Intelligenzrente beantragen – Voraussetzungen

Hier unsere Tipps wie Sie Intelligenzrente beantragen und welche Voraussetzungen gegeben sein müssen. Die Intelligenzrente ist eine Zusatzrente aus DDR-Zeiten.

Intelligenzrente beantragen
Intelligenzrente beantragen
Die Intelligenzrente ist ein Relikt aus der ehemaligen DDR. Diese Rente wurde inzwischen auch auf das zusammengeführte Deutschland übertragen. Somit haben Zehntausende von ehemaligen DDR-Ingenieuren nun Anspruch auf eine Zusatzrente, die ihren Ursprung in der ehemaligen DDR hatte. Diesen Anspruch auf die Intelligenzrente hat inzwischen auch das Bundessozialgericht in sechs Urteilen unterstrichen. Faktisch geht es hier um einen Betrag von 150 Euro monatlich, wenn sich Ingenieure entschließen, die Intelligenzrente beantragen zu wollen.

Der Streit um die Intelligenzrente ging über Jahre

Historischer Hintergrund der Intelligenzrente liegt darin, dass die DDR Fachkräfte an der Abwanderung in den Westen hindern wollte, wenn das Rentenalter erreicht war. Dies wurde mit zahlreichen Zusatzrenten erzielt. Die Intelligenzrente war eine Variante dieser Zusatzrente. Genau bezeichnet wurde die Intelligenzrente als “Altersversorgung der technischen Intelligenz”. Gezahlt wurde diese Intelligenzrente spezifisch für Ingenieure. Die Übertragung dieser Intelligenzrente auf gesamtdeutsche Verhältnisse sorgte über Jahre für ausgiebigen Streit. Das viele Menschen Intelligenzrente beantragen konnten, brachte bei der Deutschen Rentenversicherung die Ablehnung vieler Neuanträge mit sich, um Geld zu sparen. In diesem Zusammenhang wurden auch Beziehern der Intelligenzrente diese Ansprüche nach jahrelangem Bezug wieder gestrichen.

Wer kann Intelligenzrente beantragen? – Die Stichtagsregelung!

Grundsätzlich wurde die Rentenversicherung in den letzten Jahren oftmals bei Streitigkeiten von verschiedenen Landessozialgerichten unterstützt. Der Streitpunkt war hier oftmals der Stichtag, der einen Anspruch auf die Intelligenzrente mit sich brachte. Festgelegt wurde damit in verschiedenen Urteilen der Vergangenheit, dass immer dann ein Anspruch auf die Zahlung der Intelligenzrente besteht, wenn der entsprechende Ingenieur bis zum 30. Juni 1990 in einem produzierenden Volkseigenen Betrieb beschäftigt war, damit rechtliche Ansprüche auf die Zahlung einer Intelligenzrente nach alten DDR-Regeln erworben hat. Die Beitragszahlung wurde bei dieser Gewährung der Intelligenzrente nicht berücksichtigt.

Streitigkeiten zwischen Landesgericht und Bundessozialgericht

Die Landessozialgerichte haben in zahlreichen Urteilen untermauert, dass die Volkseigenen Betriebe zu diesem Stichtag nicht mehr existiert haben. Sie seien in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt worden und existierten damit zum 30. Juni 1990 nur noch als “leere Hülle”. Daher konnten Ingenieure zu diesem Stichtag nach Auffassung der Landessozialgerichte überhaupt nicht mehr in einem Volkseigenen Betrieb beschäftigt sein.


Das Bundessozialgericht hingegen lehnt diese Argumentationsweise ab, da nach deren Auffassung das Arbeitsverhältnis von Ingenieuren erst mit dem Eintrag einer Kapitalgesellschaft in das entsprechende Handelsregister eine Wandlung vom Volkseigenen Betrieb in das entsprechende neue Unternehmen erlangt hat. Dieser Übergang wiederum sei aber erst nach dem bisher angewandten Stichtag der Fall gewesen. Somit haben Richter des Bundessozialgerichtes weit mehr Anträge auf die Intelligenzrente als rechtmäßig betrachtet die Landessozialgerichte.

Anspruch auf Intelligenzrente besteht

Das Bundessozialgericht hat inzwischen eine Bestätigung der Rechtsansprüche für die zusätzliche Rente für in der ehemaligen DDR beschäftigte Ingenieure per Urteil untermauert. Damit haben verschiedene Berufsgruppen aus der ehemaligen DDR Anspruch auf die Intelligenzrente. Dies betrifft unter anderem

  • Ärzte
  • Ingenieure
  • Lehrer
  • Techniker

Die Entscheidung des Bundessozialgerichtes zu dieser Thematik fiel am 15.06.2010. Im Az B5 RS 16/09 R. Hierin wird bestätigt, dass eine Berücksichtigung der DDR-Zusatzversorgung für entsprechende Zeiten innerhalb der Anspruchs- und Anwartschaftszeiten innerhalb der gesetzlichen Rente berücksichtigt werden müssen.

Historische Zusammenfassung der Intelligenzrente

In der DDR war es möglich, mittels freiwilliger Beiträge in eine zusätzliche Rentenversicherung die Rentenansprüche für das eigene Alter zu steigern. Bestimmten Berufsgruppen war es damit möglich, ihre Ansprüche deutlich zu steigern. Diese Möglichkeit der Zusatzversicherung wurde innerhalb bestimmter Berufsgruppen als Intelligenzrente bezeichnet. Der Sinn der Intelligenzrente bestand darin, dass ehemalige Fachkräfte daran gehindert werden sollten, die DDR im Rentenalter zu verlassen und in die Bundesrepublik Deutschland umzusiedeln. Jahrelange Streitigkeiten um den Anspruch der Intelligenzrente, die auf heutige bundesdeutsche Rentensysteme übertragen werden sollten, waren die Folge dieser Intelligenzrente. Im Juni 2010 kam es nun zu einer höchstrichterlichen Entscheidung, dass ehemalige DDR-Bürger generell einen Anspruch auf diese Intelligenzrente haben – unabhängig von Beitragszeiten.

1 Kommentar

  1. Habe den Abschluss Dipl. Ing., habe auch in einem VEB bis 1990, dann GmbH, in der Erzeugnisentwicklung gearbeitet, würde aber erst 2031 in Rente gehen. Erfülle also alle Voraussetzungen für die IR. Bin etwas verwirrt, da oft geschrieben wird, dass man bis spät. 1995 in Rente gegangen sein muss, um berechtigt zu sein. Kann dazu aber keinen Gesetzestext finden… Macht es also Sinn, (jetzt schon) einen Antrag zu stellen?

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