Rente und dann? – Vorbereitung auf den Ruhestand

Rente und dann? Damit weder Langeweile noch Frustration aufkommen, hier unsere Tipps zur Vorbereitung auf den Ruhestand. Mit Nebenjob oder Ehrenamt bleiben Sie am Ball.

Genießen Sie Ihre freie Zeit
Genießen Sie Ihre freie Zeit

Der Ruhestand scheint für Arbeitnehmer ein doppeltes Gesicht zu haben. „Die Rente durchzuhaben“ bedeutet die Befreiung von den jahrzehntelangen Zumutungen eines Arbeitslebens – beginnend mit dem morgendlichen Wecker und der nervtötenden Fahrt zur Arbeit. Auf der anderen Seite macht sich der ungute Verdacht breit, die neugewonnene Freiheit könnte sehr bald zur Belastung werden, weil man Tatsächlich kann die Freude über die frei verfügbare Zeit sehr schnell verfliegen. Statt verlängertem Urlaub beginnt die Phase der Langeweile.

Beruf – Ruhestand: Der Abnabelungsprozess

Erst jetzt werden sich viele Menschen bewusst, wie sehr ihr bisheriges Leben auf den Beruf fixiert war. Die sozialen Kontakte, die Lektüre, die Gespräche, die Interessen waren stets von dem Gedanken bestimmt, im Berufsalltag mithalten zu können, auf dem Laufenden zu bleiben, sich trotz zunehmenden Alters von den Jüngeren nicht abhängen zu lassen. Nun stellt man fest, dass die Kollegen zu Ex-Kollegen geworden sind, dass der Garten perfekt in Schuss gebracht ist und dass die Partnerschaft durch ständiges Zusammensein auch nicht unbedingt besser wird. Angesichts der medizinischen und soziologischen Realitäten sollte der Ruhestand als eine Aufgabe betrachtet werden. Heutige Rentner sind keine verbrauchten Wracks, die sich nur noch auf eine Parkbank in die Sonne setzen können. Und der Ruhestand ist eine Lebensphase, die noch viele Jahre dauern wird.

Voraussetzungen für einen glücklichen Lebensabend

Fragt man Mediziner und Psychologen nach den Voraussetzungen für einen glücklichen Lebensabend, dann werden stets zwei Bedingungen genannt: eine sinnvolle Aufgabe und eine hohe Zahl an sozialen Kontakten. Nur so ist gewährleistet, dass die geistige Beweglichkeit und die körperliche Gesundheit erhalten bleiben. Das Problem ist offensichtlich: Schien bisher die Arbeit das Leben auszufüllen und bewegten sich die Mehrzahl der sozialen Kontakte um diesen Broterwerb, kann nur eine als schmerzlich empfundene Leere folgen.
Die Schlussfolgerung ist ebenso offensichtlich:

Der Ruhestand ist kein Geschenk, sondern eine Herausforderung.

Senioren-Wissen ist gefragt

Für diejenigen, denen der Beruf eine Berufung und nicht nur Gelderwerb war, öffnen sich eine Reihe von Möglichkeiten. Eine Weiterbeschäftigung in Teilzeit oder als „Springer“ für einen erkrankten Kollegen ist in manchen Fällen möglich. Hier muss allerdings bedacht werden, welche Auswirkungen diese Nebentätigkeit auf die Höhe der Rentenzahlung haben wird – was übrigens für jede Nebentätigkeit gilt. Die langjährige Berufserfahrung der Neu-Rentner ist sehr gefragt. Daher gibt es Möglichkeiten, als „Senior-Experte“ seine Kenntnisse im Ausland weiterzugeben. Dabei kann es sich genauso gut um Beratung beim Betrieb einer Bäckerei in Vietnam wie Hilfe in einer Druckerei in Südchina handeln. Der Bedarf ist vorhanden, entsprechende Organisationen, die die Verbindung zwischen Experten und Betrieb herstellen, ebenfalls. Finanziell lukrativ dürfte diese Tätigkeit nicht sein, dafür aber eine positive Herausforderung und eine zutiefst befriedigende, menschliche Erfahrung.


Nebenjob als Autokurier

Weniger anspruchsvoll, dafür manchmal ebenso abenteuerlich sind die vielfältigen Nebenjobs, mit denen Rentner nicht nur ihre Bezüge aufbessern, sondern auch das gefürchtete Einrosten verhindern. Der beliebte Nebenjob als Autokurier sorgt zumindest dafür, dass das Stressniveau nicht unter ein bestimmtes gewünschtes Niveau sinkt. Das Stichwort „Autokurier“ führt über die Assoziation „Bürgerbus“ in einen anderen Bereich. Zur Erklärung: Der Bürgerbus ist ein von manchen, meist ländlichen Kommunen organisiertes Transportangebot. Unabhängig von dem üblichen öffentlichen Personennahverkehr holt ein Kleinbus zu festen Zeiten die Passagiere an der Haustür ab. Möglich ist das nur – dies ist der Punkt – durch ehrenamtliche Mitarbeiter, von denen viele schon im Ruhestand sind.

