Versorgungslücke: Was tun wenn das Pflegegeld nicht reicht?

Versorgungslücke: Was tun wenn das Pflegegeld nicht reicht?Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt kontinuierlich an. Laut Prognose wird es im Jahr 2020 rund 2,9 Millionen Männer und Frauen geben, die auf die Hilfe anderer angewiesen sind.

Diese Hilfe kostet Geld, egal ob der Pflegebedürftige zu Hause betreut wird oder in einem Heim untergebracht ist. Die Kosten werden zwar zum Teil von der Pflegeversicherung übernommen, die Realität zeigt aber, dass dieser Anteil meist nicht ausreichend ist. So bitter es klingt, wenn der Pflegesatz der jeweiligen Pflegestufe nicht ausreicht, müssen der Pflegebedürftige bzw. seine Angehörigen in erster Linie selbst für die erhöhten Kosten aufkommen.

Eigenleistung erbringen – Notreserven locker machen

Nur selten liegen genug Ersparnisse vor und noch seltener wurde rechtzeitig etwas für die private Altersvorsorge getan. Jetzt ist guter Rat teuer! Bevor Ämter finanziell unter die Arme greifen, ist der Betroffene selbst in der Pflicht.

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Häufig wird mit der Pflegebedürftigkeit auch ein Wohnungswechsel notwendig, sofern kein Umzug ins Pflegeheim ansteht. Im besten Fall können dann Sachwerte in Vermögen umgewandelt werden, wie zum Beispiel der Verkauf des Eigenheims oder hochwertiger Möbel.

Auch die Aufnahme eines Kredites kommt in Frage, was für Rentner zwar nicht leicht, aber auch nicht unmöglich ist. Mit einem Klick auf die nebenstehende Grafik steht Ihnen nicht nur eine umfangreiche Checkliste zur Verfügung, es werden auch praktische Tipps gegeben, wie Sie die Bank von der Notwendigkeit des Darlehens überzeugen.


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Unterhaltspflicht von Kindern und Angehörigen

Pflege: Unterhaltspflicht von Kindern und AngehörigenWenn das Pflegegeld und die Rente nicht ausreichen, um die Heimkosten oder den ambulanten Pflegedienst zu bezahlen, werden die Kinder zu Kasse gebeten. Laut Gesetz haben diese Unterhaltspflicht gegenüber ihren pflegebedürftigen Eltern.

Ob die Kinder tatsächlich für die Kosten der Pflege aufkommen müssen, richtet sich nach ihrer eigenen finanziellen Situation. In jedem Fall steht den Nachkommen ein Schonvermögen bei Unterhaltspflicht zu.

➩ Pflegebedürftig – wer muss zahlen?

Die Unterhaltspflicht im Pflegefall ist gesetzlich genau festgelegt. So werden nicht nur leibliche Kinder zu Kasse gebeten, sondern auch Adoptivkinder, immer vorausgesetzt, dass diese zahlungsfähig sind. Enkelkinder müssen allerdings nicht für die Großeltern aufkommen und auch Geschwister sind nicht gegenseitig unterhaltspflichtig.

➩ Kontaktabbruch befreit nicht von Unterhaltspflicht

Gab es innerhalb der Familie eine Streitigkeit, die zum kompletten Kontaktabbruch des Kindes zu den Eltern oder umgekehrt führte, sind diese nicht automatisch aus der Pflicht. Im Gegensatz zu den Eltern, die nur bis zur Volljährigkeit des Sprösslings verantwortlich sind, bleibt der Unterhaltsanspruch der Eltern auch im hohen Alter bestehen.

In einem Gerichtsfall bekam ein Vater, der den Kontakt zu seinem 18jährigen Sohn komplett abgebrochen hatte, das Recht auf Unterhalt zugesprochen:

Auszug Az.: XII ZB 607/12 Beschluss vom 12. Februar 2014
Ein vom unterhaltsberechtigten Elternteil ausgehender Kontaktabbruch stellt wegen der darin liegenden Verletzung der sich aus § 1618 a BGB ergebenden Pflicht zu Beistand und Rücksicht zwar regelmäßig eine Verfehlung dar. Sie führt aber nur bei Vorliegen weiterer Umstände, die das Verhalten des Unterhaltsberechtigten auch als schwere Verfehlung i.S.d. § 1611 Abs. 1 Satz 1 Alt. 3 BGB erscheinen lassen, zur Verwirkung des Elternunterhalts. Solche Umstände sind im vorliegenden Fall nicht festgestellt. Zwar mag der Vater durch sein Verhalten das familiäre Band zu seinem volljährigen Sohn aufgekündigt haben. Andererseits hat er sich in den ersten 18 Lebensjahren seines Sohnes um diesen gekümmert. Er hat daher gerade in der Lebensphase, in der regelmäßig eine besonders intensive elterliche Fürsorge erforderlich ist, seinen Elternpflichten im Wesentlichen genügt. Die Errichtung des Testaments selbst stellt keine Verfehlung dar, weil der Vater insoweit lediglich von seinem Recht auf Testierfreiheit Gebrauch gemacht hat.

Pflegegeld aufstocken durch das Sozialamt

Pflegegeld aufstocken durch das SozialamtDas Sozialamt ist oft vor den Kindern die erste Anlaufstelle, wenn die Pflegekosten allein nicht aufgebracht werden können. Das Amt übernimmt zwar die Kosten, wird sich das Geld aber von den Angehörigen zurückfordern (Leistungsfähigkeit vorausgesetzt). Es muss auch jedem klar sein, dass lediglich die Differenz zwischen Pflegekosten und eigenem machbaren Anteil gezahlt wird. Bevor Sozialhilfe fließt, wird es eine genaue Prüfung aller möglichen Einnahmequellen geben.

➩ Wer sich nicht kümmert, geht leer aus!

Es ist auf jeden Fall ein Fehler, sich aus falscher Scham nicht beim Amt für Soziales zu melden. Im Gegenteil, sobald Sie merken, dass die Pflegebedürftigkeit eintritt, ist der Gang zum Sozialamt notwendig. Zum einen mahlen Behördenmühlen langsam und zum Anderen wird die Unterstützung erst gezahlt, wenn ein entsprechender Antrag eingegangen ist. Rückwirkend gibt es keine Hilfe zur Pflege!

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