Mieser Betrug mit der Liebe: Wie Sie einen Heiratsschwindler erkennen

Besonders alleinstehende Frauen der Generation 50plus nutzen das Internet um einen neuen Partner kennenzulernen. Genau diesen Umstand machen sich Hochstapler zu Nutze, um dem weiblichen Geschlecht das Geld aus der Tasche zu ziehen. Wie Sie einen Heiratsschwindler erkennen und sich und Ihr Geld schützen, verraten unsere Tipps in diesem Beitrag.

Mieser Betrug mit der Liebe: Wie Sie einen Heiratsschwindler erkennenAlter schützt vor Torheit nicht – ein weiser Spruch, wie jüngste Pressemeldungen gerade beweisen. Ältere Menschen wollen nicht allein sein und suchen auf diversen Wegen nach einem neuen Partner. Das Internet ist für viele ein idealer virtueller Raum dafür. Ohne Frage können Sie hier viele nette Menschen kennenlernen. Doch nicht jedes Forum ist dafür geeignet, eine vertrauensvolle Beziehung zu knüpfen. Dafür gibt es geprüfte Datingplattformen für neue Bekanntschaften, die sich mit ihren technischen Möglichkeiten dafür einsetzen, ihre Mitglieder zu schützen. Sie können sich zwar die Identität neuer Mitglieder bestätigen lassen und die Plausibilität ihrer Profile prüfen, nicht aber ihre Absichten.

Mit dem Begriff Heiratsschwindler verbindet man im Allgemeinen einen gut gekleideten Herrn, mit viel Charme und Ausstrahlung. Sein Komplimentrepertoire ist riesig, und seine Art sich Auszudrücken lässt auf eine gute Allgemeinbildung schließen. Wen mag es da wundern, wenn die potentiellen Damen seines Herzens schwach werden und das vermeintliche Liebesglück nur noch durch die rosarote Brille sehen. Zum Schutz des männlichen Geschlechts sei gesagt, dass es auch in der Damenwelt Zeitgenossinnen gibt, die mit heiratsschwindlerischen Absichten unterwegs sind. Am häufigsten sind allerdings Frauen die Opfer. Bevor Sie also auf Partnersuche gehen, beherzigen Sie einige Tipps, wie Sie einen Heiratsschwindler, modern auch Romance Scammer genannt, erkennen und nicht auf dessen Tricks hereinfallen.

1. Nicht blind vertrauen

Egal, ob Sie auf eine Zeitungsanzeige reagieren oder im Netz eine neue Bekanntschaft schließen, verteilen Sie Ihr Vertrauen zunächst sparsam. Ihre Bekanntschaft muss nicht am ersten Tag wissen, wie Ihre Lebensumstände sind. Wenn ER es ernst meint, fragt er nicht sofort nach Ihrer finanziellen Situation. Und wenn doch: Sofort Finger weg!

2. Abgespeckte Personenangaben im Internet machen

Heiratsschwindler durchforsten das Netz nach gutbetuchten Damen. Diese können Sie aber nur finden, wenn SIE auch entsprechende Angaben gemacht hat. Auch wenn diverse Foren, Partnerbörsen und soziale Netzwerke die Möglichkeit dazu bieten, geizen Sie besser mit persönlichen Angaben. Das Sie zum Beispiel gern reisen und sich dies im Ruhestand auch leisten können, muss nicht für jeden öffentlich sichtbar sein. Straßennamen und Telefonnummern haben ebenfalls nichts in öffentlich sichtbaren Profilen zu suchen.


3. Liebe auf den ersten Klick – Vorsicht Heiratsabsichten

Liebe auf den ersten Klick - Vorsicht Heiratsabsichten!Auch wenn es Ihnen schmeichelt, seien Sie um Himmels Willen skeptisch, wenn Er schon nach wenigen Tagen von der ganz großen Liebe spricht und Sie mit gemeinsamen Zukunftsplänen konfrontiert. Das sich zwei Menschen auf Anhieb sympathisch sind soll vorkommen, deswegen muss aber nicht gleich von Heirat die Rede sein.

4. Vorgetäuschte Glaubhaftigkeit

Ein Heiratsschwindler will nicht Ihr Herz erobern, sondern Ihr Konto erleichtern. Um dies so geschickt wie möglich anzustellen, wird er sich eine geringe Menge Geld borgen und Ihnen dieses in kürzester Zeit zurückzahlen. Damit stellt er seine Seriosität in den Vordergrund und nimmt Ihnen anfängliche Zweifel. Fallen Sie auf diese Masche nicht rein, denn die nächste Zahlung sehen Sie definitiv nicht wieder!


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5. Wenn Er auf die Tränendrüse drückt

Plötzliche Notsituationen sind fast immer der Grund, warum Frauen sich zu Geldgeschenken hinreißen lassen. Er erzählt Ihnen von momentanen Engpässen, die er lediglich überbrücken muss und das auf sehr raffinierte Weise. Der Plan dahinter: Sie geben ihm von sich aus das Geld, er muss nicht einmal betteln. Hinterfragen Sie also genau worum es geht, falls Sie ernsthaft daran denken, ihm Geld zu leihen. Fängt er an Ihnen vorzuhalten, Sie würden ihm nicht vertrauen ist das ein klares Anzeichen für seine betrügerischen Absichten.

