Zähne knirschen – Wie es entsteht und sich behandeln lässt

Zähne knirschen ist eine unangenehme Angewohnheit, die schlimme Folgen an Zähnen und Kiefer haben kann. Worin die Ursachen liegen und wie Sie das Knirschen ab sofort unter Kontrolle bekommen, lesen Sie hier.

Zähne knirschen - Zahnschmerzen
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Viele kennen das Zähne knirschen nur von kleinen Kindern, dabei können auch Erwachsene davon betroffen sein. In einem Artikel der Gesellschaft für Zahngesundheit, Funktion und Ästhetik heißt es, dass ungefähr ein Drittel der Bevölkerung mit den Zähnen knirscht. Dabei sollen Frauen häufiger davon betroffen sein als Männer. Was viele nichts wissen ist, dass das Zähneknirschen (auch unter Bruxismus bekannt) sowohl nachts als auch tagsüber auftreten kann. Hierbei entsteht laut einem Bericht der Bundeszahnärztekammer ein Druck von bis zu 480 kg/cm² – das ist ungefähr 10 Mal so viel als beim normalen Kaudruck. Dieses Zähneknirschen kann dementsprechend schlimme Folgen für Zähne und Kiefer haben.

» Übrigens: Das Zähneknirschen bei Kindern bis zu sechs Jahren ist in den meisten Fällen nicht schädlich. Häufig liegt es hier nur daran, dass die Milchzähne ungünstig stehen. Häufig verschwindet die Angewohnheit mit dem Erscheinen der bleibenden Zähne.

Was passiert beim Zähne knirschen?

Wer regelmäßig unter Druck die Zähne aufeinander beißt oder reibt, der riskiert langfristige Schäden an der Zahnsubstanz. Obwohl das Zahnschmelz eines der härtesten Substanzen ist, können hier bei Bruxismus starke Schäden wahrgenommen werden. Dazu kommt, dass sich die Zähne verformen – bei leichtem Knirschen sind es meist die Eckzähne, beim schlimmeren Knirschen sind auch die Front- und Backenzähne betroffen. Im schlimmsten Fall kann es sogar passieren, dass befallene Zähne gänzlich ausfallen, weil sie keinen Halt mehr haben.

Es sind aber nicht nur die Schäden am Zahn selbst zu nennen, sondern auch die Schäden an der gesamten Kaumuskulatur und des Kiefergelenks. Kieferschmerzen gehören zu den schlimmsten Schmerzen überhaupt. In einem Artikel von Zahnarzt Dr. Seidel steht zum Beispiel, dass Kieferschmerzen eine große Einschränkung an Lebensqualität bedeuten. Und genau so ist es auch, denn wenn Mahlzeiten nur noch unter Schmerzen eingenommen werden können, wird das Essen einen irgendwann an den Rand des Wahnsinns treiben. Die Phasen der Schmerzattacken bedeuten also nicht nur eine körperliche Belastung, sondern auch eine psychische.


Woher kommt das Zähne knirschen?

Die Ursachen für das Zähneknirschen können unterschiedlich sein. Bei vielen ist Stress in Form von Ängsten und Sorgen der Auslöser. Viele verarbeiten seelische Probleme in der Nacht, die sich dann in Form von Knirschen zeigen. Man könnte auch sagen, dass Betroffene unter dieser Belastung sprichwörtlich die Zähne zusammenbeißen, um sich beispielsweise der Situation zu stellen.

Neben dem Faktor Stress können aber auch Fehlstellungen von verschiedenen Zähnen die Ursache sein oder aber ein falsch sitzender Zahnersatz.

Wie kann man Zähne knirschen vermeiden

Häufig bleibt das Zähneknirschen lange unentdeckt. Erst, wenn man immer häufiger morgens mit Kieferschmerzen aufwacht oder bereits Veränderungen an den Zähnen sichtbar sind, kommt man zu dem Schluss, dass man mit den Zähnen knirscht. Oft ist es aber der Partner, dem relativ zeitig auffällt, dass man nachts den Ober- und den Unterkiefer aufeinander reibt. Wichtig ist dann, dass sie zeitnah einen Zahnarzt aufsuchen, der die Bruxismus diagnostiziert und gleichzeitig die Ursache ausfindig macht. Denn erst dann kann man gezielt gegen die lästige Angewohnheit angehen.

❍ Stress abbauen

Wie oben schon einmal beschrieben, gilt Stress als einer der häufigsten Auslöser für das Zähneknirschen. Sie müssen das Problem also direkt an der Wurzel packen. Finden Sie heraus was Sie belastet und reden Sie darüber. Manchmal muss man einfach mal Dampf ablassen und oft hat sich das Problem damit schon erübrigt.

Sind die Ängste und Sorgen schon weiter voran geschritten, dann sollten Sie nicht länger warten und sich psychologische Hilfe suchen.

❍ Entspannungstechniken ausprobieren

Im Zuge des Stressabbaus können Sie auch verschiedene Entspannungstechniken ausprobieren. Dazu zählen beispielsweise

In einem Artikel vom PAL Ratgeber Verlag ist auch beschrieben, warum Entspannungsübungen so wichtig sind. Zum Beispiel ist ständiger Stress dafür verantwortlich, dass unser Immunsystem geschwächt ist und der Blutruck regelmäßig zu hoch ist. Gerade Bluthochdruck im Alter ist sehr gefährlich und sollte deshalb immer behandelt werden.

❍ Fehlstellungen korrigieren

Nicht immer ist Stress natürlich der Auslöser. Wenn Fehlstellungen von Zähnen, Implantaten, Kronen oder dergleichen die Ursache für das nächtliche Zähne knirschen sind, dann müssen diese unbedingt behandelt werden. In den meisten Fällen werden Sie dazu an einen Kieferorthopäden verwiesen. Ist die Fehlstellung korrigiert, verschwindet das Knirschen meist genauso schnell wie es gekommen ist.

❍ Aufbiss-Schienen zum Schutz der Zähne

Um die Zähne während der Behandlungszeit vor weiteren Schäden zu schützen, empfehlen viele Zahnärzte so genannte Aufbisschienen. Diese werden individuell an Ihren Kiefer angepasst. Solche Aufbissschienen bestehen aus durchsichtigem Kunststoff und sorgen dafür, dass sich die Zahnoberflächen nicht berühren und somit die Wangen- und Kiefermuskulatur entspannen können.

Die Kosten für diese Aufbissschienen tragen die meisten Krankenkassen.

Zähne knirschen am Tag vermeiden

Wer nachts mit den Zähnen knirscht, der bekommt davon meist nicht viel mit. Es gibt aber auch Menschen, die tagsüber die Zähne ständig aufeinander pressen. Achten Sie in Stressmomenten auf sich. Wenn Sie feststellen, dass Ihre Kiefer wieder dicht aufeinander gepresst sind, dann lösen Sie sie erst einmal. Anschließend sollten Sie überlegen wie es zu dieser Situation gekommen ist. Was war der Auslöser? Sie müssen sich bewusst machen in welchen Momenten Sie zum Zähneknirschen neigen und dann können Sie die Angewohnheit auf lange Sicht unter Kontrolle bekommen.

Halten Sie sich folgenden Grundsatz einfach immer wieder vor Augen: Die Kiefer sollten sich nur beim Essen berühren, sonst nicht.

1 Kommentar

  1. Ein sehr passender Artikel, da meine Frau in der Nacht oft mit ihren Zähnen knirscht. Sie versucht schon, wie Sie sagen, Stress abzubauen, aber es hilft nicht. Wir werden wahrscheinlich einen Kieferorthopäden aufsuchen müssen.

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