Starkes Schwitzen im Schlaf: Ursachen & Tipps gegen Nachtschweiß

Wenn Sie morgens oft schweißgebadet aufwachen, sollten Sie das unbedingt im Auge behalten. Denn starkes Schwitzen im Schlaf kann auf eine Erkrankung hindeuten.

Starkes Schwitzen im Schlaf
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Wenn Schlafkleidung und Bettlaken total nass sind und die Haare in Gesicht und Nacken kleben, dann ist das ein ziemlich unangenehmer Start in den Tag. Denn wirklich frisch und erholt kommt so natürlich niemand aus den Federn. Schließlich hat das starke Schwitzen in der Nacht seinen Grund. Wer nun meint, dass davon lediglich Frauen in den Wechseljahren betroffen sind, da sie ja eh ständig Hitzewallungen bekommen, der irrt sich. Starkes nächtliches Schwitzen im Alter kann zwar generell ganz harmlose Ursachen haben, es kann aber auch ein Hinweis auf eine ernstzunehmende Krankheit sein.

Wir möchten hier einmal klären, welche Gründe das nächtliche Schwitzen haben könnte und wie Sie dagegen am besten vorgehen. Meist ist das Problem mit einfachen Änderungen schnell gelöst, manchmal kann es aber auch den Gang zum Arzt notwendig machen.

Warum schwitzen wir überhaupt?

Der Mensch besitzt circa 2 Millionen Schweißdrüsen, die überall in der Haut vorkommen. Sowohl auf dem Kopf, den Händen, dem Rücken als auch an den Beinen und Füßen. Besonders zahlreich sind sie jedoch an den Handflächen, den Fußsohlen, den Achselhöhlen und der Stirn. Diese Schweißdrüsen dienen nun dazu, um den Körper abzukühlen und so vor Überhitzung zu schützen. Und das funktioniert eben, indem sie Schweiß absondern. Dieser wiederum verdunstet und kühlt die Körperoberfläche. Somit ist das Schwitzen also ein lebenswichtiger Vorgang.

Laut dem Universitätsklinikum Freiburg ist es bei etwa 1 bis 2 Prozent der Bevölkerung jedoch so, dass sie viel mehr schwitzen als alle anderen. Und das sogar so stark, dass es sie in ihren täglichen Aktivitäten behindert. Diese Menschen leiden unter der so genannten Hyperhidrose. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass auch Sie darunter leiden. Schauen Sie zunächst einmal, ob Sie das Problem mit Hilfe der folgenden Tipps beheben können.


Einfache Tipps gegen Nachtschweiß

Tipps gegen Nachtschweiß
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Nehmen Sie das nächtliche Schwitzen auf keinen Fall einfach so hin, indem Sie Schlafsachen, Bettlaken und -bezüge regelmäßig wechseln. Denn starkes Schwitzen in der Nacht ist nicht nur unangenehm, es führt in der Regel auch zu Schlafstörungen. Also versuchen Sie zunächst einmal mit diesen Tipps das nächtliche Schwitzen zu bekämpfen:

Tipp 1 – Zimmertemperatur anpassen:

Wenn Sie in einem viel zu warmen Zimmer schlafen, dann ist es kein Wunder, dass Sie morgens schweißgebadet aufwachen. Also lüften Sie Ihr Schlafzimmer vor dem Zubettgehen immer gut und drehen Sie die Heizung nicht zu sehr auf, um das Raumklima zu verbessern. Es reicht vollkommen aus, wenn im Schlafzimmer Temperaturen um die 16 bis 18 Grad herrschen.

