Wenn die Kleidung plötzlich locker sitzt und das Gewicht merklich abfällt, wird dies oft als Zeichen des Älterwerdens abgetan. Dabei können die Ursachen ganz unterschiedlich sein. Wichtig ist eine schnelle Behandlung, bevor der Gewichtsverlust gefährliche Ausmaße annimmt.

Gewichtsverlust im Alter - Ursachen und Therapie
Gemeinsames Einkaufen fördert den Appetit | © goodluz / stock.adobe.com

Ein kraftloser Händedruck, schlaff herunterhängende Kleidung und hervorstehende Knochen – eindeutige Indizien, die auf eine Mangelernährung (auch unter Malnutrition bekannt) zurückzuführen sind. Bei älteren Menschen werden diese Merkmale allerdings häufig auf das Alter geschoben. Als sei es das normalste auf der Welt, dass man in der zweiten Lebenshälfte stark an Gewicht verliert.

Richtig ist aber, dass sich der Körper im Alter in seiner Zusammensetzung ändert und damit auch der Bedarf an Energie, Proteinen und Nährstoffen. Der Energiebedarf sinkt, der Wassergehalt und die Muskelmasse im Körper nehmen ab. Der Körper sieht umgangssprachlich „eingefallen“ aus.



Durch den veränderten Stoffwechsel werden einige Nährstoffe sogar deutlich schlechter aufgenommen und verarbeitet, als noch wenige Wochen zuvor. Typische Merkmale im Alter, die nicht außer Acht gelassen werden sollten, aber nicht die einzigen möglichen Ursachen für Mangelernährung sein können.

Mögliche Ursachen für den starken Gewichtsverlust

Die Gründe für Gewichtsverlust im Alter können sehr vielseitig sein, doch meistens hängt die Gewichtsabnahme mit der Ernährung zusammen. Ein Blick auf die möglichen Auslöser kann helfen einen Mangel rechtzeitig zu erkennen.

Als Hauptursachen für starken Gewichtsverlust gelten im Volksmund Bewegungsmangel, Stress und eine einseitige Ernährung. Wer sich kaum bewegt, verbrennt wenig Kalorien und hat ähnlich wie in stressigen Zeiten keinen Appetit. Bei der einseitigen Ernährung über einen längeren Zeitraum, entsteht der Mangel durch die unzureichende Nährstoffversogung.

Der starke Gewichtsverlust kann aber auch auf eine psychische Erkrankung zurückzuführen sein. Bei Demenz und Alzheimer wäre es beispielsweise möglich, dass der Patient die Nahrungsaufnahme einfach mal vergisst. Passiert dies über einen längeren Zeitraum, wird der Körper nicht ausreichend versorgt und der damit einhergehende Mangel ist nicht von der Hand zu weisen.

Sogar körperliche Beschwerden können dahinter stecken, wie fehlende Zähne oder eine unbequeme Zahnprothese. Sitzt diese zu locker, oder verursacht Schmerzen, werden bestimmte Lebensmittel von vornherein vermieden.

Auch Schluckstörungen durch Krankheiten wie Schlaganfall oder Parkinson können eine Ursache für den erhöhten Gewichtsverlust sein.

Allerdings muss nicht immer eine Krankheit als Ursache dahinter stecken. Bei vielen Älteren beginnt die Problematik bereits ganz am Anfang. Eine eingeschränkte Mobilität oder Altersarmut, kommen als Ursache für eine Mangelernährung durchaus in Betracht, da die Betroffenen sich die Lebensmittel erst gar nicht leisten, beschaffen bzw. zubereiten können.



Altersarmut ist ein wichtiger sozialer Faktor, der im Zusammenhang mit dem Gewichtsverlust in Betracht gezogen werden sollte.

Hier noch einmal alle möglichen Ursachen aufgelistet:

  • Depressionen
  • Infektion
  • fehlende Zähne
  • schlecht sitzende Zahnprothese
  • Schluckstörungen
  • psychische Erkrankungen wie Alzheimer und Demenz
  • chronische Erkrankungen wie Durchfall, COPD und Herzinsuffizienz
  • Geruchs- und Geschmacksstörungen
  • Appetitlosigkeit durch Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Einsamkeit
  • eigeschränkte Mobilität
  • Altersarmut

In den meisten Fällen führen sogar mehrere Faktoren zu einer Mangelernährung. Bevor Therapiemaßnahmen diesbezüglich besprochen und eingeleitet werden können, muss die Mangelernährung im besten Fall vom Arzt diagnostiziert werden.

Schnelltest für zu Hause

Wenn Sie befürchten, dass Sie an einer Mangelernährung leiden, gibt es eine einfache Möglichkeit, dies zu überprüfen: den Schnelltest für Zuhause. Dieser Test besteht aus einem kurzen Fragebogen, den Sie ausfüllen müssen. Liegt Ihre erreichte Punktzahl unter dem Normalzustand, kann dies auf eine Mangelernährung hindeuten.

Nutzen Sie den Schnelltest für Zuhause als ersten Schritt zur Überprüfung Ihres Gesundheitszustands, um schwerwiegende gesundheitliche Folgen zu vermeiden. Wenn Sie besorgt sind, suchen Sie unbedingt auch einen Arzt auf, um eine umfassende Diagnostik und Behandlung zu erhalten.

