Ruhestand finanziell absichern – 6 Maßnahmen helfen dabei

Wer seinen Lebensstandard im Rentenalter halten und Altersarmut vermeiden will, muss seinen Ruhestand rechtzeitig finanziell absichern.

Ruhestand absichern
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Altersvorsorge ist ein großes Thema in Deutschland und wird es wohl auch noch lange bleiben. Wer fest im Job steht, gut verdient und ein finanziell sorgenfreies Leben führt, wird sich darum wohl weniger Gedanken machen, als jemand, der mit dem Mindestlohn auskommen muss oder einen Berg Schulden hat. Egal wie Sie finanziell momentan aufgestellt sind, einen Finanzplan für den Ruhestand sollte jeder machen.

❶ Eigene Rente berechnen (lassen)

Um überhaupt abschätzen zu können, welches Einkommen Ihnen später zur Verfügung steht, muss eine genaue Rentenanalyse vorgenommen werden. Als Arbeitnehmer erhalten Sie regelmäßig Post von der Deutschen Rentenversicherung, in der Ihnen die voraussichtliche Höhe Ihrer Rente mitgeteilt wird. Blauäugig sollten Sie dieser Mitteilung nicht vertrauen, denn die Rentenversicherung kann nur mit den Daten arbeiten, die von Ihnen zur Verfügung gestellt wurden. Wichtig ist daher eine lückenlose Klärung des Rentenkontos, wie es im Fachjargon heißt. Außerdem nicht zu vergessen: die Inflation. Was Ihnen heute finanziell zum Leben reicht, verliert im Rentenalter deutlich an Kaufkraft.

» Tipp: Auf dem Onlineportal der Deutschen Rentenversicherung können Sie Rentenbeginn und Rentenhöhe berechnen lassen.

❷ Jetzt schon an den Ernstfall denken

Ihre Zukunft geht nicht nur Sie selbst etwas an, auch Ihre Lieben kommen mitunter in finanzielle Schwierigkeiten, wenn der Nachlass nicht geregelt ist. Neben der emotionalen Belastung, sind es auch finanzielle Sorgen, die Sie schon zu Lebzeiten ausräumen können. Immer mehr Menschen planen ihre eigene Beerdigung und lassen sich die Kosten dafür mit einer Sterbegeldversicherung absichern. Wer verantwortungsvoll denkt, schont den Geldbeutel seiner Angehörigen und vermeidet so manchen Familienzwist.


❸ Freiwillig in die Rentenkasse einzahlen

Das Renteneintrittsalter schwankt in Deutschland mehr denn je und was die Politik in puncto dessen noch bereithält, kann niemand voraussagen. Momentan ist es aber möglich, mit Abschlägen in Rente zu gehen. Um die Differenz bei der Rente auszugleichen, können zusätzliche, freiwillige Beitragszahlungen geleistet werden (neue Flexi-Rente). Wenn Sie Ihre Altersrente aufstocken wollen, müssen Sie sich mit der Deutschen Rentenversicherung in Verbindung setzen – entschieden wird nach individuellem Einzelfall.

➔ Freiwillige Beitragszahlungen im Video erklärt

❹ Unerlässlich: Private Altersvorsorge

Auch wenn die rund 25 Millionen Rentner in Ost und West jährlich mit einer Rentenerhöhung rechnen können, reicht diese oft nicht zum leben. Private Altersvorsorge wird daher jedem angeraten. Experten empfehlen hierbei aber, sich nicht nur auf ein „Sparmodell“ zu verlassen. Im besten Fall werden Einzahlungen in verschiedene Anlageformen, wie Riester-Rente, Aktienfonds (am besten ETFs) oder die Lebensversicherung gestreut. Ob und wie viel in die private Altersvorsorge investiert werden kann, hängt allerdings vom persönlichen Budget ab.

❺ Möglich: Betriebliche Altersvorsorge

Auch wenn jeder Arbeitnehmer Anspruch auf betriebliche Altersversorgung hat, zahlen müssen Firmen nicht zwangsläufig – fragen kostet aber nichts. Gewährt der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter eine betriebliche Altersvorsorge, zahlt dieser den Beitrag, rechnet ihn aber auf das Bruttoeinkommen des Arbeitnehmers an. Dadurch verringert sich zwar das Nettoeinkommen, allerdings nur um die Hälfte des gezahlten Beitrages. Je nach Laufzeit erhält der Arbeitnehmer dann zum Rentenbeginn eine garantierte Betriebsrente.

» Tipp: Betriebsrenten werden auch dann gezahlt, wenn der Arbeitnehmer das Unternehmen wechselt oder arbeitslos wird.

❻ Attraktiv: Immobilie als Wertanlage

Ein eigenes Häuschen zu besitzen, spart nicht nur Miete und erhöht den Lebensstandard, ein Eigenheim ist und bleibt auch eine attraktive Form der Altersvorsorge. Wird das familiäre Heim im Alter zu groß, kann es verkauft werden, oder besser noch vermietet. Mit den Mieteinnahmen lässt es sich dann im Ruhestand finanziell deutlich besser leben. Damit die Immobilie wirklich eine Wertanlage wird und nicht Ihr finanzieller Ruin, ist beim Kauf auf einiges zu achten:

  • Beobachten Sie den Markt und meiden Sie überteuerte Wohngegenden.
  • Lassen Sie sich verschiedene Finanzierungsangebote erstellen.
  • Je mehr Eigenkapital Sie mitbringen, desto besser.
  • Kaufen Sie, wenn die Zinsen für Kredite niedrig sind.
  • Nehmen Sie nicht das erstbeste Objekt, wägen Sie pro und contra ab.

Fazit: Wer sich schon in jungen Jahren Gedanken um seine Rente macht, kann den Ruhestand vorsorglich finanziell absichern. Welche Vorsorgevariante dabei gewählt wird, ist abhängig vom persönlichen materiellen Polster und dem gewünschten Lebensstandard.

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