Geld anlegen: Was sich ab 60plus noch lohnt

Wer etwas Geld übrig hat, möchte es gewinnbringend anlegen. Das ist auch im Alter nicht anders. Allerdings ist nicht jede Form der Geldanlage für Senioren geeignet.

Finanzen aufbessern. Was sich ab 60plus noch lohntDass die gesetzliche Rente der kommenden Jahre nicht ausreichen wird um angemessen zu leben, dürfte mittlerweile jedem bekannt sein. Ein Großteil der Deutschen ist sich dessen bewusst und hat reagiert. Private Rentenversicherungen oder Kapitallebensversicherungen sind auf dem Vormarsch, wenn es um die finanzielle Absicherung für’s Alter geht.

Doch wie sieht es mit denen aus, die den Ruhestand bereits erreicht haben? Hier werden andere Prioritäten gesetzt, denn der Aufbau einer adäquaten Altersvorsorge ist nicht mehr nötig. Ab 60 plus wird eher darüber nachgedacht, wie man aus dem Ersparten noch etwas mehr herausholen kann.

Das wissen auch die Finanzberater, für die der „Senior“ ein lukrativer Kunde ist. Geld, welches zum Beispiel aus einer ausbezahlten Lebensversicherung zur Verfügung steht, soll nicht unterm Kopfkissen versauern, sondern gewinnbringend neu angelegt werden.

Auf Nummer Sicher gehen

Bevor Sie sich blindlings auf ein Anlageangebot einlassen, prüfen Sie dieses genau. Entscheidend ist, was Sie wollen und nicht der Finanzberater! Produkte, die eine lange Laufzeit haben sind genau so ungeeignet wie spekulative Aktiengeschäfte. Gerade Kleinanleger sind in den letzten Jahren durch derlei Finanzgeschäfte um ihr weniges Erspartes gebracht worden.


Bevor Sie sich daher für eine Geldanlage entscheiden, prüfen Sie Ihre finanzielle Situation genau. Welches Geld wird kurzfristig benötigt, auf wie viel könnten Sie im schlimmsten Fall verzichten?

Das Problem: die auf dem Markt angebotenen Anlageprodukte werden immer komplexer, sprich unübersichtlicher. Verbraucher der Generation 60+ fallen so leicht auf vermeintlich gute Angebote herein. Aber es gibt durchaus Geldanlageformen für Senioren, bei denen ein Verlustrisiko gar nicht erst vorhanden, bzw. sehr gering ist.

Tagesgeldkonto – Geldanlage ohne Risiko

Bei einer Umfrage gaben 48 Prozent an, dass Sie das Sparbuch immer noch als Geldanlage nutzen. Damit steht diese Geldanlage direkt hinter der Lebensversicherung. Auch die Ersparnisse von Senioren liegen zum größten Teil auf einem Sparbuch, und das trotz stetig sinkender Zinsen.

Die Alternative ist ein Tagesgeldkonto. Das Gute daran: Sie können genau wie bei einem Sparbuch jederzeit auf Ihr Vermögen zugreifen. Die Guthabenzinsen für Tagesgeldkonten sind zwar derzeit auch nicht die Besten, aber immer noch lukrativer als auf einem Sparbuch. Hinzu kommt die Sicherheit der Geldeinlage durch die sogegannte Einlagensicherung.

➩ Definition Einlagensicherung
Sollte das Kreditinstitut bei dem das Geld angelegt wurde, nicht mehr in der Lage sein dieses auszuzahlen, erfolgt die Rückzahlung durch die gesetzlich festgelegte Einlagensicherung. Dieses muss innerhalb einer Frist von 30 Werktagen erfolgen. Abgesichert ist eine Mindestdeckung von 100.000 Euro.

Festgeld – rentabler aber weniger flexibel

Festgeld anlegenEbenfalls durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt, ist Ihr Geld bei einem Festgeldkonto. Aber wie der Name schon sagt, ist sämtliches Vermögen fest angelegt. Über welchen Zeitraum dies geschieht, legen Sie zusammen mit Ihrer Bank fest. Lassen Sie sich hier nicht zu sehr beeinflussen, sondern schätzen Sie selbst ab, wie lange Sie auf das Geld verzichten können. Als kurzfristige Geldanlage ist ein Festgeldkonto daher nicht geeignet.

