Zahnersatz – So gewöhnen Sie sich daran und vermeiden Schmerzen

Er drückt, schmerzt und wird als lästiger Fremdkörper empfunden. Sich an Zahnersatz zu gewöhnen fällt schwer, ist aber mit etwas Geduld durchaus machbar.

Zahnersatz - So gewöhnen Sie sich daran und vermeiden SchmerzenEin Leben lang ohne Zahnersatz auskommen, dass ist reines Wunschdenken. Auch wer sich immer strikt ans Zähneputzen hält, alle Zahnarzttermine wahrnimmt und mit zusätzlichen Mitteln wie Mundspülung und Zahnseide vorsorgt, wird irgendwann auf Brücken, Implantate oder Prothesen angewiesen sein.

Denken Sie einmal an Ihre Kindheit zurück und fragen Sie sich, was Sie in dieser Zeit mit Zahnersatz verbinden. Haben Sie dann auch die Bilder von Omas Gebiss im Wasserglas im Kopf? Und war es nicht auch so, dass man Oma und Opa des Öfteren gänzlich ohne Zähne angetroffen hat, weil diese mit dem künstlichen Zahnersatz nicht klar kamen? Heute haben wir zum Glück mehr Optionen als Rausnehmen, wenn Probleme mit dem Zahnersatz auftreten.

Gewöhnungsphase 1 – Akzeptieren Sie die Prothese

Handelt es sich um ein oder zwei Zähne, die im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr zu retten sind, wird der Dentist die lückenhaften Stellen mit Kronen überbrücken können. Dazu sind aber immer gesunde Zähne notwendig, die das Ersatzgerüst halten. Mit steigendem Alter wächst allerdings die Gefahr einer Parodontitis. Durch das Eindringen von Bakterien in die Zahnzwischenräume entzündet sich das Zahnfleisch, der Zahn lockert sich und hat irgendwann gar keinen Halt mehr. Dann kann auch der Zahnarzt nicht mehr viel tun, außer eine passgerechte Prothese anfertigen zu lassen. Die meisten Menschen haben damit verständlicherweise ein Problem. In erster Linie sollten Sie sich daher mit der Tatsache abfinden und vom Zahnarzt genau erklären lassen, was er vorhat und wie der Zahnersatz optisch aussehen wird. Die heutigen Möglichkeiten sind weitaus besser, als sie es noch zu unseren Großelternzeiten waren. Scheuen Sie auch nicht, Bekannte um Rat zu fragen oder wer es lieber anonym mag, kann sich in Foren austauschen und Erfahrungsberichte im Internet lesen.

Gewöhnungsphase 2 – Kosten als Investition sehen

Zahnersatz - Kosten als Investition sehen
Die Ausgaben für Zahnersatz werden fast immer als lästiges Übel angesehen. Ach was könnte ich mir davon alles kaufen, hört man so manchen Patienten jammern. Wenn Sie so denken, haben Sie Ihren Zahnersatz noch nicht akzeptiert. Versuchen Sie den Schalter im Kopf umzulegen. Betrachten Sie die Prothese als etwas, was Ihnen neue Lebensqualität gibt. Genau so, wie Sie sich fühlen, wenn Sie sich ein neues Kleidungsstück zulegen, wird es Ihnen auch mit dem Zahnersatz gehen: Sie fühlen sich attraktiver! Attraktivität hat nun mal Ihren Preis, muss aber kein Vermögen kosten. Die Krankenkasse übernimmt fast immer den Großteil der Rechnung, erst recht dann, wenn Sie ein Bonusheft haben (siehe auch: So funktioniert das Bonusheft). Einen ersten Überblick verschaffen Sie sich, wenn Sie mit dem Zahnersatz-Ratgeber die zu erwartenden Kosten kalkulieren, denn je nach gewähltem Material gibt es erhebliche Unterschiede. Aus Kostengründen den Zahnersatz abzulehnen, wäre allerdings töricht. Bei knappem Geldbeutel bleibt immer noch die Möglichkeit der monatlichen Ratenzahlung.