Therapiemaßnahmen für eine gesteigerte Lebensqualität

Sind die genauen Ursachen gefunden, kann dem Gewichtsverlust mit einer gezielten Therapie entgegengewirkt werden. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Energie- und Nährstoffzufuhr langsam gesteigert wird. Leider kann bereits verlorenes Gewicht selten zurückerlangt werden, Ziel sollte daher sein, einen weiteren Gewichtsverlust zu vermeiden, um die Lebensqualität des Betroffenen zu erhöhen.

Hier einige Tipps für Betroffene und deren Angehörige:

Tipp 1: Mehrere kleine Mahlzeiten täglich

Der Appetit lässt nach und es passt schon lange nicht mehr so viel Essen in den Magen, wie in jungen Jahren – das ist im Alter normal. Statt einer etwas größeren Portion am Tag sollten Betroffene lieber mehrere kleine Mahlzeiten zu sich nehmen.

Empfehlenswert sind drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten.

Diese sollten appetitlich angerichtet werden, damit Spaß und Freude beim Verzehr nicht zu kurz kommen. Nicht umsonst heißt es schließlich immer „Das Auge isst mit„.

Tipp 2: Essen nach Wunsch

Nicht nur die Optik ist entscheidend, sondern auch der Geschmack. Wie jedes kleine Kind hat auch ein Erwachsener bestimmte Lieblingsgerichte. Diese sollten bei der Essensplanung eine besondere Rolle spielen. Ist das Essen der Lieblingsspeise aber beispielsweise mit fehlenden Zähnen kaum möglich, so kann es auch püriert werden. Mit ein bisschen Lebensmittel-Deko auf dem Teller kann auch der pürierte Brei appetitlich aussehen.

Tipp 3: Gemeinsames Einkaufen, Kochen & Essen

Die Mahlzeiten schmecken doch viel besser, wenn man sie nicht allein zu sich nehmen muss. Natürlich ist dies nicht immer möglich, doch einmal am Tag ist empfehlenswert.

Führen Sie Traditionen ein! Ob mit der Familie, Freunden oder Nachbarn, lässt es sich doch ganz gut zusammen sitzen. Viele Betroffene sind allein und wünschen sich etwas Gesellschaft. Man kann sich, zur gemeinsamen Essensplanung, dem Einkauf und auch zum Zubereiten der Mahlzeiten treffen, oder sich einfach abwechseln. Danach lässt man sich das Essen dann zusammen richtig schmecken. So ist auch für genug Abwechslung auf dem Tisch gesorgt.

Und bloß nicht hetzen, räumen Sie sich oder den Betroffenen so viel Zeit wie nötig ein.

Tipp 4: Zusatznahrung erhöht die Kalorienzufuhr

Manchmal ist es allerdings unumgänglich, der Kalorienzufuhr ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Dafür müssen Sie keine Präparate einnehmen, eine Trinknahrung gilt als erste Maßnahme gegen Mangelernährung. Von Nestle gibt es spezielle Trinknahrung mit erhöhten Nähr- und Ballaststoffen. Die Trinknahrung ist hochkalorisch und kann daher den Kalorienhaushalt ausgeglichen, wenn es mit der festen Ernährung nicht klappen sollte. Diese spezielle Nahrung basiert auf hochwertigem Milcheiweiß und löslichen Ballaststoffen.

Tipp 5: Mehr Appetit durch Bewegung

Bewegung fördert nicht nur das allgemeine Wohlbefinden, es ist auch dafür zuständig, den Appetit anzuregen. Wer regelmäßig vor den Mahlzeiten an der frischen Luft unterwegs ist und sich bewegt, der hat mehr Appetit als jemand, der nur auf der Couch sitzt und in den Fernseher schaut. Außerdem können Sie so gezielt dem Muskelabbau entgegenwirken.

Tipp 6: Künstliche Ernährung bei Akutfällen

In akuten Situationen, wenn eine Person nicht in der Lage ist, selbstständig zu essen oder zu schlucken, lässt es sich manchmal nicht vermeiden, eine künstliche Ernährung einzuleiten. Diese kann durch eine intravenöse Injektion oder durch eine Sonde verabreicht werden. Hiermit muss der Betroffene allerdings einverstanden sein. Nach der ärztlichen Versorgung können Patienten, zum Beispiel nach einem Schlaganfall, auch zu Hause weiter betreut werden. Doch dann fragt man sich natürlich, welche Sondennahrung ist unbedenklich.

Welche Sondennahrung eignet sich für den Heimgebrauch?

Hier hat HIPP das richtige Produkt für Sie.  Die spezielle Sondennahrung von HIPP gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Diese basieren auf natürlichen Lebensmitteln und können als alleinige oder ergänzende Ernährung verwendet werden. Ob als Fruchtsaft oder als vollständiges Gericht – es gibt für jeden Geschmack die passende Lösung. Vergessen Sie trotzdem nicht, immer vorher mit Ihrem Arzt zu besprechen, welche Sondennahrung sich für Ihren persönlichen Fall am besten eignet.

Lesetipp: Studienbericht zur HIPP Sondennahrung

Dagmar führt das Projekt Aktive-Rentner.de bereits seit 2009. Sie berichtet dabei täglich über Neues und Wissenswertes für Rentner und Senioren. Auch auf Twitter und Facebook

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