Haarausfall Arten – so unterscheiden sich die Formen der Alopezie

Bevor Maßnahmen gegen Haarausfall getroffen werden, sollte man wissen, um welche Art es sich handelt. Nicht jede Alopezie ist gleich.

Haarausfall Arten
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Auch wenn die Glatze inzwischen sehr in Mode gekommen ist, Haarausfall ist allgemein nicht sonderlich beliebt. In einem früheren Beitrag habe ich mich bereits mit dem Thema Haarausfall im Alter beschäftigt, heute soll es mehr ins Detail gehen, denn Haarausfall ist nicht gleich Haarausfall.

Den einen trifft es früher, den anderen später und manche bleiben sogar verschont. Fakt ist, dass vor allem Männer unter Haarausfall leiden. Allerdings ist die Intensität nicht immer gleich, weshalb auch von verschiedenen Arten von Haarausfall gesprochen wird. Welche das sind und wie Sie den Haarausfall eventuell stoppen können, habe ich in diesem Ratgeber-Beitrag zusammen gefasst.

❶ Erblich bedingter Haarausfall – Androgenetische Alopezie

Tja, wieder einmal sind es die Gene, die Einfluss auf unser Allgemeinwohl haben und die wir einfach so hinnehmen müssen. Beim erblich bedingten Haarausfall, medizinisch androgenetische Alopezie, wird der Haarausfall quasi familiär weiter gegeben. Auslöser ist ein bestimmtes Enzym (5-alpha-Reduktase) über das der Körper das Hormon Testosteron in DHT verwandelt. Das klingt alles reichlich kompliziert, bedeutet aber nichts anderes, als das sich die Bildung der Haarfollikel verringert, der Haarwuchs immer spärlicher wird und es zum Haarausfall kommt. Die gute Nachricht: Nicht jeder erbt Haarausfall, die androgenetische Alopezie kann auch gern mal einige Generationen übersprungen werden.

Auswirkungen von Haarausfall und was Sie tun können

Nun ist es mehr als verständlich, dass weder Frau noch Mann Haarausfall einfach so hinnehmen will. Unsere Haarpracht ist schließlich nicht nur zum Ohren wärmen gedacht, sie ist auch Ausdruck unserer Persönlichkeit. Ob moderner Kurzhaarschnitt oder freche Locken, Haare sind ein Zeichen von Ästhetik und auch Zeichen von Selbstbewusstsein. Auch wenn es für manch einen albern klingt, der immer weniger werdende Haarwuchs kann zu psychischen Problemen führen. Deshalb wird nichts unversucht gelassen, den Haarausfall zumindest zu stoppen oder im besten Fall zu regenerieren.

Vor jeder Behandlung muss abgeklärt werden, um welche Art des Haarausfalls es sich handelt.

Haartransplantationen sind eine Möglichkeit, allerdings nicht ganz preiswert und werden auch häufig als Fremdkörper empfunden. Also bleiben nur Shampoos und Medikamente, die speziell für dieses Problem entwickelt wurden. Das setzt allerdings einen Arztbesuch voraus, denn viele Präparate sind rezeptpflichtig. Hinzu kommt das Schamgefühl, einer jungen, attraktiven Apothekerin sein Leid klagen zu müssen. Noch nicht an der Tagesordnung, aber durchaus möglich ist mittlerweile die Beratung und Medikation bei Haarausfall durch einen Fernarzt. Hier wird online genau hinterfragt, wie weit der Verlust der Haare bereits fortgeschritten ist und ob damit auch gesundheitliche Beeinträchtigungen verbunden sind, so dass das Präparat zum jeweiligen Betroffenen passt. Alles in allem muss Haarausfall nicht hingenommen werden und wer sich damit unwohl fühlt, sollte sich auch nicht scheuen, einen Gegenangriff zu wagen.

❷ Kreisrunder Haarausfall – Alopecia areata

Bei dieser Art des Haarausfalls, handelt es sich um eine besonders „schlimme“ Form, da sie optisch sehr ins Gewicht fällt. Während beim diffusen Haarausfall (dazu später mehr), die Haare kontinuierlich ausgehen, ist es beim kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) eher Flächenweise. Das macht es dem Betroffenen besonders schwer, sein „Schicksal“ zu akzeptieren, da sich kreisrunder Haarausfall nicht besonders gut kaschieren lässt. Erkennbar ist diese Art des Haarausfalls an erst vereinzelten kahlen Stellen, die dann aber mehr und mehr zunehmen. Die Ursachen lassen sich nicht pauschalisieren und müssen je nach Patient abgeklärt werden. Bei manchen Menschen (sowohl Frau als auch Mann), ist es eine Reaktion des Immunsystems, bei anderen wiederum können Stress und psychische Probleme der Auslöser sein.

❸ Diffuser Haarausfall – Diffuse Alopezie

Der oben bereits angesprochene diffuse Haarausfall, ist die wohl bekannteste Form – doch woher weiß man, ob man betroffen ist? Wir Menschen verlieren täglich bis zu 100 Haare, das ist ganz normal und schadet auch nicht. Hellhörig sollte man allerdings werden, wenn die Haare stetig kraftloser und dünner werden. Der Haarausfall beschränkt sich dabei nicht auf bestimmte Stellen, sondern betrifft den gesamten Kopf. Auch hier müssen die Ursachen individuell abgeklärt werden – beispielsweise: Arzneimittel, Schilddrüsenüber- oder unterfunktion, Mangelernährung.

Unterschiedliche Arten von Haarausfall kurz zusammengefasst

Art des HaarausfallsMerkmale
erblich bedingter Haarausfall➔ betrifft etwa 60 bis 80 % der Männer und 20 bis 30 % der Frauen
➔ Ursache ist das körpereigene Hormon DHT
➔ der Haarwuchs wird merklich spärlicher
kreisrunder Haarausfall➔ etwa 1,5 Millionen Menschen sind in Deutschland betroffen
➔ der Haarausfall tritt plötzlich auf
➔ nur einzelne Stellen sind betroffen
diffuser Haarausfall➔ kann auch schon in jungen Jahren auftreten
➔ der Haarausfall verteilt sich über den ganzen Kopf
➔ Haare werden stetig kraftlos und dünner

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