Private Unfallversicherung: Darum ist sie gerade im Alter sinnvoll

Eine Unfallversicherung bietet eine finanzielle Absicherung nach einem Unfall. Besonders für Senioren ohne Angehörige ist diese Versicherung sinnvoll.

Private Unfallversicherung
Wer im Alter noch sehr aktiv ist, kann sich schnell verletzen – © drubig-photo / stock.adobe.com

Geht es nach den Versicherungsunternehmen, dann können wir uns gar nicht genug versichern. Aber tatsächlich benötigen wir viele Versicherungen nicht wirklich. Andere hingegen sind so wichtig, dass ein Verzicht darauf fatal wäre. Eine davon ist die Unfallversicherung.

Solange wir uns im Berufsleben befinden, sind wir über die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. Aber diese greift für Unfälle während der Arbeit und auf dem Weg zur Arbeit sowie von der Arbeit nach Hause. Viele schließen zudem eine private Unfallversicherung ab. Warum dies so wichtig ist und welche Besonderheiten es bei der Unfallversicherung für Senioren gibt, darum soll es in diesem Beitrag gehen.

Wo liegt der Unterschied zwischen der gesetzlichen und einer privaten Unfallversicherung?

Die gesetzliche Unfallversicherung liegt in alleiniger Verantwortung des Arbeitgebers, der die kompletten Beiträge zahlt. Im Rahmen dieser sind Arbeitnehmer – unabhängig vom Alter – im Falles eines Arbeitsunfalles, eines Wegeunfalles (auf dem Weg zur Arbeit oder zurück) oder einer Berufskrankheit finanziell abgesichert.

Für Unfälle, die in der Freizeit passieren, haftet die gesetzliche Unfallversicherung nicht.


Hier müssen Sie eine private Unfallversicherung abschließen. Hierbei sollten Sie auch ans Alter denken. Denn viele Versicherer haben eine Höchstaltersgrenze eingebaut, ab der die Versicherung erlischt. Zudem stellen viele Versicherer die Unfallversicherung mit Vollendung eines bestimmten Alters in einen Seniorentarif um. Hier können teilweise auch zusätzliche Bausteine ausgewählt werden, um eventuelle Versicherungslücken zu schließen.

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So bietet beispielsweise die private Unfallversicherung der Gothaer neben verschiedenen Seniorentarifen den Baustein CuraPlus an. Hierbei handelt es sich um einen Hilfs- und Pflegebaustein, der den Versicherungsschutz flexibel komplettiert. Neben der Unterstützung zu Hause durch Leistungen wie Mahlzeiten-Dienst, Einkaufsdienst oder Wohnungsreinigung können Sie von weiteren Leistungen wie einem Hausmeister-Service, einer Pflegeplatzgarantie oder einem Fahrdienst – beispielsweise zum Arzt, einer Behörde oder zur Krankengymnastik – profitieren.

Leistungen der privaten Unfallversicherung

Die Leistungen der privaten Unfallversicherung lassen sich grob in vier große Bereiche einteilen:

  • Invaliditätsgeld
  • Unfallrente
  • Todesfallleistung
  • Zusätzliche Leistungen

Zudem ist in diversen Situationen eine Kostenübernahme durch die private Unfallversicherung möglich. So übernimmt sie beispielsweise die Kosten für kosmetische Operationen, um unfallbedingte Beeinträchtigungen des äußeren Erscheinungsbildes zu beheben. Weiterhin übernimmt sie die Kosten für Such-, Rettungs- und Bergungseinsätze nach einem Unfall. Die Höhe dieser Leistungen hängt vom gewählten Versicherungsmodell und eventuellen Zusatzvereinbarungen ab.

Leistungen der privaten Unfallversicherung bei Invalidität

Leistungen der Unfallversicherung bei Invalidität
Der Invaliditätsgrad richtet sich nach der gültigen Gliedertaxe – © LIGHTFIELD STUDIOS/ stock.adobe.com
Kommt es infolge eines Unfalls innerhalb eines Jahres zu einer Invalidität, greift die private Unfallversicherung. Hier trägt sie die Kosten für die Anpassung an die neue Lebenssituation und für die Aufrechterhaltung des Lebensstandards. Die Leistung der Unfallversicherung erfolgt entweder als Einmalzahlung oder als lebenslange Rente. Wie viel die Versicherung genau zahlt, hängt davon ab, welche Grundversicherungssumme Sie festgelegt haben. Zudem spielt dabei eine gegebenenfalls vereinbarte Progression und der Invaliditätsgrad eine Rolle. Letzterer richtet sich nach der sogenannten Gliedertaxe. Sie legt den Grad der Beeinträchtigung für den Verlust der Funktionsfähigkeit der Körperteile und Sinnesorgane fest. So gilt beispielsweise laut der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für den Verlust der Sehkraft auf einem Auge oder gar der Verlust des kompletten Auges eine Beeinträchtigung von 50 Prozent. Je nach Versicherer kann dieser Wert jedoch abweichen.