Tipp 2 – geeignete Schlafbekleidung und Bettdecke wählen:

Auch wenn Sie es sonst schön kuschelig und wohlig warm mögen, so lautet die Devise im Schlafzimmer „Weniger ist mehr“. Greifen Sie auf eine luftige Schlafbekleidung zurück und wählen Sie keine allzu dicke Bettdecke und auch Bettwäsche. Als Bettwäsche bieten sich vor allem Bezüge aus Mikrofaser an, da Mikrofaser atmungsaktiv ist. Die Haut kann somit besser atmen und Feuchtigkeit zudem auch schneller abtransportieren. Außerdem bietet Mikrofaser den Vorteil, dass es im Sommer kühlt und im Winter wärmt. Beachten Sie nur, dass Sie immer genau die richtige Mikrofaser-Qualität für Ihre persönliche Wohlfühltemperatur auswählen. Angenehm luftig ist beispielsweise Jersey Interlock. Leicht kühlend hingegen Damast/Schaftmusterung und Peach.

Tipp 3 – leichte Ernährung vor dem Schlafengehen:

Auch Ihre Ernährung kann schuld an dem nächtlichen Schwitzen sein. Wer vor dem Schlafengehen zum Beispiel deftige, fettige und scharf gewürzte Speisen zu sich nimmt, muss sich nicht wundern, wenn er nachts schwitzt. Nehmen Sie vor dem Zubettgehen lieber leichte Kost zu sich, die sich auch leicht verdauen lässt. Trinken Sie über den Tag verteilt zudem auch immer genügend. Mindestens zwei Liter pro Tag sollten es schon sein.

Zusatztipp:
Salbeitee reguliert die Produktion von Schweiß.

Tipp 4 – Verzichten Sie auf Genussmittel:

Der übermäßige Verzehr von Genussmittel wie Kaffee und Alkohol fördert die Schweißproduktion. Das gilt auch für Zigaretten. Verzichten Sie also auf diese Genussmittel bzw. dämmen Sie den Konsum sehr ein.

Tipp 5 – Gönnen Sie sich Ruhe:

Wer gestresst ins Bett geht, der schwitzt nachts viel schneller. Also entspannen Sie sich vor dem Zubettgehen etwas, indem Sie zum Beispiel ein heißes Bad nehmen oder ein gutes Buch lesen. Auch ein Abendspaziergang oder Yoga-Übungen können helfen. Laut Yoga-Expertin Tara Stiles (Quelle: www.fitforfun.de) helfen vor allem „Die Taube“, „Vorbeuge im Lotussitz“ und „Das Krokodil“ gegen Einschlafprobleme.

Wenn das starke Schwitzen in der Nacht durch diese Tipps nicht wieder verschwindet, dann sollten Sie lieber einen Arzt aufsuchen. Denn dann könnte es sein, dass eine Erkrankung hinter dem Nachtschweiß steckt.

Krankheiten als Auslöser für Nachtschweiß

Nachtschweiß Arzt
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Nachtschweiß kann natürlich auch eine Begleiterscheinung einer Krankheit sein. Deshalb sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, wenn das starke nächtliche Schwitzen nicht mehr aufhört und Sie es als nicht mehr normal ansehen. Grund dafür können z.B. die folgenden Erkrankungen sein:

  • Hyperhidrose
  • Infektionskrankheiten (z.B. Grippe)
  • Pfeiffersches Drüsenfieber
  • Stoffwechselerkrankungen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes)
  • Nikotin-/Alkoholmissbrauch
  • Medikamente (z.B. Paracetamol, Arzneimittel gegen Asthma/Bronchitis, Hormonpräparate)
  • Hormonschwankungen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Krebserkrankungen
  • Übergewicht
  • Kreislaufprobleme
  • Burnout
  • Schlafstörungen
  • Ängste

Neben all diesen Krankheiten kann natürlich auch ein gestörter Biorhythmus Auslöser für das starke Schwitzen in der Nacht sein. Sprich also, wer immer zu sehr unterschiedlichen Zeiten ins Bett geht und vielleicht sogar auch noch sehr wenig schläft, der stresst seinen Körper damit extrem. Und Stress kann eben, wie schon beschrieben, auch das starke Schwitzen in der Nacht fördern.

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