6. Ausländische Heiratsschwindler erkennen

Regelrechte Banden haben sich mittlerweile im Internet zusammengerottet und grasen diverse Datingportale ab. Die oftmals afrikanischen Betrüger legen sich ein dürftiges Profil an, bei dem das Foto im Vordergrund steht. Hier zu erkennen, fast immer ein sehr gut aussehender Mann. Die Fotos sind natürlich nicht echt! Die ersten Sätze der Kontaktaufnahme beginnen fast immer damit, dass er Sie gesehen hat und Ihr Foto ganz toll fand. Zur weiteren Kommunikation wird er versuchen, Sie zu Gesprächen in einem Messenger oder ähnlichem zu bewegen. Damit hat er Sie an der Angel, auch dann, wenn sein Profil vom Seitenbetreiber gelöscht wird. Die Bitte um Geld lässt nicht lange auf sich warten. Gründe, die er Ihnen vorgaukelt sind oft familiäre Notlagen oder auch ein Besuch bei Ihnen, den er sich aber nicht leisten kann. Sobald Sie überweisen, werden Sie weder ihn noch Ihr Geld wiedersehen.

7. Emotionaler Druck – Bleiben Sie standhaft!

Emotionaler Druck - Bleiben Sie standhaft

Besonders Frauen, die eine gescheiterte Beziehung hinter sich haben, oder schon viele Jahre auf der Suche nach einem neuen Partner sind, werden bei einem Heiratsschwindler schwach. Mit charmanten Worten und liebevollen Gesten verschafft der Betrüger sich emotionalen Zugang. Merkt ER, dass Sie sich geborgen fühlen und seine Nähe nicht mehr missen wollen, wird er dies schamlos ausnutzen. Mit Worten wie: „Ohne deine Hilfe bin ich am Ende“, oder „Wenn Du mir nicht hilfst, wird es keine Zukunft geben“, setzt er seine Opfer psychisch unter Druck. Vertrauen Sie sich einer Freundin an, sie wird einen klaren Blick auf die Sache haben und Ihnen beistehen.

8. Lassen Sie sich Wohnung, Freunde und Familie vorstellen

Hellhörig sollten Sie auf jeden Fall werden, wenn er ständig mit Ausreden daher kommt, wenn es um sein privates Umfeld geht. Ein Mann mit ernsthaften Absichten wird Ihnen den Zutritt zu seiner Wohnung nicht verweigern und Ihnen auch seine Freunde vorstellen. Findet er immer wieder Argumente dagegen, sollten bei Ihnen alle Sirenen angehen.

Zusammenfassung Heiratsschwindler erkennen

➤ Bei welchen Anzeichen Sie stutzig werden sollten

  • Er betont beim Kennenlernen seine angeblich hervorragende Lebenssituation
  • Er interessiert sich extrem für Ihre finanzielle Situation
  • Er schmiedet schon nach wenigen Wochen Zukunftspläne
  • Er borgt sich anfangs eine geringe Summe Geld und zahlt diese rasch zurück
  • Er gaukelt Notsituationen vor und nutzt Ihre Gutmütigkeit aus
  • Er ist Ausländer, meist jüngeren Alters und hat sich unsterblich in Sie verliebt
  • Er setzt Sie emotional unter Druck, indem er sein weiteres Leben von Ihrer Hilfe abhängig macht
  • Er ist fast nie telefonisch erreichbar und verweigert gemeinsame Treffen mit seiner Familie und Freunden

Auch wenn er seinen angeblichen Namen und seine Adresse genannt hat, lassen Sie sich besser den Ausweis zeigen. Nur selten gehen Romance Scammer mit echtem Namen auf Opferfang, aber immerhin haben Sie im schlimmsten Fall einen Anhaltspunkt für die Polizei. Spätestens wenn der Heiratsschwindler merkt, dass Sie als Geldquelle nicht mehr in Frage kommen, wird er auf und davon sein. Meist hat er dann schon sein nächstes Opfer gefunden.

2 Kommentare

  1. Diese Kriminellen gehen wirklich über Leichen. Wer nicht aufpasst wird von denen abgezockt, egal ob Mann oder Frau. Die haben keine Skrupel einem den letzten Groschen aus der Tasche zu ziehen. Es gibt für Opfer und andere Interessierte auch eine schöne Facebook Gruppe dazu:
    https://www.facebook.com/HeiratsschwindlerErkennen
    Die kann ich wirklich empfehlen.

  2. Tja, ich habe am Ende Glück gehabt
    Uwe M aus Hemmerde versuchte es bei 3 Frauen gleichzeitig
    Nur durch Zufall sind wir alle verschont geblieben
    Niemand kann ihn was beweisen
    Weil die Behörden sagten , wir müssten besser aufpassen

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