Mobiltelefone für Generation 65+: So finden Senioren das passende Handy

Senioren wollen auf ein Mobiltelefon nicht verzichten, haben aber ganz andere Ansprüche. Worauf die Generation 65+ bei einem Seniorenhandy Wert legt und warum, beschreibt dieser Beitrag.

Mobiltelefone für die Generation 65+Der technische Fortschritt hat längst auch die Gruppe der Senioren in seinen Bann gezogen. Auch sie wollen unterwegs mobil sein und die zahlreichen Vorzüge von Mobiltelefonen genießen. Im Gegensatz zur jungen Generation haben Senioren allerdings ganz andere Ansprüche: Sie legen nicht viel Wert auf Multifunktionalität, sondern benötigen Übersichtlichkeit und eine möglichst einfache Handhabung.

Das Seniorenhandy: Anforderungen der Gruppe 65+

Das Mobiltelefon ist längst nicht mehr ein Telefon, mit dem man ausschließlich unterwegs telefonieren kann. Seit vielen Jahren werden seine Funktionen ständig erweitert: Kurznachrichten, Videotelefonie, Sprachsteuerung, Internetzugang sind nur einige der verfügbaren Eigenschaften moderner Telefone. Durch die Installation von Apps lassen sich Smartphones mit praktisch jedem erdenklichen Feature ausrüsten.

Diese zahlreichen Besonderheiten sind für junge Menschen, die eine große Variation von Extras von ihrem handlichen Multitalent verlangen, sehr wichtig. Senioren benötigen diesen Schnickschnack nicht und wären mit der Bedienung ohnehin überfordert. Sie wünschen sich ein Mobiltelefon, das möglichst leicht und verständlich ist.

Ein Blick auf die nachfolgende Tabelle (Quelle: statista) zeigt, welche Funktionen Senioren am häufigsten nutzen:

FunktionAnteil
Telefonieren70 %
SMS versenden25 %
Fotos aufnehmen12 %
Wecker12 %
Kalender / Terminplaner3 %
MMS versenden2 %
E-Mail2 %
Internet2 %
Musikplayer / Radio2 %
Navigation1 %
Apps1 %
Mobiltelefon für Generation 65+ - Funktionen

Senioren sollten bei der Wahl des Handymodells auf Folgendes achten:

  • Bedienung: Je heller das Display und je größer die Tasten, desto leichter lässt es sich bedienen. Smartphones besitzen meist einen Touchscreen, der die Tasten simuliert. Das ist auch für Rentner kein Problem, denn die Tasten sind bei Smartphones mit großen Displays (4″ (inch) und mehr) sehr groß.
  • Funkversorgung: 3G, LTE und Co. sind praktisch, wenn man im Internet surfen möchte. Senioren sollten aber besser auf die Empfangsqualität des Mobiltelefons achten. Sowohl der Gesprächspartner als auch man selbst muss gut zu hören sein.
  • Verarbeitung: Eine solide, robuste Verarbeitung ist wichtig für die alltäglichen Herausforderungen. Dem Mobiltelefon darf daher ein Sturz vom Küchentisch nichts ausmachen. Für alle Eventualitäten gibt es auch spezielle Handytaschen, die dem Smartphone zusätzlichen Schutz geben.
  • Akkulaufzeit: In diesem Bereich schwächeln moderne Smartphones. Mit ihrem großen, hellen und hochauflösenden Display zerren sie an der Batterie und ermöglichen keine beeindruckenden Akkulaufzeiten. Herkömmliche Mobiltelefone, die keine aufregenden Features und einen Touchscreen besitzen, schlagen sich deutlich besser.
  • Extras: WLAN, mobiles Internet, MP3-Player, Kameras und vieles mehr sind nette Extras, viele Senioren werden sie aber nicht benötigen. Mit steigender Anzahl an Funktionen wird die Bedienung im Menü schwieriger. Verzichten Sie auf überflüssige Extras, die Sie nicht benötigen.

Spezielle Seniorenhandys: Auf die Ansprüche von Rentnern ausgelegt

Zwar bieten die Hersteller von Mobiltelefonen genügend Modelle an, die auch von Senioren bedient werden können, in einigen Fällen können sie die Ansprüche dieser Gruppe allerdings nicht befriedigen. Körperliche Beschwerden wie motorische Probleme bei der Bedienung oder Schwerhörigkeit, erfordern spezielle Mobiltelefone, von denen aktuell mehr als 21 Modelle auf dem deutschen Markt erhältlich sind. Ein typisches Merkmal für diese Telefone sind die extragroßen Tasten, die sich auch bei nachlassender Sehkraft gut bedienen lassen. Des Weiteren werden Seniorenhandys mit folgenden Extras ausgestattet:

  • Notfalltaste: Die Notfalltaste wählt auf Knopfdruck bis zu fünf verschiedene Nummern nacheinander. Damit wird verhindert, dass ein Hilferuf nicht entgegengenommen wird.
  • Kompatibilität mit Hörgeräten: Das Klingeln des Telefons wird selbst von gesunden Menschen gerne überhört, für Senioren mit Hörproblemen ist es noch problematischer. Seniorenhandys bieten die Möglichkeit, die Klingeltöne besonders laut einzustellen. Nutzer eines Hörgeräts benötigen zudem eine Funktion, die die Rückkopplung beim Telefonieren verhindert. Das störungsfreie Telefonieren ist mit Seniorenhandys mit der Klassifizierung M3, M4 sowie T3 und T4 möglich.
  • Ortung per GPS: Nahezu jedes moderne Telefon besitzt ein integriertes GPS-Modul. Auch die Geräte für Senioren verfügen über dieses Extra, mit dem sich das Telefon per Satellit orten lässt. Sollte sich jemand bei einem Spaziergang verirren, kann er über die Ortung aufgespürt werden.
  • Fall-Sensor: Geräte mit Fall-Sensor erweisen sich bei Unfällen mit Stürzen als besonders praktisch. Das Telefon wählt in diesem Fall automatisch den Notruf. Die Notrufzentrale ermittelt über das im Telefon integrierte GPS-Modul den Standort und schickt einen Krankenwagen zum Unfallort.

