Ernährung bei Arthrose – Das sollten Sie dazu wissen

Dass unsere Ernährung die Gesundheit beeinflusst, ist kein Geheimnis. Doch wie sieht es bei Arthrose aus? Kann eine gezielte Ernährung den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen? Wir geben Ihnen einen Überblick, was Sie hinsichtlich Arthrose und Ernährung wissen sollten.

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Arthrose macht vielen Betroffenen das Leben schwer. © Graphicroyalty/ stock.adobe.com

Maßgeblich hat unsere Ernährung Einfluss auf unsere Gesundheit, bezieht doch unser Körper seine Nährstoffe aus dem, was wir ihm zuführen. Unser Körper arbeitet optimal, wenn wir ihm durch eine ausgewogene Ernährung das zur Verfügung stellen, was er zur Gesunderhaltung benötigt. Liegt ein Ungleichgewicht in der Ernährung vor, kann er das sicherlich lange Zeit kompensieren, aber irgendwann ist damit Schluss und erste Krankheitssymptome können auftreten.

Ist der Körper bereits geschwächt oder geschädigt, wie es bei Arthrose der Fall ist, sollte man seine Ernährung überprüfen und gegebenenfalls umstellen, um den Körper zu unterstützen bzw. entlasten.

Was ist Arthrose genau?

Bei Arthrose handelt es sich um eine degenerative Gelenkerkrankung, die oft auch als Gelenkabnutzung oder Gelenkverschleiß bezeichnet wird. Die mit Arthrose einhergehenden Gelenkschmerzen entstehen aufgrund der irreparablen Abnutzung der Gelenke. Auch wenn theoretisch jedes Gelenk im Körper betroffen sein kann, sind die meisten Arthrosen in Knie und Hüfte lokalisiert.

Ernährung bei Arthrose

Wie aber sieht eine optimale Ernährung bei Arthrose aus? Darf alles gegessen werden oder muss Diät gehalten werden? Wir geben Ihnen im Folgenden einen Überblick.


Fleisch, Wurst & andere tierische Produkte

Fleisch wie auch andere tierische Produkte sollten bei Arthrose auf ein Minimum reduziert werden. Vor allem Fleisch enthält Omega-6-Fettsäuren und Aminosäuren, die entzündungsfördernd wirken, den Körper übersäuern und ihm so die optimale Zellversorgung erschweren. Unter den Omega-6-Fettsäuren sticht besonders die Arachidonsäure hervor. Sie ist einerseits zwar lebensnotwendig für den Menschen, andererseits aber sind viele Menschen aufgrund des enormen Konsums tierischer Produkte damit überversorgt.

Gönnen Sie sich einmal wöchentlich einen saftigen Braten, leckeres Schnitzel oder herzhafte Bratwürste vom Grill. Sofern Sie bereits von Arthrose betroffen sind, sollten Sie den täglichen Aufschnitt jedoch vom Speiseplan streichen. Möchten Sie komplett auf Fleisch verzichten, könnten sie stattdessen auf Fisch umsteigen.

GünstigUngünstig
  • Fisch
  • Muscheln, Krabben und Garnelen
  • Schweinefleisch
  • Speck
  • Wurstwaren

Obst

Obst liefert wertvolle Vitamine und Mineralstoffe und sollte öfter über den Tag verteilt gegessen werden. Heimisches Obst ist dabei vorzuziehen, da viele Tropenfrüchte in reifem Zustand jede Menge Zucker enthalten.

GünstigUngünstig
  • Zuckerarmes Obst wie Beerenobst
  • Äpfel
  • Zitrusfrüchte
  • Pfirsisch
  • Obstkonserven, Obstmus
  • Zuckerreiches Obst wie Melonen, Bananen, Ananas
» Tipp
Zucker sollte grundsätzlich reduziert werden, da bereits viele Lebensmittel Zucker enthalten. Als Alternative zum Haushaltszucker können Sie Birkenzucker (Xylit), Stevia, Honig oder verschiedenen Sirupe zum Süßen probieren.

Gemüse

Gemüse sollte zu jeder Mahlzeit als Beilage gegessen werden. So wird einseitiger Ernährung vorgebeugt. Besonders grünes Gemüse ist auch als Zutat für leckere und gesunde Smoothies geeignet.

GünstigUngünstig
Jedes Gemüse  Keine Einschränkung
» Tipp
Gemüse können Sie in vielen leckeren Rezepten verarbeiten. Nutzen Sie dafür pflanzliche Öle wie Oliven-, Sonnenblumen-, Raps- oder Leinöl. Pflanzliche Öle versorgen Sie mit den wichtigsten Fettsäuren.

Nüsse & Kerne

Nüsse sind mit ihren ungesättigten Fettsäuren und Mineralien eine gute Möglichkeit, sich ausgewogen zu ernähren. Für Arthrose-Betroffene sind vor allem die Mineralstoffe Kalium, Magnesium und Natrium hilfreich. Ebenso die Vitamine des B-Komplexes, die zahlreich in Nüssen vorkommen.

GünstigUngünstig
  • Cashewnüsse
  • Walnüsse
  • Haselnüsse
  • Mandeln
  • Kürbiskerne
  • Leinsamen
  • Gesalzene Produkte wie Nüsse
  • Erdnüsse

Alkohol

Alkohol in Form von lieblichen Weiß- oder Rotweinen, Sekt & Prosecco oder unzähligen Biersorten ist aus unserer Gesellschaft nicht wegzudenken. Gibt es doch auch genug Anlässe, mit einem Gläschen anzustoßen und zu feiern. Dabei sollten Sie aber bedenken, dass jeder Alkoholkonsum von der Leber entgiftet werden muss und dies für den Körper eine enorme Belastung bedeutet und die körpereigene Regeneration stark behindert.

