Suchtprobleme im Alter – Alkoholsucht

Zu den häufigsten Suchtproblemen im Alter gehört die Alkoholsucht. Lesen Sie hier alles über die Gründe der Alkoholsucht bei Senioren und Tipps wo Sie Hilfe finden.

Suchtprobleme im AlterDas Thema Alkoholsucht im Alter hat in den letzten Jahren in der Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewonnen, da immer mehr ältere Menschen in diese Sucht hinein geraten. Auslöser sind meist schwere Krankheiten, Schicksalsschläge wie etwa der Verlust des Partners oder eines anderen nahen Angehörigen und die damit oftmals verbundene Einsamkeit, die viele Senioren im Alltag ertragen.

Gründe für Alkoholsucht im Alter

1. Übergang in den Ruhestand
Ebenso stellt für viele ältere Menschen der Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand ein Problem dar. Das Ende der Berufstätigkeit erzeugt oftmals bei den Betroffenen eine Leere, die sie durch die Wahrnehmung anderer Interessen, Freizeitaktivitäten oder ehrenamtliche Tätigkeiten ausfüllen müssen, was aber nicht jedem gelingt.

2. Nicht gebraucht fühlen
Oft fühlen ältere Menschen sich nicht mehr gebraucht, zweifeln an ihrer eigenen Leistungsfähigkeit und befürchten, andere Menschen zu belasten sofern sie krank und hilfebedürftig werden.

3. Langeweile
Ihnen fehlt außerdem die gewohnte Zeitstruktur des Tages, die sie von ihrer Berufstätigkeit her kennen und so müssen sie sich an die Veränderungen in ihrem Lebensrhythmus anpassen. Gelingt diese Anpassung an die neue Lebenssituation nicht, werden aufkeimende Einsamkeit und Langeweile oftmals mit Alkohol betäubt, einem Suchtmittel, das leicht und unauffällig zu beschaffen ist.


Folgen der Alkoholsucht

Auf Grund ihrer Alkoholsucht begeben sich ältere Menschen schließlich in die völlige soziale Isolation, weil sie sich mit ihrem vermeintlichen „Helfer“ Alkohol nur noch in ihre vier Wände zurückziehen. Sie glauben, ihre Verlusterlebnisse oder die jetzt fehlende Anerkennung durch berufliche Erfolge mit Hilfe von Alkohol kompensieren oder einfach besser ertragen zu können – sie verlieren ihren Lebensinhalt. Bemerkt man, dass der Alkohol die eigentlichen Probleme doch nicht löst, sondern sein zunehmender Missbrauch eher noch weitere Probleme schafft, ist es meistens schon zu spät, einfach damit aufzuhören. Man stellt fest, dass es ohne nicht mehr geht und gerade Menschen, die Suchtprobleme im Alter haben, halten es oft für sinnlos, mit dem Trinken aufzuhören, da sie sich fragen, für wen oder was sie dies tun sollten.

Doch man hört nicht auf zu trinken, weil man es für andere tut, für den Beruf oder um den entzogenen Führerschein zurückzuerhalten, sondern einzig und allein für sich selbst. Nicht externe Gründe, sondern die eigene innere Überzeugung muss auf den Weg in die Abstinenz führen, sonst funktioniert es eher nicht. Diesen Weg zu gehen schafft der Alkoholabhängige aber meist nicht ohne professionelle Hilfe. Auch hier denken Menschen, die Suchtprobleme im Alter haben, vielleicht wieder eher, dass sie sich diese Hilfe nicht holen sollten, weil sie ja dann wieder andere belasten und den Rententräger oder die Krankenkasse zu viel Geld kosten, wenn diese ihre Suchttherapie finanziell unterstützen. Doch die Behandlung von Krankheiten, die durch Alkoholmissbrauch entstehen, verursacht am Ende wesentlich höhere Kosten. Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit, die tödlich enden kann, wenn sie nicht behandelt wird und es steht jedem Alkoholabhängigen zu, Hilfe zu beanspruchen.

