Treppenlifte: Tipps zur Anschaffung, Finanzierung und Modellen

Treppenlifte sind eine enorme Erleichterung und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch worauf kommt es an, wenn man einen Treppenlift benötigt? Viele Tipps zum Thema Vorüberlegung, Anschaffung, Sicherheit und Finanzierung lesen Sie hier.

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Treppenlifte erleichtern den Alltag enorm. © Kirk Fisher/ stock.adobe.com

Unbestritten zählen Treppenlifte zu den Hilfsmitteln, die den eigenen Bewegungsradius enorm erweitern und oft ermöglichen, dass Menschen, die des Treppensteigens nicht mehr mächtig sind, noch lange in ihren eigenen vier Wänden wohnen bleiben können.

Woran aber erkennen Sie einen guten und vor allem sicheren Treppenlift? Darauf wollen wir in diesem Artikel einmal eingehen.

Eine kurze Geschichte des Treppenlifts

1886 entstand in Amsterdam die erste Fabrik für Liftanlagen, wobei es sich um einfache Holzkonstruktionen zum Transportieren und Überbrücken von Höhenunterschieden handelte. Diese hatten kaum etwas gemein mit den heutigen modernen Treppenliften.


1920 wurde in Pennsylvania der erste Treppensitzlift konstruiert und erinnerte schon eher an unsere heutigen modernen Lifte.

1962 wurde in den Niederlanden der erste europäische Treppenlift hergestellt. 1977 kam dann der erste Lift auf den deutschen Markt. Seitdem hat sich nicht nur in technischen Dingen viel getan. Dienten anfängliche Modell vor allem dem Transport, steht seit einigen Jahren neben der Funktionalität auch die Optik und der Komfort im Fokus der Hersteller.

Die eigenen Gegebenheiten berücksichtigen

Bei der Auswahl eines passenden Treppenlifts sind vorrangig zwei Dinge wichtig:

1. Wie steht es um Ihre körperliche Belastbarkeit?

2. Welche Anforderungen stellt Ihr Haus/ die Treppe im Haus an den Lift?

Diese beiden Punkte wollen wir einmal näher beleuchten.

» Lösungen für jede körperliche Einschränkung

Ausschlaggebend ist natürlich, wie gut Sie zu Fuß sind. Bewegen Sie sich frei durchs Haus und brauchen lediglich für die Bewältigung der Treppen Unterstützung? Dann käme ein Sitz- oder Stehlift für Sie infrage.

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Auch kurvige Treppen sind kein Hindernis mehr. © Ingo Bartussek/ stock.adobe.com

Ein Stehlift transportiert Sie stehend von einer Etage zur anderen, der Sitzlift nimmt Sie in sitzender Position mit.

Sitzlift+ für Menschen, denen längeres Stehen Schwerfällt
+ gibt zusätzlichen Halt und Stabilität
+ für schmale Treppen geeignet
+ platzsparend da zusammenklappbar
Stehlift+ für Menschen, denen Aufstehen und Hinsetzen schwerfällt
+ für schmale Treppen geeignet
+ geringster Platzbedarf dank Mini-Plattform

Sind Sie hingegen mit einem Rollstuhl im Haus unterwegs, ist ein Plattformlift sinnvoller. Dessen Plattform ist groß genug, damit Sie bequem mit dem Rollstuhl darauf Platz nehmen können und so die Höhenunterschiede im Haus überwinden können.

Plattformlift+ Mitnahme von Rollstuhl oder Rollator möglich
+ zum Lastentransport geeignet
– mitunter nicht für enge Treppen geeignet

Alternativ zum Plattformlift gibt es auch die Möglichkeit, den Rollstuhl hängend an einer Führvorichtung zu transportieren. In diesem Fall wird der Rollstuhl an einer an der Decke verlaufenden Führschiene eingehangen und meist mittig über der Treppe geführt.

» Fast alle Treppenformen sind umrüstbar

Der zweite wichtige Punkt hinsichtlich einer Treppenlift-Anschaffung ist die Beschaffenheit Ihrer Treppe. Grundsätzlich sind moderne Treppenlifte bzw. die Führungschienen an fast alle häuslichen Gegebenheiten anpassbar. Allerdings spiegelt sich das auch im Preis wieder. Je individueller ein Treppenlift angepasst werden muss, desto teurer ist der Einbau bzw. die Anschaffung auch.