Auch sind Fruchtsäfte aufgrund ihres oft hohen Zuckergehalts kein geeignetes Getränk.

Wer mit Arthrose kämpft, sollte besser zu stillem Wasser oder ungesüßten Tees greifen. Kräutertee sollte dabei vor Grün-, Schwarz- und Früchtetee Vorrang haben.

GünstigUngünstig
  • Stilles Wasser
  • Gemüsesaft (ungezuckert)
  • Kräutertee
  • Grün-, Schwarztee
  • Alkohol
  • Fruchtsäfte
  • Milchshakes

Pflanzliche Helfer

Seit Alters her wurden Krankheiten mit Tees, Auszügen und Salben verschiedener Pflanzen begleitet. Auch für Arthrose gibt es einige Pflanzen, die Linderung bei den Symptomen verschaffen können.

Allen voran ist die Teufelskralle zu nennen. Sie hat entzündungshemmende, abschwellende und schmerzstillende Eigenschaften vorzuweisen.

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Mit Heilpflanzen können Sie eine Behandlung unterstützen. © Cora Müller/ stock.adobe.com

Der Brennnessel, leider oftmals zu Unrecht als Unkraut verdammt, werden auch viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe nachgesagt. Vor allem entzündungshemmende Eigenschaften werden sich bei einer Arthrose-Therapie zunutze gemacht.

Weide bzw. Weidenrinde enthält ebenfalls entzündungshemmende Stoffe, die leichte Arthroseschmerzen lindern können.

Beinwell, Löwenzahn, Birke und Pappel sind ebenfalls Pflanzen, die entzündungshemmende oder schmerzstillende Inhaltsstoffe beinhalten und zur konventionellen Arthrosetherapie eingesetzt werden.

Wie Sie von Heilpflanzen profitieren können, ob als Pulver oder Tabletten oder auch als äußere Anwendung – lassen Sie sich in der Apotheke beraten.

Was bringen Nahrungsergänzungsmittel bei Arthrose?

Immer mehr Menschen greifen bei Arthrose zu Nahrungsergänzungsmitteln. Doch wie sinnvoll sind sie wirklich und was beinhalten sie? Damit Sie besser informiert sind, werfen wir für Sie mal einen Blick auf die Inhaltsstoffe.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe
  • Der Hauptbestandteil vieler Nahrungsergänzungsmittel ist Glucosamin. Dabei handelt es sich um ein Aminozucker, der im menschlichen Bindegewebe, im Knorpel und in der Gelenkflüssigkeit vorkommt.
  • Ein weiterer wichtiger Inhaltsstoff ist Chondroitin, ebenfalls ein Aminozucker. Dieser wird von unseren knorpelbildenden Zellen hergestellt und ist wichtig für die Widerstandskraft des Gelenkknorpels.
  • MSM ist die Abkürzung von Methylsulfonylmethan. MSM ist eine organische Schwefelform, die an unzähligen Vorgängen im Körper teil hat.
  • Neben diesen Hauptinhaltsstoffen sind in vielen Präparaten oft Vitamine und Mineralstoffe enthalten. Diese sind dann so miteinander kombiniert, dass der Körper möglichst optimal versorgt ist und reibungslos arbeiten kann.

Das Arthrosemittel Orthobiotix im Vergleich mit anderen Nahrungsergänzungen beispielsweise beinhaltet zusätzlich Hyaluronsäure und Pinienrindenextrakt.

Hyaluronsäure wird inzwischen von vielen Kliniken zur Behandlung von Arthrose eingesetzt, dafür aber direkt ins betroffene Gelenk injiziert.

Pinienrindenextrakt hilft bei Arthrosebeschwerden gleich mehrfach. So ist es schmerzlindernd, durchblutungsfördernd, es stärkt das Immunsystem und verbessert die Sauerstoffversorgung der Zellen.

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Mitunter schaffen Nahrungsergänzungsmittel Erleichterung bei Arthrose. © Lothar Drechsel/ stock.adobe.com

Ob und wie Nahrungsergänzungsmittel gezielt wirken, lässt sich dennoch nicht pauschal beantworten. Faktoren wie die jeweilige körperliche Konstitution, die eigenen Ernährung, der Schweregrad der Krankheit, akutes Entzündungsgeschehen oder nicht müssen berücksichtigt werden.

Es gibt Betroffene, die Linderung und Verbesserung der Symptome spüren ebenso wie Betroffene, die keine Veränderung feststellen können.

Wenn Sie sich für Nahrungsergänzungsmittel besonders bei Arthrose interessieren, kann es nicht schaden, Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker zu halten und auf deren Erfahrungen zu setzen. Oder hören Sie sich im Bekannten- und Verwandtenkreis um und schauen, was es da an Erfahrungen so gibt. Letztlich treffen Sie die Entscheidung individuell für sich.

Das können Sie sonst noch tun

Ob Sie einer Arthrose vorbeugen möchten oder schon betroffen sind, neben einer angepassten Ernährung und der Einnahme von hilfreichen Pflanzen -oder Nahrungsergänzungspräparaten können Sie durch körperliche Bewegung jede Menge Gutes für sich und Ihren Körper tun.

Durch regelmäßige Bewegung bleiben Sie körperlich in Form und beugen Übergewicht vor. Die Durchblutung wird auf natürliche Art gefördert. Das wiederum hilft dem Körper beim Entschlacken und Entgiften.

Sehr sinnvoll sind ausgedehnte Spaziergänge oder Wanderungen und Schwimmen. Sanfte Dehnübungen, Gymnastik und Yoga können ebenfalls unterstützend wirken.