Allergien im Alter – Auslöser und Vorsorge

Dass Allergien im Alter zunehmen, hat meist mit einem geschwächten Immunsystem zu tun. Betroffene werden dadurch oft im Alltag eingeschränkt.

Allergien im Alter
Niesen ist ein häufiges Symptom für eine Allergie | © auremar / stock.adobe.com
Jahrelang sind Sie verschont geblieben und im Alter reagieren Sie plötzlich allergisch? Ja, das gibt es und gar nicht mal so selten. Während man früher davon ausging, dass nur Kinder und jüngere Menschen von Allergien betroffen sind, nimmt die Zahl der allergisch reagierenden älteren Patienten zu.

Ursachen für Allergien im Alter

Allergene sind Substanzen, die überall in unserer Umgebung vorkommen. Bei einem gut funktionierenden Immunsystem machen uns diese Substanzen nichts aus, die Gefahr wird quasi abgewehrt. Im Alter nimmt diese normale Schutzfunktion des Körpers ab, das Immunsystem schafft es also nicht mehr, alle „Angreifer“ abzuwehren. Es kommt vermehrt zu Infektionen und einer Überempfindlichkeit des Körpers, infolgedessen auch zu Allergien.

Pollenallergie – allergischer Heuschnupfen

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Die häufigsten Auslöser einer Pollenallergie | © sunnychicka / stock.adobe.com
Beginnen möchte ich mit einer der häufigsten Allergien in Deutschland und ja, auch im Alter. Die Pollenallergie ist umgangssprachlich als Heuschnupfen bekannt, dessen Ursache unterschiedliche Pflanzenpollen sind. Betroffene leiden unter juckenden und tränenden Augen, laufender Nase und Kratzen in der Kehle. Hinzu kommt eine geschwollene Nasenschleimhaut, daraus folgend oft auch eine verstopfte Nase.


Umweltmediziner sind sich sicher, dass die Zahl der Pollenallergiker in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird. Gründe dafür sind Umweltverschmutzung und Klimawandel. Die Sommer in Deutschland werden immer heißer und länger, dadurch produzieren viele Pflanzen mehr Pollen.

➔ Was tun bei Pollenallergie

Bei Verdacht auf Heuschnupfen, sollten Sie sich einem Arzt vorstellen, der Ihnen höchstwahrscheinlich Medikamente verschreibt. Im Alltag kann man als Betroffener aber auch viel selbst tun, um den lästigen Heuschnupfen schnell wieder loszuwerden bzw. die Pollen gar nicht erst mit in die Wohnung zu nehmen.

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  • Auch wenn es schwerfällt, lassen Sie das Fenster nachts geschlossen und wechseln Sie Ihre Bettwäsche wöchentlich.
  • Kämmen Sie Ihre Haare vor dem Schlafengehen gründlich durch, dadurch werden festsitzende Pollen entfernt.
  • Wischen Sie Möbeloberflächen feucht ab und saugen Sie häufig Staub.
  • Lüften Sie am besten nach einem Regenschauer – Regenwasser spült die Luft sauber.
  • Noch ein Tipp für die Wohnung: bei Pollenallergie Luftreiniger aufstellen, am besten in allen Räumen in denen Sie sich länger aufhalten. Gute Geräte entfernen zuverlässig fast 100% aller Pollen aus der Raumluft.
  • Um die Schleimhäute in der Nase zu beruhigen, helfen Dampfbäder und Inhalationen.
  • Feuchte Lappen oder gekühlte Kompressen lindern den Juckreiz in den Augen.

Kontaktallergie – allergische Reaktionen auf der Haut

Kontaktallergie
Mit Nickelfreiem Schmuck kann diese Form der Kontaktallergie vermieden werden | © Michael Eichhammer / stock.adobe.com
Der Name lässt es vermuten, diese Allergie wird bei Kontakt mit der Haut ausgelöst. Dabei können die Auslöser unterschiedlicher Natur sein. Manchmal reicht eine kurze Berührung, zum Beispiel bei Pflanzen aus, um allergisch zu reagieren. Oftmals sind es aber auch Stoffe (Kleidung) oder Materialien (Schmuck), die zu einer allergischen Reaktion führen.

➔ Symptome bei einer Kontaktallergie

  • Brennen und Juckreiz auf der Haut
  • Hautrötungen und Schwellungen
  • trockene Haut
  • Bläschenbildung

Das Besondere an einer Kontaktallergie ist, dass der Körper nicht sofort darauf reagiert. In den meisten Fällen dauert es einige Zeit / Tage, bis sich eine allergische Reaktion zeigt. Wer ohnehin anfällig für Allergien ist, wird auch häufiger von einer Kontaktallergie betroffen sein.

➔ Kontaktallergie vermeiden

Bildet sich nach Kontakt mit einem bestimmten Stoff ein akutes Ekzem, wird der Arzt eine Kortisonbehandlung einleiten. Ist Ihnen bekannt, auf welches Material Sie allergisch reagieren, sollten Sie dieses zukünftig meiden. Wer zum Beispiel Nickel nicht verträgt, sollte nur noch speziellen Schmuck für Allergiker tragen. Manchmal sind Duftstoffe die Auslöser für Juckreiz und Hautrötungen. Prüfen Sie die Inhaltsstoffe Ihrer Kosmetika und wechseln Sie gegebenenfalls auf andere Produkte.

Tierhaarallergie – wenn das Haustier Allergien auslöst

Tierhaarallergie im Alter
Bei einer Tierhaarallergie kommt es häufig zu Juckreiz und Tränenfluss | © Argus / stock.adobe.com
Der Begriff Tierhaarallergie hat sich eingebürgert, ist aber eigentlich nicht korrekt. Denn Auslöser einer Allergie sind nicht die Tierhaare an sich, sondern der Schweiß, Talg oder auch Urin, der an ihnen haftet. Beim Einatmen dieser winzig kleinen Partikel kommt es bei Allergikern zu juckenden und geröteten Augen, fließendem Schnupfen, gereizten Schleimhäuten, sowie Hustenanfällen bis hin zu Atemnot.

➔ Tierhaarallergie – und jetzt?

Viele Senioren besitzen ein Haustier, sei es, um der Einsamkeit im Alter zu entfliehen, oder um einfach wieder Beschäftigung zu haben. Wird bei Ihnen eine Tierhaarallergie diagnostiziert, werden Sie sich wohl oder übel von Ihrem Vierbeiner trennen müssen.

Bitte beachten: Selbst wenn das Haustier nicht mehr in der Wohnung ist, können noch Symptome auftreten. Die auslösenden Allergene „verschwinden“ erst nach Wochen komplett aus Möbeln und Textilien.

Weitere Maßnahmen für den Haushalt ähneln den oben genannten bei einer Pollenallergie. Zusätzlich sollten Sie versuchen, sich von den allergieauslösenden Tieren fernzuhalten. Das gilt auch für Besucher mit Haustier und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Wenn sich der Kontakt mit Tieren nicht vermeiden lässt, kann ein Antihistaminikum die Allergiesymptome mindern und den Alltag erträglicher machen.