Worauf Rentner beim Autokauf achten

Die Kriterien die Rentner beim Autokauf ansetzen, haben weniger mit der Optik zu tun. Sicherheit und Fahrassistenz ist Senioren wesentlich wichtiger.

Worauf Rentner beim Autokauf achtenSenioren brauchen andere Autos als junge Fahrerinnen und Fahrer. Doch welche Autos genau wünscht die Generation 50+, 60+ und 70+? Diese Frage wird von den Herstellern nicht laut diskutiert. Aus Imagegründen soll es nämlich kein offizielles Rentnerauto geben. Ein Automodell, speziell für Rentner, scheint den Verkauf nicht zu fördern. Marketingexperten befürchten einen Senioren-Touch für die ganze Marke.

Was sich Rentner von einem Auto wünschen

Im Idealfall gibt es ein Auto, was sich fast von allein bewegt. Der Komfort wird beim Autokauf großgeschrieben. Wobei es den Rentnern nicht zwingend um technisches Knowhow geht. Je nach Alter oder körperlicher Beeinträchtigung achten Rentner beim Autokauf auf:

  • Sichtverhältnisse
    keine getönten Scheiben, Blendschutz, komfortable Spiegel mit Vergrößerung, kein Scheibendisplay, Kurvenlicht
  • Ergonomie
    hohe Sitzposition, tiefer bequemer Einstieg, niedrige Ladefläche
  • Fahrassistenz
    vollautomatische Systeme mit Sprachsteuerung und Ansage, Einparkhilfe, Bremsassistenz, Navigation mit großem Display, Spurwechselassistent, Abstandswarner

Diese Fahrzeuge gibt es natürlich, manchmal entstehen zufällig wirklich seniorengerechte Modelle. Sie werden von den Herstellern aber nicht als solche beworben, weil die jungen Marketing-Chefs die Befürchtung haben, dass ein aktiv kommuniziertes „Rentnerfahrzeug“ ihre Marke auf Jahrzehnte in die Richtung „das sind doch die mit den Autos für Ältere“ schieben würde. Nicht, dass junge Marketing-Experten etwas gegen ältere Menschen haben, schon gar nicht als Käufer. Doch Ältere kaufen anders, sie fahren ihre Autos eventuell etwas länger. Vor allem lassen sie sich nicht mit den platten Marketingstrategien um den Finger wickeln, mit denen junge Leute zu begeistern sind. Dennoch wird in den strategischen Abteilungen der Konzerne darüber nachgedacht, denn die Zielgruppe Rentner ist nicht zu unterschätzen.

Autokauf: Welche Modelle sind seniorengerecht?

Auf einem größer werdenden Markt für Seniorinnen und Senioren haben sich längst einige Modelle mit bequemem Einstieg und guter Übersicht etabliert.

Mercedes und Golf
Die Mercedes A-Klasse bietet so ein Beispiel, sie lässt sich auch mit nachlassender Beweglichkeit noch gut fahren. Auch der Golf Plus scheint für reifere Käufer konzipiert worden zu sein.

Vans
Erst recht erfüllen Familienvans wie der Touran die Anforderungen von älteren Menschen hervorragend. In der Werbung tauchen dennoch Familien und junge, dynamische Fahrer auf. Das reine Seniorenfahrzeug scheint es praktisch nicht zu geben.

SUVs
Die Hersteller erfüllen daher mehr oder weniger stillschweigend die entsprechenden Bedürfnisse nach höherer Sitzposition, die sich vor allem in den SUVs findet. Diese dürfen freilich klein ausfallen, protzen müssen Senioren nicht mehr. Beispiele der vergangenen Jahre wären etwa der VW Tiguan, der Ford Kuga, der Suzuki SX4 oder der Toyota RAV4. Kompakt-Vans reihen sich ein, darunter die B-Klasse von Mercedes, der Ford C-Max, der Toyota Corolla Verso und der Opel Zafira. Bei den kleineren Fahrzeugen erfüllen der Opel Meriva, der Audi A2, der Ford Fusion und der Nissan Note die Anforderungen.

Fakt ist, die Autokäufer ab 60 und 70 gibt es und sie verfügen über mehr Kaufkraft als die junge Leute. Besonders auf dem Land lebende Rentner brauchen ein Auto um ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

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Fahrassistenzsysteme: Immer mehr im Fokus beim Autokauf

Die Fahrassistenzsysteme werden ab der Mittelklasse immer ausgefeilter. Sie erleichtern das Führen eines Kraftfahrzeugs, zudem sorgen sie für deutlich mehr Sicherheit.

  • Gegen das Verrenken des Halses beim Einparken helfen Sensoren und Kamerasysteme.
  • Spurhalte- und Totwinkelassistenten, Automatik, ESP, Navigation und Fußgänger-Erkennung gelten als Key-Features. Hier sollten sich für Senioren vollautomatische Systeme durchsetzen. Umständliches Navigieren durchs Menü des Bordcomputers lenkt eher ab und könnte daher sogar gefährlich werden.
  • Eine Klimaanlage, beheizte Sitze und natürlich elektrische Fensterheber müssen vielleicht gar nicht extra erwähnt werden. Diese Zugaben schätzen auch jüngere Fahrerinnen und Fahrer.
  • Scheiben, die sich automatisch bei Sonneneinstrahlung verdunkeln, sind sicher nützlich bei Gegenlicht. Sie können aber auch die Sicht vermindern, und das ist für ältere Menschen nicht hilfreich.

Durchsetzen werden sich Technologien die die Fahraufgabe unterstützen. Also ABS, Bremsassistent, Sensoren zur Feststellung des Reifenschlupfes und die automatische Abstandsregelung. Beim Einsatz von Telematik hingegen, sollten die Hersteller hinsichtlich Zielgruppe Senioren behutsam vorgehen. Verkehrsinfos per RDS/TMC sind ausgefeilt und nützlich, erfordern aber eine hohe Konzentration. Der Senior hat es am liebsten, wenn ihm sein Navi alles ansagt, inklusive Staus und Umfahrungsvarianten. So weit ist die Fahrassistenz aber leider noch nicht.

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