Altersgerecht bauen: 6 Tipps für’s neue Eigenheim

Immer mehr Senioren entscheiden sich im Alter für ein Eigenheim. Ob Fertighaus oder Massivhaus entscheidet jeder selbst. Wichtig ist, dass an die altersgerechten Aspekte gedacht werden.

Altersgerecht bauen: 6 Tipps für's neue Eigenheim
© Robert Kneschke – Fotolia.com

Im Alter noch einmal anfangen zu bauen? Warum denn nicht? Laut einer Statistik vom Statistischen Bundesamt lebt fast jeder zweite Seniorenhaushalt in den eigenen vier Wänden. Dabei wohnen diese längst nicht schon immer im eigenen Heim. Viele der Generation 50 Plus entscheiden sich erst später ein Eigenheim zu bauen und die Vorteile zu nutzen. Es gibt aber auch diejenigen, die schon jahrelang in einem eigenen Haus wohnen, das aber nach Auszug der Kinder, etc. einfach zu groß geworden ist. Oft wird dann ein kleineres Domizil gesucht, um sich zur Ruhe zu setzen. Wichtig ist, dass es altersgerecht gebaut ist, dass man solange wie möglich in diesen vier Wänden wohnen bleiben kann und dementsprechend in vertrauter Umgebung bleibt.

Neubau oder Haus kaufen?

Wenn heutzutage Häuser frei werden, liegt das häufig daran, dass die ehemaligen Eigentümer verstorben sind oder eben in eine altersgerechte Wohnung oder aber eben in Betreutes Wohnen umgezogen sind. Das heißt, dass die vorhandenen freien Häuser selten barrierefrei sind. Experten sind außerdem der Meinung, dass ein Umbau teurer ist als ein Neubau.

Bei einem Neubau haben Sie zudem den Vorteil, dass Sie Ihr Traumhaus nach den eigenen Vorstellungen errichten lassen können.

Fertighaus oder Massivhaus

Wer sich nun entschieden hat ein Haus zu bauen, der steht direkt schon wieder vor der nächsten Herausforderung. Es muss entschieden werden, ob ein Fertighaus oder ein Massivhaus gebaut werden soll.


Die Fertighaus Vorteile liegen klar auf der Hand – Sie können schneller einziehen, weil der Hausbau recht wetterunabhängig gebaut werden kann und außerdem können Sie im Vergleich zum Massivhaus mit geringeren Hausgesamtkosten rechnen.

Ein Nachteil ist jedoch, dass diese Häuser einen geringeren Wiederverkaufswert haben, was Sie aber vermutlich, wenn Sie bis zum Ableben in diesem Haus wohnen bleiben möchten, nicht interessiert.

Der Hauptvorteil beim Massivhaus ist die individuelle Planung vom Haus. Der Gestaltungsspielraum ist bei dieser Hausvariante etwas größer als beim Fertigteilhaus. Außerdem ist die Bauweise etwas robuster, wodurch Folgekosten durch etwaige Schäden geringer sind.

Zu den entscheidenden Nachteilen gehören hier die lange Bauzeit und die höheren Baukosten.

Altersgerecht bauen – Darauf kommt es an

❖ Tipp 1: Zentral bauen

Junge Familien suchen heutzutage Grundstücke weitab von Straßenlärm und Stadttrubel. Sie wollen, dass ihre Kinder ruhig und behütet aufwachsen. Anders ist das bei der Generation 50 Plus. Sie wollen wieder hinein in die Stadt. Wege zum Arzt oder zum nächsten Supermarkt sollen im besten Fall auf kurzem Fußweg erreichbar sein. Auch das Zusammensein mit gleichaltrigen ist vielen sehr wichtig und das ist zentral in einer Stadt deutlich vereinfachter als irgendwo auf dem Land.