Von einer Invalidität spricht man, wenn geistige oder körperliche Fähigkeiten dauerhaft beeinträchtigt ist. Dauerhaft bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Beeinträchtigung mindestens drei Jahre besteht oder zumindest keine dauerhafte Besserung in Sicht ist.

Unfallrente als Leistung der privaten Unfallversicherung

Kommt es infolge eines Unfalls zu einer dauerhaften Einschränkung von meist 50 Prozent, zahlt die Unfallversicherung in der Regel eine lebenslange monatliche Unfallrente. Auch hier richtet sich die Höhe nach den Vereinbarungen bei der Vertragsunterzeichnung.

Todesfallleistungen der privaten Unfallversicherung

Bei einem Unfall mit Todesfolge zahlt die private Unfallversicherung eine für den Todesfall vereinbarte Leistung an die Hinterbliebenen. Dies ist auch der Fall, wenn der Versicherungsnehmer innerhalb von 12 Monaten an den Unfallfolgen verstirbt.

Zusätzliche Leistungen der privaten Unfallversicherung

Zusätzlich zu den Basisleistungen können Sie bei der privaten Unfallversicherung diverse Leistungen vereinbaren, die die individuellen Bedürfnisse erfüllen. Zu den häufigsten Zusatzleistungen gehören die sogenannten Übergangsleistungen, die kurzfristig bei einem Heilungsprozess von mehr als sechs Monaten nach einem Unfall gezahlt werden. So kann die Zeit überbrückt werden, bis ein Invaliditätsgeld oder eine Unfallrente gezahlt wird. Zudem haben Sie die Möglichkeit, auch Krankenhaustagegeld und Genesungsgeld in Ihren individuellen Leistungskatalog aufzunehmen. Darüber hinaus lassen sich auch Leistungen vereinbaren, die über die Grundleistungen hinaus gehen. So können beispielsweise die Bergungskosten dahingehen erhöht werden, dass die Versicherung nach einem Unfall im Ausland die Kosten für den Transport in die Heimat übernimmt.

Notwendigkeit einer privaten Unfallversicherung für Senioren

Notwendigkeit einer Unfallversicherung für Senioren
Wer keine Angehörigen hat, ist auf fremde Hilfe angewiesen – © auremar / stock.adobe.com
Mit zunehmendem Alter nimmt oftmals die Mobilität ab und wir werden unter Umständen auch unsicherer auf den Beinen. Jedoch sind wir heutzutage im Vergleich zu früher deutlich aktiver und das teilweise bis in hohe Alter hinein.

Durch die gesteigerte Aktivität besteht natürlich ein erhöhtes Unfallrisiko und damit auch ein höheres Risiko, auf Pflege angewiesen zu sein. Aber auch bei weniger aktiven Senioren kann es beispielsweise durch Stolperfallen in der Wohnung zu dem einen oder anderen schweren Unfall kommen. Jedoch ist es oftmals so, dass Senioren niemanden haben, der sich um sie kümmern kann, sodass sie auf fremde Hilfe angewiesen sind. Mit einer Unfallversicherung für Senioren können diese Kosten gedeckt werden. Solche Versicherungen sind in der Regel auf die Bedürfnisse der älteren Generation abgestimmt und enthalten neben Geldleistungen auch Hilfe- und Pflegeleistungen. Hierzu gehören je nach Vertrag zum Beispiel die folgenden Leistungen:

  • Hausnotrufdienst, der rund um die Uhr erreichbar ist
  • Begleitung bei Arztterminen, Therapien und bei Behördengängen
  • Wohnungsreinigung
  • Mittagsservice: Essen liefern oder kochen
  • Wäsche waschen und pflegen
  • Hilfe bei der Körperpflege und beim Ankleiden sowie Ausziehen
  • Tag- und Nachtwache bei medizinischer Notwendigkeit

Worauf ist bei einer Unfallversicherung für Senioren zu achten?

Möchten Sie eine Unfallversicherung für Senioren abschließen, sollten Sie nicht nur darauf achten, welche Hilfeleistungen Bestandteil der Leistungsbeschreibung sein sollen. Vielmehr sollten Sie auch auf die folgenden Punkte achten:

  • Die Hilfeleistungen sollten für mindestens sechs Monate gewährt werden.
  • Der Versicherer sollte die Hilfeleistungen nicht nur organisieren, sondern auch für deren Kosten aufkommen.
  • Der Versicherungsvertrag sollte nicht auf ein Höchstalter begrenzt sein. Zudem sollte es im Versicherungsverlauf auch keine Leistungseinschränkungen oder Beitraganpassungen ab einem bestimmten Alter geben.
  • Krankheiten wie Schlaganfall und Herzinfarkt sowie Verletzungen wie Brüche an Oberhalsschenkel oder Arm sollten als Unfall gelten und somit unter den Versicherungsschutz fallen. Gleiches gilt für Unfälle, die durch Medikamenteneinnahme ausgelöst wurden.