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Smartphones für technikbegeisterte Senioren

Nicht alle Senioren sind nicht in der Lage, mit modernen Gadgets umzugehen. Diese besonders leistungsstarken und raffinierten Mobiltelefone sind mit zahlreichen Funktionen ausgestattet, die sie zu einem Minicomputer machen. Internetzugang, Videotelefonie, Foto- und Videofunktionen sind nur einige der Features, die ein Smartphone besitzt.

Senioren, die bereits mit einem Computer und dem Internet umgehen können, sollten mit dem Smartphone keine großen Probleme haben. Auf www.otto.de gibt es zahlreiche Smartphones, die für Senioren geeignet sind. Die größte Hürde bei den Smartphones ist in erster Linie der Touchscreen. Er reagiert auf Berührungen und wird zur Bedienung des Smartphones genutzt. Nutzer mit motorischen Schwierigkeiten wird der berührungsempfindliche Bildschirm Probleme bereiten. Alle anderen müssen sich an diese neue Bedienungsmöglichkeit gewöhnen.

Technik-Nachhilfe für Senioren

Das größte Problem, dem Senioren begegnen, ist die Menüführung. Das Menüprogramm ist hintereinandergereiht und für viele Menschen undurchsichtig. Der Nutzer muss wissen, wo er hin möchte, um durch das Menü zu kommen. Selbst um eine simple SMS zu schreiben, muss der Nutzer Folgendes aufrufen:
> Menü > Nachrichten > Nachricht schreiben

In vielen Fällen ist es nicht möglich, direkt eine Nachricht zu schreiben. Aber genau das wünschen sich Senioren: Sie möchten einen Befehl eingeben und im Anschluss die gewünschte Funktion ausführen – alles, ohne sich durch unzählige Menüs durchkämpfen zu müssen.

Für Senioren gibt es viele Bücher, die die Funktionen von Mobiltelefonen erklären. In einigen Städten gibt es auch Kurse zur Bedienung von Mobiltelefonen. Hier wird den Senioren jede Funktion erklärt, gerne auch mehrmals, bis sie diese verstehen und selbst anwenden können.

Anfallende Kosten für das Mobiltelefon

Nicht nur die Funktionen und Bedienbarkeit eines Mobiltelefons spielen eine große Rolle, die Kosten sind mindestens genauso wichtig. Zusätzlich zum Preis für das Gerät selbst, müssen Senioren für den Gebrauch des Telefons zahlen. Neulinge auf diesem Gebiet können nur schwer schätzen, wie die finanzielle Belastung aussehen wird. In den Medien wird gerne und häufig von versteckten Kostenfallen und damit hohen Handyrechnungen berichtet. Diese Nachrichten schrecken Senioren häufig ab. Mobilfunkanbieter erleichtern Senioren den Einstieg nicht: Zwar bieten sie viele verschiedene Tarife mit zahlreichen unterschiedlichen Leistungen an, für einen Laien ist dieses umfangreiche Angebot allerdings sehr verwirrend. Die Verwendung englischer Begriffe wie „Flatrate“ erschwert die Situation zusätzlich.

Grundsätzlich gibt es zwei Modelle, die für einen Mobiltelefon-Nutzer infrage kommen:

  1. Vertrag:
    Für diese Variante schließen Senioren einen meist zwei-jährigen Vertrag ab. In diesem Vertrag sind zahlreiche Leistungen inbegriffen. Das Mobiltelefon selbst ist relativ günstig, es stehen womöglich Inklusivminuten zur Verfügung, es fällt aber auch eine monatliche Grundgebühr an. Der größte Nachteil dieses Modells ist die Vertragsbindung. Einen Ausstieg aus dem Vertrag ist nicht möglich. Des Weiteren sind die Verträge nicht immer so vorteilhaft, wie die netten Berater im Laden vermuten lassen. Senioren sollten das Kleingedruckte genauestens studieren und sich eventuell an die Kinder oder Enkelkinder wenden, die sie auf diesem Gebiet gut beraten können.
  2. Prepaid:
    Die Alternative zum Vertrag sind die sogenannten Prepaid-Tarife. In diesem Fall gibt es keine Vertragsbindung, stattdessen kaufen Senioren eine SIM-Karte, die ins Handy eingelegt wird. Zum Telefonieren wird das Guthaben aufgeladen. Dadurch entsteht eine sehr gute Kostenkontrolle, die für Senioren äußerst rentabel ist. Das Guthaben kann mittels Code aufgeladen werden, den man unter anderem an Tankstellen und in Supermärkten bekommt. Nutzer von Prepaid-Karten müssen lediglich auf ihr Guthaben achten.

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