❖ Tipp 2: Geringe Quadratmeterzahl wählen

Großfamilien brauchen Platz – da sind Quadratmeterzahlen von 150 und 200 keine Seltenheit. Wenn aber nur noch ein oder zwei Personen in einem Haushalt leben, dann reichen maximal 100 Quadratmeter aus. Laut Statistischem Bundesamt liegt die Wohnfläche je Einwohner bei 45,5 Quadratmeter (siehe Grafik unten)

Altersgerecht bauen - Quadratmeter pro Einwohner
© Statistisches Bundesamt / Umweltbundesamt

(Quelle: Umweltbundesamt.de)

Bei der Wahl der Quadratmeter kommt es natürlich darauf an, ob Sie noch ein extra Zimmer planen für Besuch oder ob sie einen Ruckzugsort für sich oder ihren Partner schaffen möchten.

❖ Tipp 3: Einliegerwohnung integrieren

Jetzt schon an später denken. Wenn es ins Budget passt und die räumlichen Bedingungen gegeben sind, sollten Sie über eine kleine Einliegerwohnung nachdenken. Hierin kann im Bedarfsfall später eine Pflegekraft wohnen, sollten Sie im Alter professionelle Hilfe benötigen.

Bis zu diesem Zeitpunkt könnte man die Wohnung vermieten und dadurch als zusätzliche Einnahmequellen nutzen.

❖ Tipp 4: Bungalow-Stil bevorzugen

Wenn man im Alter neu baut, sollte man die altersgerechten Aspekte nicht außer Acht lassen. Wenn Sie die Wahl haben, sollten Sie als Hausstil den Bungalow bevorzugen. Das Wohnen auf einer Ebene hat gleich mehrere Vorteile – alle Räume lassen sich stufenlos erreichen, Treppensteigen entfällt komplett. Dadurch, dass es beim Bungalow keine tragenden Wände gibt, haben Sie bei der Grundrissgestaltung freie Hand. Weitere Bungalow Vorteile bietet die Ratgeber Zentrale auf ihrer Internetseite.

❖ Tipp 5: Mehrgeschossiges Haus nur unter bestimmten Voraussetzungen

Da der Bedarf an Grundfläche bei einem Bungalow ziemlich groß ist, wählen viele Senioren die mehrgeschossige Bauweise. Dies kann unter bestimmten Voraussetzungen auch möglich sein. Hierbei gilt es aber auf einige Sachen speziell zu achten.

So sollten Sie beispielsweise zwei voll ausgestattete und barrierefreie Bäder planen. Eins im Erdgeschoss und ein zweites im Obergeschoss. Es sollte Ihnen möglich sein im höheren Alter und bei nachlassender Mobilität auf einer Etage „überleben“ zu können. Das heißt sie benötigen im Erdgeschoss eine Küche, ein Bad, ein Schlafzimmer und ein Wohnzimmer.

Obwohl Sie vielleicht noch sehr mobil sind und Treppen keine Schwierigkeit darstellen, sollten Sie auch hier schon an die Zukunft denken. Wendeltreppen bieten ein erhebliches Unfallrisiko. Laut einem Bericht des Deutschen Instituts für Treppensicherheit e.V. enden rund 1000 Treppenunfälle im Jahr tödlich. Die Treppe sollten Sie also im besten Fall meiden. Stattdessen können Sie sich einen Treppenlift einbauen lassen. Hier gibt es verschiedene Modelle durch die Sie Ober- und Untergeschoss bequem erreichen können.

❖ Tipp 6: Barrierefrei bauen

Altersgerecht bauen heißt barrierefrei bauen. Welche Aspekte das barrierefreie Bauen beinhaltet regelt die DIN 18040-2. Darin ist zum Beispiel festgehalten welche Mindeststandards das Gebäude erfüllen muss, um als barrierefrei zu gelten.

So muss beispielsweise der Eingangsbereich schwellenfrei sein und kein zu starkes Gefälle haben. Der Duschbereich sollte im Standard mindestens 120 x 120 cm sein und absatzfrei sein. Für Rollstuhlfahrer gilt sogar eine Größe von 150 x 150 cm. Auch die Abstände zwischen WC und Wand sind hier geregelt.

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