Gewichtsverlust im Alter: Daran kann es liegen und das sollten Sie jetzt tun

Wenn die Kleidung plötzlich immer lockerer sitzt und das Gewicht merklich abfällt, wird dies oft als Zeichen des Älterwerdens abgetan. Dabei können die Ursachen unterschiedlich sein. Wichtig ist eine schnelle Behandlung, bevor der Gewichtsverlust gefährliche Ausmaße annimmt.

Gewichtsverlust im Alter - Daran kann es liegen und das sollten Sie jetzt tun
Gemeinsame Vorbereitungen fördern den Appetit
Ein kraftloser Händedruck, schlaff herunter hängende Kleidung und hervorstehende Knochen – eindeutige Indizien, die auf eine Mangelernährung (auch unter Malnutrition bekannt) zurückzuführen sind. Bei älteren Menschen allerdings wird es häufig auf das Alter geschoben. Als sei es das normalste auf der Welt, dass man dann stark an Gewicht verliert.

Richtig ist, dass sich der Körper im Alter in seiner Zusammensetzung verändert. Das bedeutet, dass nicht nur der Energiebedarf sinkt, sondern auch der Wassergehalt und die Muskelmasse im Körper abnimmt. Der Körper sieht also „eingefallener“ aus. Außerdem verändert sich auch der Stoffwechsel, wobei einige Nährstoffe deutlich schlechter aufgenommen und verarbeitet werden können, als noch wenige Wochen zuvor. Das sind typische Merkmale im Alter, die nicht außer Acht gelassen werden sollten. Sie sind aber nicht die einzige mögliche Ursache, die für die Mangelernährung ausschlaggebend sein können.

Mögliche Ursachen für den starken Gewichtsverlust

Einen Gewichtsverlust anzustreben, ist eine Sache, wenn dieser aber ungewollt und drastisch auftritt, so liegen die Ursachen meist woanders. Bei älteren Menschen kann ein Gewichtsverlust auch auf psychische Erkrankungen zurückzuführen sein. Bei Demenz und Alzheimer kann es beispielsweise passieren, dass der Patient die Nahrungsaufnahme vergisst. Durch körperliche Zustände wie fehlende Zähne oder eine schlecht sitzende Zahnprothese kann das Essen ebenfalls gemieden werden. Auch Schluckstörungen durch Krankheiten wie Schlaganfall oder Parkinson ausgelöst, können eine Ursache für den erhöhten Gewichtsverlust sein.

Nicht immer muss eine Krankheit als Ursache dahinter stecken. Bei vielen Älteren liegt eine Mangelernährung vor, weil sie sich die Lebensmittel durch eine eingeschränkte Mobilität nicht beschaffen bzw. zubereiten können. Auch Altersarmut ist ein wichtiger Punkt, der in diesem Zusammenhang nicht außer Acht gelassen werden sollte.


Hier noch einmal alle möglichen Ursachen aufgelistet:

  • Depressionen
  • fehlende Zähne
  • schlecht sitzende Zahnprothese
  • Schluckstörungen
  • psychische Erkrankungen wie Alzheimer und Demenz
  • chronische Erkrankungen wie Durchfall, COPD und Herzinsuffizienz
  • Geruchs- und Geschmacksstörungen
  • Appetitlosigkeit durch Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Einsamkeit

In den meisten Fällen führt nicht nur eine Ursache zu einer Mangelernährung. Meistens spielen mehrere Faktoren zusammen. Bevor Therapiemaßnahmen diesbezüglich besprochen und eingeleitet werden können, muss die Mangelernährung im besten Fall vom Arzt diagnostiziert werden. Es gibt aber auch den Schnelltest für Zuhause. Dabei muss ein kurzer Fragebogen ausgefüllt werden. Liegt die zu erreichende Punktzahl weiter unter dem Normalzustand kann man von einer Mangelernährung ausgehen.