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Moderne Treppenlifte verschmelzen optisch mit ihrer Umgebung. © wittayayut/ stock.adobe.com

Sie ahnen es sicherlich schon: Besonders herausfordernd für den Einbau von Treppenliften sind kurvige Treppen, die dazu noch besonders eng sind. Aber auch solche baulichen Sonderfälle sind machbar. Um die Kurve mit diesen cleveren Treppenliftsystemen – das ist zum Beispiel das Motto des Familienbetriebes Missner Treppenlifte, das sich auf den Treppenlift-Einbau in nicht ganz so einfache Treppen spezialisiert hat. Eine Vor-Ort-Beratung schätzt dabei realistisch ein, was umsetzbar ist und was nicht und steht Ihnen nach der Montage mit einem weitreichenden und umfassendem Serviceangebot hilf- und tatenreich zur Seite.

Sicherheitsmaßnahmen

Alle Treppenlifte unterliegen strengen Sicherheitsnormen. So müssen sie beispielsweise alle Anforderungen des Geräte- und Produktsicherheitsgesetzes erfüllen. Des Weiteren dürfen in Deutschland Treppenlifte nur dann zugelassen werden, wenn sie nicht nur bei sachgemäßer, sondern auch bei fehlerhafter Bedienung keinerlei Sicherheitsrisiken für die Anwender bedeuten.

» So sind Treppenlifte ausgestattet

Mit folgenden Sicherheitsvorkehrungen sind Treppenlifte in aller Regel ausgestattet. Sollten Sie Zweifel haben, fragen Sie gezielt nach.

CE-Kennzeichnung, die gängige Sicherheitskriterien erfüllt

• Je nach Lift-Typ Stützlehnen, Sicherheitsgurte, Haltegriffe

• Bei Plattformliften: Klappschranken und Abrollsicherung

Notstromversorgung oder Akkubetrieb, damit der Treppenlift bei Stromausfall einsatzbereit bleibt

Notabsenkung: Treppenlift kann im Falle eines technischen Defekts manuell bedient werden

Weitere Ausstattungsmerkmale, die Treppenlifte rundum sicher machen, sind:

  • Kindersicherung
  • Totmannschalter
  • automatische Stoppfunktion bei Hindernissen auf der Treppe
  • akustische Warntöne zum sicheren Aussteigen
  • Bedienung des Lifts entweder am Lift selber oder mit Fernbedienung
  • Drehsitze, die das gefahrenfreie Ein- und Aussteigen erleichtern.

» Das können Sie zusätzlich tun

Zusätzlich können Sie auch folgende Dinge beachten, die zur Sicherheit beitragen:

Einbau nur durch Profifirmen

• Regelmäßige Wartung des Treppenlifts durch Fachfirma, eventuell Wartungsvertrag abschließen.

• Keinesfalls selber Reparaturarbeiten durchführen! Immer eine geeignete Firma hinzuziehen.

Finanzierungsmöglichkeiten

Treppenlifte sind in der Anschaffung nicht günstig. Erst recht nicht, wenn der Einbau sehr individuell erfolgen muss und Standardausführungen nicht zu den eigenen Bedürfnissen passen.

Folgende finanzielle Unterstützung ist möglich:

  • Budget für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen der gesetzlichen Krankenkassen bzw. der Pflegeversicherung: Pro Pflegegrad sind 4.000 Euro abrufbar. Erteilung erfolgt nach Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen.
  • Sind körperliche Nachteile aufgrund eines Arbeitsunfalls entstanden, kommen Berufsgenossenschaften in Frage
  • Sozialhilfe für einkommensschwache Menschen, die auf einen Treppenlift angewiesen sind
  • Je nach Bundesland regionale Fördermöglichkeiten in Form von Zuschüssen oder Darlehen
  • Durch die Treppenlift-Anbieter selber, die in den meisten Fällen eine Ratenzahlung ermöglichen, oft in Kombination mit einer Anzahlung.

Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie den Treppenlift in der Steuererklärung geltend machen. Fragen Sie bei Ihrem Finanzamt nach und lassen Sie sich beraten.

Des Weiteren besteht die Option, Treppenlifte zu mieten. Da aber lohnt es sich genau nachzurechnen, da besonders bei langjähriger Nutzung die Monatsraten einem Kauf gegenüber nicht vorteilig sind. Zumal oft auch eine Anzahlung fällig ist.

Auch der Kauf eines gebrauchten Treppenliftes ist eine Überlegung wert, um Anschaffungskosten zu senken. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass die zur Verfügung stehenden Modelle nicht immer die aktuellsten und neuesten sind. Auch findet sich vielleicht nicht für jede Treppenform ein passender gebrauchter Treppenlift.