Hilfe bei Alkoholsucht

Erster Schritt – Zum Hausarzt gehen

Es gibt gute Hilfsangebote für Alkoholabhängige, die sie unbedingt in Anspruch nehmen sollten, wenn sie sich entschieden haben, ihr Leben in Zukunft abstinent zu bestreiten. Der erste Weg sollte zum Hausarzt oder einem Neurologen führen, dem man sein Alkoholproblem überhaupt erst einmal anvertrauen kann. Der Arzt leitet dann alle nötigen Schritte ein wie die stationäre Entgiftung, die in der Regel in Krankenhäusern durchgeführt wird und im Schnitt etwa zehn Tage dauert. Diese Maßnahme ist äußerst wichtig, denn der sogenannte „Kalte Entzug“, den ein Alkoholiker dann glaubt alleine zu Hause ohne ärztliche Kontrolle durchführen zu können, indem er einfach nichts mehr trinkt, kann mit tödlichen Krampfanfällen enden.

Stationäre oder ambulante Therapie

Nach der Entgiftung gibt es die Möglichkeit entweder eine stationäre Therapie in einer entsprechenden Klinik durchzuführen mit anschließender Nachsorge-Therapie oder eine ambulante Therapie, wie sie etwa von der Caritas angeboten wird. Die ambulante Therapie bietet sich vor allem für Menschen an, die durch ihre Suchttherapie nicht aus ihrem gewohnten Umfeld heraus gerissen werden möchten wie etwa Berufstätige oder auch ältere Menschen, für die ein Ortswechsel eher belastend ist. Während der ambulanten Therapie, die im Schnitt zwischen 6 und 12 Monaten dauert, nimmt der Betroffene an 2-3 Maßnahmen pro Woche teil, die unter anderem Einzelgespräche und Gruppentherapien beinhalten.

Die Caritas und das Deutsche Rote Kreuz sind sehr gute Anlaufstellen für eine adäquate Suchtberatung und stehen für erste Informationen unter folgenden Links im Internet zur Verfügung:

Deutsches Rotes Kreuz – www.drk.de
Caritas – www.beratung-caritas.de

Besuch einer Selbsthilfegruppe

Es empfiehlt sich auch der zusätzliche regelmäßige Besuch einer Selbsthilfegruppe, die zwar nicht die Therapie ersetzen kann, aber dort ist man unter Gleichgesinnten, mit denen man Erfahrungen austauschen kann. Besonders die Gruppenmitglieder, die schon länger abstinent leben, können den „Neulingen“ in der Gruppe mit Erfahrungswerten und zuverlässigen Informationen weiterhelfen. Selbsthilfegruppen werden von Organisationen wie beispielsweise anonyme Alkoholiker, Blaues Kreuz und Kreuzbund angeboten. Der Kreuzbund unterstützt mit seinen Mitgliedern und ehrenamtlichen Helfern die Betroffenen auf ihrem Weg zurück in ein zufriedenes abstinentes Leben und bietet ebenso Angehörigen von Alkoholikern die Teilnahme an den Selbsthilfegruppen an. Für die ältere Generation von Alkoholabhängigen hat der Kreuzbund ein spezielles Konzept zur Selbsthilfe entwickelt.

Fazit: Der Weg in die Abstinenz ist nicht leicht aber es ist machbar und es lohnt sich – der erste Tag der Abstinenz könnte der zweite „Geburtstag“ sein. An der Abstinenz muss aber ein Leben lang gearbeitet werden, denn Alkoholismus ist nicht heilbar, man kann die Krankheit lediglich stoppen. Hier gilt zeitlebens der Grundsatz: „Lass das erste Glas stehen“ – denn der erste Schluck Alkohol kann selbst nach jahrelanger Abstinenz den Betroffenen wieder in sein altes Suchtverhalten treiben.

1 Kommentar

  1. Ich würde gerne auch noch eine Seite zu dem Thema empfehlen – nämlich die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (http://www.kenn-dein-limit.de). Die Kampagne widmet sich sozusagen der Frage, wie man es vermeiden kann, überhaupt erst in eine Alkoholsucht abzudriften. Es geht also um Prävention und somit wäre dies damit der Frage wie man sich selbst helfen kann, vorgelagert.

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