Änderungen 2021 – Soli-Beitrag geht, Grundrente kommt

Wichtige Änderungen 2021 sind die Einführung der Grundrente und der elektronischen Patientenakte, der Wegfall des Soli-Beitrages sowie weitere Steuerentlastungen.

Änderungen 2021
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Das Jahr 2020 hat uns einiges abverlangt. Es gibt kaum jemanden, der die Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht zu spüren bekommen hat. Viele Unternehmen mussten ihre Türen schließen, Eltern standen plötzlich vor der Herausforderung ihre Kinder im Homescooling zu unterrichten, Pflegebedürftige wurden abgeschirmt und vielen älteren Menschen drohte die Einsamkeit. Bleibt für uns alle zu hoffen, dass das Neue Jahr wieder Normalität in unseren Alltag bringt.

Wie in jedem Jahr, so gibt es auch 2021 wieder verschiedene Änderungen und Neuerungen, die teilweise direkt zum 01. Januar in Kraft treten, oder im Laufe des Jahres eingeführt werden.

❶ Änderungen 2021 bei der Rente

Auf Rentenbezieher kommen 2021 einige Neuerungen hinzu. Einerseits wird die Grundrente in Deutschland eingeführt, aber auch bei der gesetzlichen Rente und der Betriebsrente ändert sich einiges.


➔ Grundrente für Geringverdiener tritt in Kraft

Die Grundrente soll Rentenbezieher entlasten, die nur eine geringe gesetzliche Rente erhalten. Letztere wird weiter gezahlt und durch einen individuellen Betrag aufgestockt. Voraussetzung für die Grundrente ist, dass der Rentenbezieher mindestens 33 Jahre gearbeitet und somit auch in die Rentenkasse eingezahlt hat. Der „Rentenbonus“ staffelt sich je nach Einzahlungsdauer. Bei 33 und 34 Arbeitsjahren ist er begrenzt, ab 35 Arbeitsjahren wird er in voller Höhe ausgezahlt. Die Höhe der Rentenaufstockung richtet sich nach dem Einkommen:

  • bei Alleinstehenden darf das monatliche Einkommen nicht höher sein als 1250,- Euro
  • bei Paaren darf das monatliche Einkommen nicht höher sein als 1950,- Euro

Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, werden Teilzuschüsse gezahlt. Für Alleinstehende bei einem Einkommen von bis zu 1600,- Euro, für Verheiratete bei einem Einkommen von bis zu 2300,- Euro. Die Höhe der Grundrente ist abhängig von den jeweiligen Entgeltpunkten des Rentenkontos und wird zwischen 75 und 400 Euro liegen.

Auch wenn die Grundrente bereits zum Jahresbeginn in Kraft tritt, wird es die ersten Auszahlungen frühestens ab Juli geben – dann aber rückwirkend.

» Die Grundrente muss nicht beantragt werden, sie wird automatisch gezahlt.

➔ Gesetzliche Rente
– Beitragsbemessungsgrenzen werden angehoben –

Gutverdiener müssen nur bis zu einem bestimmten Bruttoeinkommen Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Für den Teil des Bruttogehalts, der darüber hinausgeht, muss kein Beitrag gezahlt werden. Allerdings wird für diesen Teil des Einkommens später auch keine gesetzliche Rente gezahlt.

Die Bemessungsgrenzen 2021 werden wie folgt angehoben:

Osten Deutschlands
Bruttolohn 6700,- Euro monatlich
Westen Deutschlands
Bruttolohn 7100,- Euro monatlich

❷ Soli-Beitrag fällt weg

Änderungen 2021 Soli-Beitrag
Der Soli-Beitrag fällt 2021 für die meisten Menschen weg | © Stockfotos-MG / stock.adobe.com
Wer noch im Berufsleben steht, kann sich freuen, denn der viel diskutierte Solidaritätszuschlag wird 2021 Geschichte – zumindest für einen Großteil der Bundesbürger. Wer bis zu 1.944 Euro brutto monatlich verdient, braucht keinen Soli-Beitrag mehr zu zahlen – 2020 lag die Grenze bei 972 Euro.