Zusätzliche Gebühren für die Eröffnung oder Führung einer Festgeldanlage fallen in der Regel nicht an. Allerdings sollten Sie jedes Angebot genau prüfen. Manche Banken knüpfen Bedingungen an das Festgeld, zum Beispiel die Eröffnung eines Girokontos, für das dann monatliche Kosten anfallen.

Sparbrief – beraten lassen und vergleichen

Ebenfalls ohne Risiko, da durch gesetzliche Einlagensicherung gesichert, ist eine Geldanlage in einem Sparbrief. Der Zinssatz wird bei Abschluss festgelegt und ist für die gesamte Anlagedauer gleich bleibend. Um während der vorher festgelegten Laufzeit Geld entnehmen zu können, empfiehlt es sich, eine Staffelung vorzunehmen, bzw. vertraglich festzuhalten. Das bedeutet beispielsweise, dass Sie während einer Gesamtlaufzeit von sechs Jahren, alle zwei Jahre eine Summe XY aus dem „Pott“ entnehmen können.

Ob Festgeld oder Sparbrief, lassen Sie sich in jedem Fall ausreichend beraten und vergleichen Sie diverse Angebote. Auch Verbraucherzentralen bieten Beratungen zu Geldanlagen an und haben den Vorteil, dass Sie bei Abschluss nicht davon profitieren, sprich unabhängig vom jeweiligen Anbieter sind. Je nach zur Verfügung stehenden Summe, können Sie das Geld auch streuen, sprich in verschiedene Anlageformen investieren.


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Immobilie – langfristige Geldanlage

Neben der klassischen Geldeinlage können auch Sachwerte für Senioren interessant sein. Um aus einer Immobilie Rendite zu erwirtschaften muss aber eine größere Summe Eigenkapital zur Verfügung stehen. Viele Senioren nutzen eine Immobilie eher dazu, Angehörige finanziell abzusichern.

Um selbst Kapitaleinnahmen zu erwirtschaften, auf die man nicht lange warten muss, ist eine vermietete Immobilie die beste Möglichkeit. Vergessen Sie dabei aber nicht, dass Sie für das Ganze Drumherum der Hausverwaltung verantwortlich sind. Auch hier entstehen Kosten, die Sie teilweise sofort zur Verfügung haben müssen, ganz zu Schweigen von möglichen Reibereien mit den Mietern. Ob man sich so etwas im Alter noch antun muss, entscheidet wohl jeder selbst.

Riester Rentenversicherung – staatlich geförderte Geldanlage

Sie fragen sich sicher, was jemand, der die 60 bereits überschritten hat, mit einer Riester Rente soll? Haben Sie diese bereits abgeschlossen, sind Ihnen die Vorzüge hinlänglich bekannt. Aber was viele nicht wissen, riestern ist nicht nur etwas für ganz junge Leute. Laut Stiftung Warentest lohnt sich der Einstieg noch bis zum 50. Lebensjahr (hier nachlesen). Wer vorher eher nachlässig mit der Altersvorsorge umgegangen ist, profitiert auch bei späterem Abschluss einer klassischen Riester Rentenversicherung von einer Mindest­rendite von 1,75 Prozent auf das bisher angesparte Geld.

Durch Niedriglöhne, lange Arbeitslosigkeit oder auch krankheitsbedingt wird der rechtzeitige Einstieg in eine rentable Rentenzusatzversicherung häufig verpasst. Geht es einem finanziell wieder besser, sollte zur Verfügung stehendes Geld besser in die eigene Rente investiert werden. Erst wenn dann noch etwas übrig bleibt, kann man über eine Geldanlage nachdenken.

Mehr Infos auf: http://www.sparkasse.de/privatkunden/altersvorsorge/riester-rente.html

1 Kommentar

  1. „Produkte, die eine lange Laufzeit haben sind genau so ungeeignet ..“
    Die Rentenzeit dauert aktuell ca. 20 Jahre, Tendenz steigend. Warum sollte man nicht in langfristige Produkte investieren, solange sie eine ausreichende Flexibilität bieten. Geldanlagen wie die genannten verlieren Jahr für Jahr an Wert – wo bleibt da die Sicherheit für mein Erspartes??

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