Ein Ehrenamt bietet nicht nur eine sinnvolle Tätigkeit. Seine gesellschaftliche Bedeutung ist gar nicht zu unterschätzen und wird noch steigen. Es ist sicherlich nicht übertrieben, wenn man die Institution des Ehrenamtes als eine Form gelebter Demokratie definiert. Will man es in bewusster Vereinfachung formulieren: Während „da oben“ der vollmundige Diskurs der politischen Klasse über soziale Probleme stattfindet, wird „da unten“ schon längst gehandelt. Das Spektrum möglicher Ehrenämter ist so breit, dass für jeden Interessierten eine sinnvolle Aufgabe zu finden ist.

Helfer im Sportverein

Sportvereine würden ohne freiwillige Helfer überhaupt nicht funktionieren und die simple Hausaufgabenhilfe für Schüler mit dem inzwischen mediennotorischen „Migrationshintergrund“ dürfte dem Gemeinwesen mehr Nutzen bringen als jeder Leitartikel und jeder Talkshow-Auftritt der „üblichen Verdächtigen“ aus der Politrunde.

Hören Sie sich einfach mal in ihrer Gemeinde um, da findet sich sicher etwas, bei dem Sie mit Rat und Tat zur Seite stehen können.

Ehrenamt bei Wohlfahrtsverbänden

Auch Wohlfahrtsverbände und ähnliche Institutionen freuen sich über jeden freiwilligen Helfer, auch hier ist das Spektrum weit und reicht vom Vorlesen in einem Altenheim bis zum Spaziergang mit einem Hund aus dem Tierasyl. Die Herausforderungen des Berufslebens lassen sich auf andere und angenehmere Weise simulieren.

Angebote der Volkshochschule nutzen

Sprachkurse für Senioren stellen nur einen Teil des Angebotes von Volkshochschulen dar. Es ist müßig, alle Möglichkeiten aufzuzählen. Wichtig erscheint nur, dass das Gefühl, jetzt endlich etwas schon lange Gewünschtes durchführen zu können der Lebensfreude zuträglicher ist als sich darauf zu konzentrieren, den Rasen im Vorgarten gegen Nachbars Hunde oder Kinder zu verteidigen.

Kontakte pflegen

Das „Netzwerken“ ist inzwischen zu einem Modebegriff geworden. Früher sagte man vielleicht dazu „einen Bekanntenkreis pflegen“. Menschliche Kontakte, Freundschaften, Bekanntschaften sind der wichtigste Rohstoff unserer Zeit – Erdöl ist im Vergleich dazu eine Nebensache. Diese Kontakte zu pflegen, sie auszubauen ist die wichtigste Vorbereitung auf den Ruhestand und die beste Möglichkeit, die Zeit als Rentner zu genießen.

2 Kommentare

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    gern möchte ich Sie auf eine Novität vom November 2010 des Dessau-Göppinger Manuela Kinzel Verlagshauses hinweisen:
    „Vorbereitet in den Ruhestand!“
    – Anregungen für die Umsetzung eines alternativen Wohnmodells “ von Norbert Necker aus Deggingen
    Softcover * 138 Seiten * A5-Format * 978-3-937367-48-4 * 12,50 €
    Zum Buch: Wie sieht die Zukunft für mich und meine Generation in unserer Gesellschaft aus?
    Wie gehe ich mit den täglichen technischen Herausforderungen der digitalen Umwelt um?
    Wie kann ich durch Sport und Bewegung altersbedingten Veränderungen vorbeugen?
    Wie und wo werde ich im Alter einmal wohnen?
    Um letztere Frage zu beantworten, wird ganz konkret dargestellt, wie sich die Idee einer Seniorengenossenschaft in der jeweiligen Heimatgemeinde umsetzen lässt. Der Autor beschreibt sehr realistisch, wie es dem Leser gelingen könnte, selbstbestimmt sein Leben in selbstgewählter Umgebung zu gestalten.

    Das sind nur einige der Fragen, die der Autor Norbert Necker in dem vorliegenden Band „Vorbereitet in den Ruhestand!“ mit vielen hilfreichen Ratschlägen und Tipps beantwortet.

    Die humorvolle Darstellung der verschiedenen Problemkreise wird den Leser nicht nur informieren sondern auch amüsieren und unterhalten. Er wird sich in den einzelnen Ausgangssituationen selbst wieder finden und Parallelen zur eigenen Lebensgestaltung entdecken.

    Sollten Sie die Möglichkeit zur Vorstellung haben, würden wir uns sehr freuen.
    Für eventuelle Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.
    Manuela Kinzel Verlag, Herrengarten10, 73037 Göppingen

  2. Eine neue Möglichkeit auch im Ruhestand noch einmal zeitlich begrenzt beruflich aktiv zu werden, bietet auch http://www.sentiso.de. Ich fand das Angebot sehr interessant und es ist ein wenig anspruchsvoller als Kurierfahrer. Grüße Hartmut

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