Kurzzeitpflege beantragen – wie und wo?

Nutzen Sie die Möglichkeit der Kurzzeitpflege!
Nutzen Sie die Möglichkeit der Kurzzeitpflege!

Kurzzeitpflege ist ein zeitlich befristeter Aufenthalt in einer Pflegeeinrichtung für pflegebedürftige Menschen, die sonst zuhause gepflegt werden. Bei Erkrankung von Pflegepersonen oder in anderen Situationen wird über eine Kurzzeitpflege die Versorgung Pflegebedürftiger sichergestellt. Aber auch Urlaub und Erholung pflegender Angehöriger werden dank Kurzzeitpflege möglich, damit pflegende Angehörige entlastet werden und sich erholen können.

Darüber hinaus kann die Kurzzeitpflege im Anschluss an einen Klinikaufenthalt Pflegebedürftiger den weiteren Aufenthalt im Krankenhaus vermeiden oder verkürzen, indem die professionelle und qualifizierte Nachsorge in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung erfolgt.

Wer kann Kurzzeitpflege beantragen?

Der Anspruch auf Kurzzeitpflege ist im Pflege-Versicherungsgesetz geregelt. Danach besteht ein Anspruch auf Pflege in einer vollstationären Einrichtung dann, wenn die häusliche Pflege „zeitweise nicht, noch nicht oder nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden“ kann und eine teilstationäre Pflege nicht ausreichend ist. Dies kann in einer Übergangszeit nach dem Klinikaufenthalt eines Pflegebedürftigen sein oder in Krisensituationen, in denen vorübergehend die häusliche Pflege nicht sichergestellt wäre. Solche Situationen sind beispielsweise gegeben wenn,

» sich der Pflegezustand des Pflegebedürftigen verschlechtert
» Renovierungsarbeiten im häuslichen Umfeld des Pflegebedürftigen stattfinden
» Pflegepersonen erkranken
» Pflegepersonen dringend eine Auszeit oder einen Urlaub benötigen,

um Kraft zu sammeln, damit die häusliche Pflege auch weiterhin gesichert ist.


Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Voraussetzungen sind zunächst die Mitgliedschaft in einer privaten oder gesetzlichen Pflegekasse und das Vorliegen einer Pflegebedürftigkeit nach den Kriterien des Pflege-Versicherungsgesetzes – das heißt zumindest die Pflegestufe I.

Ein Antrag auf Kurzzeitpflege kann erstmalig gestellt werden, wenn die Pflegeperson seit mindestens sechs Monaten einen Angehörigen pflegt.

Dauer und Kosten der Kurzzeitpflege

Pflegende Angehörige haben Anspruch auf bis zu vier Wochen (28 Tage) Auszeit im Jahr. Pro Kalenderjahr übernimmt die Pflegekasse die Kosten für eine Kurzzeitpflege bis zu einem Gesamtbetrag von 1.510 Euro seit dem 01. Januar 2010 und bis zu 1.550 Euro ab dem 1. Januar 2012. Dabei zahlt die Pflegekasse alle pflegebedingten Aufwendungen sowie die Aufwendungen der medizinischen Behandlungspflege und der sozialen Betreuung. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung übernimmt der Pflegebedürftige selbst.

Bedingung ist die Unterbringung des Pflegebedürftigen in einer Pflegeeinrichtung, die von den Pflegekassen zur Kurzzeitpflege zugelassen ist.

Wo können Sie Kurzzeitpflege beantragen?

Üblicherweise werden Anträge auf Kurzzeitpflege direkt an die Pflegekasse gestellt. Pflegeeinrichtungen, Beratungsstellen und Seniorenverbände sind Ihnen bei den Formalitäten sicher gern behilflich.

Wird eine Kurzzeitpflege aus unvorhersehbaren Gründen (zum Beispiel eine plötzliche Erkrankung der Pflegeperson) unmittelbar notwendig, kann auch nachträglich ein Antrag auf Erstattung der Kosten gestellt werden.

Wie sieht der Antrag aus?

Zahlreiche Pflegekassen wie auch Senioreneinrichtungen und Pflegeberatungsstellen stellen Formulare zur Verfügung, mit denen Sie unkompliziert eine Kurzzeitpflege beantragen können. Sollte kein Formular zur Hand sein, kann die Kurzzeitpflege auch formlos beantragt werden.
Folgende Informationen sollte der Antrag enthalten:

» Name und Versicherungsnummer des Pflegebedürftigen
» Zeitraum, in dem die häusliche Pflege nicht sichergestellt werden kann
» Grund, weshalb die häusliche Pflege nicht sichergestellt werden kann
» Name und Anschrift der Einrichtung, in der der Pflegebedürftige in dieser Zeit betreut wird
» Datum und Unterschrift des Antragstellers (Versicherter oder Bevollmächtigter)

Auswahl einer geeigneten Pflegeeinrichtung

Der Verband der Ersatzkassen (vdek) hat einen so genannten Pflegelotsen entwickelt, der Ihnen eine erste Orientierungshilfe bietet. Unter www.pflegelotse.de findet sich eine leicht zu handhabende Suchmaschine, die Informationen zu bundesweit mehr als 12.000 ambulanten und 10.000 stationären Einrichtungen bereithält. Bei der Suche können der Wohnort, die Postleitzahl oder ganz bestimmte Bedingungen – beispielsweise eine auf Demenz-Patienten spezialisierte Pflege – berücksichtigt werden.

2 Kommentare

  1. Hallo,
    Ist das wovon ihr sprecht nicht eher die Verhinderungspflege?
    Mal abgesehen davon, dass das Pflegestärkungsgesetz noch überhaupt keine Erwähnung gefunden hat (das kam im Januar…es ist nun Ende Mai)

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