Therapiemaßnahmen für eine gesteigerte Lebensqualität

Sind die genauen Ursachen gefunden, kann dem Gewichtsverlust mit einer gezielten Therapie entgegengewirkt werden. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Energie- und Nährstoffzufuhr langsam gesteigert wird. Leider kann bereits verlorenes Gewicht selten zurück erlangt werden, Ziel sollte es daher sein, einen weiteren Gewichtsverlust zu vermeiden und die Lebensqualität des Betroffenen zu erhöhen. Hier einige Tipps für Betroffene und deren Angehörige:

➜ Tipp 1: Mehrere kleine Mahlzeiten täglich

Der Appetit lässt nach und es passt schon lange nicht mehr so viel Essen in den Magen, wie in jungen Jahren – Das ist im Alter normal. Statt einer etwas größeren Portion am Tag, sollten Betroffene lieber mehrere kleine Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen. Empfehlenswert sind hierbei drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten. Diese sollten appetitlich angerichtet werden, damit Spaß und Freude beim Verzehr nicht zu kurz kommen. Nicht umsonst heißt es schließlich immer „Das Auge isst mit“.

➜ Tipp 2: Essen nach Wunsch

Nicht nur die Optik ist entscheidend, sondern auch der Geschmack. Wie jedes kleine Kind hat auch ein Erwachsener bestimmte Lieblingsgerichte. Diese sollten bei der Essensplanung eine besondere Rolle spielen. Ist das Essen der Lieblingsspeise aber beispielsweise mit fehlenden Zähnen kaum möglich, so kann es auch püriert werden. Mit ein bisschen Lebensmittel-Deko auf dem Teller kann auch der pürierte Brei appetitlich aussehen.

➜ Tipp 3: Gemeinsames Einkaufen, Kochen & Essen

Die Mahlzeiten schmecken doch viel besser, wenn man sie nicht allein zu sich nehmen muss. Natürlich ist dies nicht immer möglich, sollte aber mindestens einmal am Tag so durchgeführt werden.

Man könnte es als eine Art Tradition werden lassen, dass man sich mit dem Betroffenen zusammensetzt, einen Essensplan erarbeitet, danach gemeinsam einkaufen geht, das Essen zubereitet und sich anschließend die Mahlzeit gemeinsam schmecken lässt. Den Betroffenen sollte man beim Essen aber nicht hetzen, sondern so viel Zeit wie nötig einräumen.

➜ Tipp 4: Zusatznahrung erhöht die Kalorienzufuhr

Manchmal ist es unumgänglich der Kalorienzufuhr ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Dafür müssen Sie keine Präparate einnehmen. Dies geht viel einfacher. Von HiPP gibt es spezielle Trinknahrung mit erhöhten Nähr- und Ballaststoffen, womit der Kalorienhaushalt ausgeglichen werden kann, sollte es mit der festen Ernährung nicht klappen. Diese basiert auf natürlichen Lebensmitteln und ist richtiges Essen in fein passierter Form.

➜ Tipp 5: Mehr Appetit durch Bewegung

Bewegung fördert nicht nur das allgemeine Wohlbefinden, es ist auch dafür zuständig den Appetit anzuregen. Wer regelmäßig vor den Mahlzeiten an der frischen Luft unterwegs ist und sich bewegt, der hat mehr Appetit als jemand, der nur auf der Couch sitzt und in den Fernseher schaut. Außerdem können Sie so gezielt dem Muskelabbau entgegenwirken.

➜ Tipp 6: Künstliche Ernährung bei Akutfällen

In Akutfällen, wenn der Betroffene nicht allein essen oder schlucken kann, lässt es sich manchmal nicht vermeiden, eine künstliche Ernährung einzuleiten. Diese kann intravenös oder per Sonde durchgeführt werden. Hiermit muss der Betroffene allerdings einverstanden sein. HiPP hat auch hierfür das richtige Produkt, denn neben der oben genannten Trinknahrung, gibt es mittlerweile auch eine spezielle Sondennahrung in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Diese beruht ebenfalls auf der Basis natürlicher Lebensmittel und kann zur ausschließlichen oder ergänzenden Ernährung genutzt werden. Ob als Fruchtsaft oder fertiges Gericht – es lässt sich garantiert für jeden Geschmack etwas finden.

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