Risiko Treppe: Sicheres Wohnen für Senioren

Mit deutlich zunehmendem Alter wird Treppensteigen nicht nur anstrengend, die Stufen bergen auch ein hohes Unfallrisiko. Prävention ist deshalb unumgänglich.

Risiko Treppe
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Je älter man wird, desto schwieriger fallen einem die Sachen, die man früher noch mit Leichtigkeit gemacht hat. Der Bewegungsapparat versteift, die Koordinationsfähigkeit lässt nach und die Sehschwäche schreitet voran. Diese Alterserscheinungen werden vor allem im Gefahrenbereich Treppe zum Risiko.

Rentner sind überproportional von Haushaltsunfällen betroffen. Wir erklären Ihnen, wie sicheres Wohnen für Senioren aussieht.

Demographischer Wandel: wir werden immer älter

In Folge des medizinischen Fortschritts, dem steigenden Wohlstand und dem höheren Bildungsniveau kommt es zu einer steigenden Lebenserwartung: wir werden immer älter. Laut bpb wird die Zahl der über 65-Jährigen von 16,8 Mio. (Jahr 2013) auf 23,2 Mio. (Jahr 2060) ansteigen. Die Lebenserwartung von Neugeborenen lag bei Jungen im Jahr 2010/12 bei 77,7 Jahren und bei Mädchen bei 82,8 Jahren.

Die steigende Lebenserwartung unterstreicht die Wichtigkeit eines sicheren, altersgerechten Zuhauses. Frühzeitiges Vorsorgen führt zu mehr Lebensqualität im Alter.


Altersbeschwerden: der menschliche Organismus verändert sich

Die Gelenke versteifen und schmerzen mit dem Alter. Rheumatische Erkrankungen wie Fibromyalgie, Gicht oder Arthrose treten vor allem bei Senioren auf und lähmen den gesamten Bewegungsapparat. Nicht selten kommt es vor, dass Senioren auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind.

Infolge der Gelenkversteifung bewegt man sich immer weniger, da jede Bewegung schmerzt. Zudem schwindet ab dem 30. Lebensjahr die Gefäßelastizität und Herzmuskelkraft zusehends. Schwindelgefühle, Kreislaufschwierigkeiten und Ohnmachtsunfälle sind die Konsequenz aus einem schwächer werdenden Herz-Kreislauf-System.

Die Sehkraft bei Senioren ist nicht mehr so gut wie bei Jüngeren. Beispielhaft dafür steht die altersbedingte Makuladengeneration, welche zu verschwommener und verzerrter Wahrnehmung im Sichtfeld führt. Der nachlassende Helligkeitseindruck kommt erschwerend hinzu. Ein normalsichtiger 60-Jähriger benötigt mindestens doppelt so viel Licht wie ein 20-Jähriger.

Seniorengerechte Treppe: barrierefrei, beleuchtet und rutschsicher

Die Altersbeschwerden machen das Leben nicht einfacher – ganz im Gegenteil. Studien zu Folge liegt die Sturzprävalenz bei 65- bis 79-Jährigen Seniorinnen bei 26 % und bei Senioren bei 16 % innerhalb eines Jahres. Ab dem 70. Lebensjahr liegt der Anteil aller Sturzunfälle bei Männern bei über 50 % und bei Frauen bei über 60 %. Die zunehmenden Altersbeschwerden führen dazu, dass herumliegende Gegenstände oder Barrieren (Türschwellen, Stufen) übersehen oder falsch eingeschätzt werden. Vor allem der Gefahrenbereich Treppe wird schnell zur Stolperfalle und kann schwere Stürze verursachen.

Eine altersgerechte Treppenbeleuchtung ist aufgrund der nachlassenden Sehstärke ältere Menschen elementar wichtig. Da das Sturzrisiko bei Personen ab 65 Jahren liegt, hätte ein Treppensturz fatale Folgen, zumal die Regenerationsfähigkeit nicht mehr so effektiv ist wie bei Jüngeren. Nicht selten wird ein Treppensturz von einer unzureichenden Beleuchtung verursacht. Achten Sie darauf, dass die LED-Leuchtmittel genügend Watt-Leistung haben sowie blend- und schattenfrei sind. Gegebenenfalls können auch zusätzliche Lichtquellen einen Treppensturz vorbeugen. Treppenleuchten können in ihrer Form ganz unterschiedlich ausfallen. Neben Wandleuchten oder Deckenleuchten eignen sich beispielsweise auch Stufenlichter für die Treppenbeleuchtung.

Treppensteigen: einfacher und sicher

Das Überwinden von mehreren Etagen ist nicht nur für Senioren ein Kraftakt. Eine repräsentative Studie von Statista ergab, dass der Gesundheitszustand von 32 % aller Befragten zu leichten Schwierigkeiten und von 11 % zu starken Beeinträchtigungen beim Treppensteigen führt. Man kann sich jedoch sicher sein, dass die gesundheitlichen Beeinträchtigungen mit dem Alter zunehmen. Sind die motorischen Fähigkeiten so stark eingeschränkt, dass die Gefahr eines Treppensturzes zu hoch ist, dann sollte man vorsichtshalber einen Treppenlift einbauen lassen. Egal ob gewendelt, u-förmig oder klassisch – ein Treppenlift lässt sich an fast jeder Treppe im Innenbereich anbringen, sofern die Treppe mindestens 80cm breit ist.

Trittstufen können rutschig sein, vor allem wenn sie aus Holz sind. Treppenstufenmatten (auch Teppichstufenmatten genannt) können die Rutschgefahr erheblich verringern und für mehr Sicherheit sorgen. Die Matten können schnell und einfach verlegt werden und bieten überdies den Vorteil, dass die Stufen vor einer zu starken Abnutzung geschont werden. Außerdem fungieren die Matten zugleich als Trittdämmung. Der Treppenbereich sollte barrierefrei sein, um Stürze zu vermeiden. Schuhe gehören nicht auf oder vor die Treppe. Selbiges gilt für Pflanzen oder Deko-Artikel.

Um zusätzlichen Halt im Treppenhaus zu schaffen, kann ein zweiter Handlauf sinnvoll sein. Handläufe, die mit einer Hand umgriffen werden können, sind besonders griffsicher.

Ein Zwischenpodest auf einer Treppe bietet sich vor allem für Senioren an. Da das Treppensteigen im Alter eine relativ kraftaufwendige Aktivität ist, bieten Podeste die Möglichkeit kurz zu verschnaufen. Das Unfallrisiko durch einen zu hastigen Treppenaufstieg kann so minimiert werden.

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