❸ Weniger Steuern für Menschen mit Behinderung

Menschen mit Behinderung sollten bei der Steuererklärung 2021 aufpassen. Hier können höhere Pauschbeträge geltend gemacht werden.

Beispiele:

Grad der Behinderung
40
60
80
100
Pauschbetrag in EUR
860,00
1140,00
2120,00
2840,00

Menschen mit Behinderungen können bei der Steuererklärung ab 2021 höhere Pauschbeträge geltend machen. Durch diese Pauschalen kann man es sich in vielen Fällen sparen, etwa Fahrtkosten aufwendig einzeln nachzuweisen. Konkret gilt etwa bei einem Grad der Behinderung von 50 künftig eine Pauschale von 1140 Euro, bei einem Grad von 100 sind es 2840 Euro.

❹ Hartz IV Regelsätze steigen

Hartz IV 2021
Hartz IV Regelsätze steigen 2021 | © Syda Productions / stock.adobe.com
Wer Hartz-IV bezieht bekommt ab Januar mehr Geld. Das sind die neuen Regelsätze:

  • Erwachsene alleinstehend – 446,- Euro pro Monat (14 Euro mehr als 2020)
  • Paare – 401,- Euro pro Monat (12 Euro mehr als 2020)
  • Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahre – 373,- Euro pro Monat (45 Euro mehr als 2020)
  • Kinder zwischen 6 und 13 Jahre – 309,- Euro pro Monat (1 Euro mehr als 2020)
  • Kinder bis 5 Jahre – 283,- Euro pro Monat (33 Euro mehr als 2020)

❺ Mindestlohn steigt 2021

Ab dem 01.01.2021 wird der Mindestlohn von 9,35 Euro auf 9,50 Euro brutto pro Stunde angehoben. Im Juli wird es eine weitere Erhöhung geben. Ab der zweiten Jahreshälfte gilt dann ein Mindestlohn von 9,60 Euro pro Stunde.

❻ Was noch auf Verbraucher zukommt

  • Die Mehrwertsteuer steigt wieder von 16 auf 19 Prozent, beim ermäßigten Satz von 5 auf 7 Prozent.
  • Personalausweis wird teurer: Wer über 24 Jahre alt ist und ein neues Dokument braucht, muss künftig 37,00 Euro statt 28,80 Euro zahlen.
  • Wer eine Immobilie kauft, muss künftig nur noch die Hälfte der Maklerkosten zahlen, die andere Hälfte übernimmt der Verkäufer.
  • Die elektronische Patientenakte (ePA) wird schrittweise eingeführt. Hierin werden Befunde, Arztbriefe etc. gespeichert. Patienten können die ePA nutzen, müssen es aber nicht.
  • Einwegprodukte aus Plastik, wie Wattestäbchen, Besteck, Teller, Trinkhalme, Rührstäbchen oder To-Go-Getränkebecher, sind ab Juli 2021 verboten.
  • Wer ein neues Auto mit hohem Spritverbrauch kauft, zahlt mehr Kfz-Steuer. Bereits zugelassen Autos sind von dieser Regelung nicht betroffen.
  • Erdgas wird um 0,6 Cent pro Kilowattstunde teurer.
  • Einkäufe im Internet, die mit Kreditkarte bezahlt werden, müssen künftig mit einer zusätzlichen TAN abgesichert werden.
  • Neue 20-Euro Scheine werden mit einem Speziallack beschichtet, der die die Haltbarkeit erhöhen soll.
  • Die „Grüne Versicherungskarte“ wird weiß und kann zukünftig selbst ausgedruckt werden.
  • Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen werden ab 2021 direkt vom Arzt an die Krankenkasse übermittelt (auf elektronischem Wege).

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