Gewöhnungsphase 3 – Seien Sie geduldig

Eine Zahnprothese ist und bleibt ein Fremdkörper im Mund, da gibt es gar nichts schön zu reden. Aber auch an einen Fremdkörper kann man sich gewöhnen, vorausgesetzt dieser sitzt passgenau in Ihrer Mundhöhle. Gaumen und Zahnfleisch reagieren ziemlich empfindlich auf Fremdeinwirkung. Geben Sie sich also nicht damit zufrieden, wenn Sie Druckstellen spüren oder gar Schmerzen empfinden. Gehen Sie immer wieder zu Ihrem Zahnarzt. Er und das Dentallabor haben genügend Möglichkeiten, die Prothese einzustellen. Manchmal ist es nicht einmal ein Millimeter, der von der Gaumenplatte abgeschliffen werden muss, dann aber für einen guten Sitz sorgt. Allerdings sollten Sie auch Geduld beweisen. Wenn Sie jeden Tag in die Praxis fahren, wird der Zahnarzt nicht viel ausrichten können. Sie müssen sich an das Tragegefühl gewöhnen, ob Sie wollen oder nicht. Je länger Sie die Prothese im Mund haben, desto besser werden Sie feststellen, wo noch etwas am Tragekomfort verbessert werden kann.


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Gewöhnungsphase 4 – Sprachprobleme sind überwindbar

Egal wie gut der neue Zahnersatz auch sitzt, es wird Ihnen am Anfang komisch vorkommen –  besonders beim Sprechen. Wo vorher noch Platz war, befindet sich nun das Gaumenplättchen oder die Klammer, die einen gesunden Zahn umschließt. Unsere Zunge ist sensibel und Sie werden sich öfter dabei ertappen, wie Sie damit im Mundraum umherfahren. All diese anfänglichen Symptome sind normal und geben sich mit der Zeit. S-Laute werden häufig gezischelt, was aber mehr Ihnen selbst als Ihrer Umwelt auffällt. Hüllen Sie sich jetzt auf keinen Fall in Schweigen, sondern üben Sie so oft es geht. Wer Scham hat, kann das am besten allein und vor dem Spiegel tun. Wie so oft im Leben gilt auch hier: Übung macht den Meister.

Gewöhnungsphase 5 – Essen und Trinken mit Zahnersatz

Essen und Trinken mit Zahnersatz
Die größte Angst bei neuem Zahnersatz besteht darin, dass man meint, damit nicht mehr richtig essen zu können. Tatsächlich ist es so, dass Sie am Anfang mit einigen Unannehmlichkeiten rechnen müssen. Wenn Sie heißes essen oder trinken, seien Sie vorsichtig. Bei einer Prothese am Oberkiefer verdeckt diese einen Teil des Gaumens. Heiße Nahrung wird daher erst im Rachenraum empfunden. Beim Zubeißen brauchen Sie keine Angst zu haben, das Material hält auch einem knackigen Apfel stand. Womit Sie aber  rechnen müssen, sind Essensreste, die sich unter der Prothese absetzen. Insbesondere bei krümeligen oder klein zerhackten Lebensmitteln, wie Nüssen oder Rohkostsalat, kann das immer wieder passieren. Eine gründliche und vor allem regelmäßige Reinigung der Zahnprothese sollte daher ab sofort zu Ihrem Tagesprogramm gehören. Wer unter Druckstellen oder unangenehmen Reizungen im Mundraum leidet, sollte diesen nicht zusätzlich mit scharfer Nahrung strapazieren. Essen Sie daher zum Anfang leicht zu kauende Kost, die wohltemperiert und nicht zu scharf ist.

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3 Kommentare

  1. Meine Prothese oben hält bombenfest unten jedoch muss ich bei jeder Nahrungsaufnahme neu einklebe gehen. Sogar während des Kauvorgangs kommt sie schon runter. Wie kann man so denn noch essen gehen? ich empfinde das als Verlust der Lebensqualität

  2. Als ich die letzten male beim Zahnarzt war wurde mir relativ viele Löcher gebohrt und Füllungen eingesetzt. Mir fehlen schon leider Zähne im Gebiss und vielleicht lasse ich da noch einen Zahnersatz rein machen.

  3. Hallo,
    ich fürchte den Tag, an dem ich eine Prothese nötig habe.
    Geht es dann nicht auch irgendwie ohne dieses Kleben?
    Gibt es Kombinationen aus Gebiss und Implantaten oder Ähnliches?
    LG
    Stef

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