Lähmung nach Schlaganfall – Was tun?

Ein Schlaganfall kann Jeden treffen. Doch was tun, wenn eine Lähmung nach dem Schlaganfall eintritt. Kleine Hilfestellungen und Tipps in diesem Artikel.

Lähmung nach Schlaganfall - Was tun?
Lähmung nach Schlaganfall - Was tun?

Nach einem Schlaganfall kann es zu Lähmungen, Seh- und Sprachstörungen, Ausfallerscheinungen beim Gedächtnis und Konzentrationsschwächen kommen, je nachdem welche Hirnpartie betroffen ist. Alle Rehabilitationsmaßnahmen sind mühsam und langwierig. Deshalb gilt: Je früher diese Übungen beginnen und je konsequenter sie durchgeführt werden, desto größer sind die Erfolgschancen auf eine vollständige Rehabilitation. Es lohnt sich also für den Patient und auch für seine Angehörigen durchzuhalten.

Logopädische Übungen gegen die Lähmung

Bei Lähmung nach einem Schlaganfall, die meist nur eine Körperhälfte betrifft, müssen physiotherapeutische Maßnahmen so früh wie möglich einsetzen. Ist das Sprachzentrum betroffen, sind zunächst Logopäden gefordert, um mit gezielten Sprech- und Leseübungen die Artikulationsmöglichkeiten des Patienten kontinuierlich zu verbessern. Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen erfordern die Betreuung durch einen professinellen Neuropsychologen.

Krankengymnastik – Schritt für Schritt

Bei Lähmung nach einem Schlaganfall erschlafft zunächst die Muskulatur, dann nimmt der Tonus, die Muskelspannung, wieder zu, der Muskel verkrampft sich, und es können Spasmen auftreten. Hier muss Krankengymnastik gezielt angesetzt werden, damit sich der Patient im wahrsten Sinne Schritt für Schritt wieder ins Leben zurücktastet. Erste Übungen beginnen bereits im Krankenhaus, müssen in der Rehaklinik intensiviert werden und sollten unbedingt auch zuhause weitergeführt werden. Dazu macht eine Krankengymnastin regelmäßige Hausbesuche, um alle Bewegungsabläufe einzuüben.

Angehörige können dabei von Anfang an wertvolle Unterstützung leisten, indem sie mit dem Patient geduldig, aber konsequent täglich weiter üben. Gleichzeitig sind aber auch alle allgemeinen Pflegemaßnahmen wie Waschen, Anziehen und Füttern erforderlich. Dazu hilft zunächst eine gelernte Pflegekraft. Diese Aufgaben übernimmt in der Regel später ein Angehöriger. Je nach Schwere des Schlaganfalls und des erforderlichen Pflegeaufwandes, wird der Patient in Pflegestufe 2 oder sogar in Pflegestufe 3 eingestuft, sodass eine finanzielle Unterstützung durch die gesetzliche Pflegeversicherung in Anspruch genommen werden kann.

Häusliche Pflegemaßnahmen

Zunächst muss der Patient richtig gelagert werden, um die Spastik der Muskulatur auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Dann wird das Umlagern und Aufsetzen im Bett geübt. Im nächsten Schritt lernt der Patient wieder das kontrollierte Sitzen. Gleichzeitig wird der Gleichgewichtssinn geschult. Dabei stellt sich dann auch wieder ein Körpergefühl ein. Dazu wird das Aufstehen und Hinsetzen geübt und das Gehen ohne Stock. Schließlich werden normale Bewegungsabläufe beim Laufen, Treppensteigen, Bücken oder Greifen trainiert. Auch die Feinmotorik muss ganz neu erlernt werden.

Mitarbeit des Patienten gefordert

Rehabilitationsmaßnahmen bei Lähmung nach einem Schlaganfall erfordern die aktive Mitarbeit des Patienten, aber auch die volle Unterstützung durch die Angehörigen. Vieles muss ganz neu erlernt werden, was vor dem Schlaganfall selbstverständlich war. Früher reflexartig und unbewusst ausgeführte Bewegungen müssen erst wieder ins Bewusstsein gerufen und mühsam antrainiert werden. Erste kleine Erfolge stellen sich oft erst spät ein und es kann immer Rückschläge geben. Da sind die Angehörigen gefordert, mit dem Patienten durchzuhalten, mit ihm alle Höhen und Tiefen durchzustehen und ihn bei den täglichen Übungen zu unterstützen. Nur sie können ihm wieder Mut machen und neue Lebensfreude vermitteln – die wichtigste Voraussetzung für eine vollständige Rehabilitation.

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