprechen Sie zuvor mit ihrem Hausarzt, dieser wird die notwendige Überweisung ausstellen und Sie auch darüber informieren, ob die Kosten einer Vorsorgeuntersuchung von der Krankenkasse übernommen werden. Dies ist altersabhängig. Sollten die Kosten nicht übernommen werden, müssen Sie mit etwa 300 bis 350 Euro rechnen.

Blut im Stuhl? – Stuhltest als erste Vorsorgemaßnahme

Der Stuhltest sollte als erste Vorsorgemaßnahme gegen Darmkrebs durchgeführt werden. Hier kann festgestellt werden, ob sich verborgenes Blut im Stuhl befindet, denn nicht immer ist dieses sichtbar. Die Untersuchung des Stuhls erfolgt durch den Arzt.

» FOBCHECK als Alternative zum Arzt
Die Medizin macht es uns möglich und deutlich einfacher einen solchen Stuhltest direkt zu Hause durchzuführen. FOBCHECK (www.fobcheck.de) ist ein Darmkrebs Selbsttest, mit dem Sie fäkales okultes Blut im Stuhl feststellen können. Sollte der Test positiv ausfallen, ist der Gang zum Arzt unumgänglich, denn nur dieser kann dann die entsprechenden Maßnahmen einleiten.

Darmkrebsvorsorge – Was passiert da genau?

Bei der Darmkrebsvorsorge wird eine Darmspiegelung durchgeführt. Angst vor dieser Untersuchung ist immer noch der Hauptgrund dafür, dass viele ältere Menschen sich scheuen diese durchführen zu lassen. Positiv zu erwähnen ist aber auch die Tatsache, dass durch aktive Kampagnen in den Medien, die Darmkrebsvorsorge mehr und mehr ins Licht der Öffentlichkeit rückt.

» Die Vorbereitung
Die Darmspiegelung bedarf einer gewissen Vorbereitung. Am Tag der Untersuchung müssen Sie völlig nüchtern sein, dass heißt der Darm wird komplett entleert. Dazu trinken Sie am Vortag eine Abführflüssigkeit, die der Arzt verschreibt. Zusätzlich dürfen auch Mineralwasser und ungesüßter klarer Tee getrunken werden, aber keine Milch!

Häufig wird der Geschmack der Abführlösung als störend und unangenehm empfunden. Kleiner Trick – Trinken Sie die Flüssigkeit durch einen Strohhalm, dadurch wird der Geschmack gemildert.

» Der Ablauf
Bei der Darmspiegelung (Koloskopie) wird ein etwa 1 bis 1,5 cm dicker Schlauch über den After in den Darm eingeführt. Der Patient kann dazu auf der Seite liegen und bekommt ein Beruhigungsmittel, welches die Schmerzen lindert bzw. gänzlich nimmt. Häufig ist es auch so. dass ein Narkosearzt hinzugezogen wird, welcher eine so genannte Analgo-Sedierung durchführt. Bei dieser Medikamentenkombination aus Beruhigungs- und Schmerzmittel, sind die besten Voraussetzungen für einen reibungslosen und unkomplizierten Ablauf der Darmspiegelung gegeben.

Mittels Koloskop kann der Arzt dann quasi bis in jede „Ecke“ des Darmes vordringen und die Darmwände auf mögliche Polypen untersuchen. Die ganze Untersuchung dauert in der Regel etwa 20 Minuten.

» Nach der Darmspiegelung
Durch das Beruhigungsmittel sind Sie eventuell noch etwas schläfrig und sollten daher nach der Darmspiegelung nicht allein Auto fahren. Besser, Sie lassen sich zu diesem Termin begleiten oder danach abholen.

Keine Angst, wenn Sie sich durch die „eingepumpte“ Luft wie aufgebläht fühlen. Diese entweicht auf natürlichem Wege!

Darmkrebsvorsorge – Wie oft?

Mediziner sind sich hier weitestgehend einig. Wer erst einmal eine Darmspiegelung durchführen lassen hat, der braucht dies erst wieder in zehn Jahren wiederholen zu lassen. Sollten sich allerdings Auffälligkeiten bei der Untersuchung ergeben haben, wird Ihr Arzt alles Weitere persönlich mit Ihnen besprechen.

Zum Nachdenken angeregt?

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland und führt bei Nicht- oder zu spätem Erkennen zum Tode. Was ist da schon ein Tag, an dem Sie auf feste Nahrung verzichten müssen, eine Flüssigkeit trinken die nicht besonders schmeckt und  vielleicht eine etwas unangenehme Untersuchung über sich ergehen lassen müssen, gegen ein ganzes Leben?! Das Leben ist einfach zu kostbar um es zu verschenken.

Extra-Tipp
Kampagne zur Darmspiegelung – www.ich-geh-da-hin.de
Info-Blatt zur Darmkrebs-Früherkennung – www.krebsinformationsdienst.de
Keine Angst vor der Darmspiegelung – Video auf www.youtube.com

1 Kommentar

  1. Ich habe einen schlimmen Verdachte bzgl. meiner Großeltern. Ich meine, dass die gesund sind, jedoch ist, wie Sie sagen, eine Darmkrebsvorsorge wichtig v.a. im Alter. Falls da was sein sollte und dieser nicht behandelt wird, führt das eben zum schlimmsten. Ihr 3. Fakt, trifft außerdem 1 zu 1 zu: ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel und Rauchen. Hoffentlich wehren sich meine Großeltern nicht allzu sehr.

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