Zu den Fahrassistenzsystemen für ältere Menschen zählen das Navigationsgerät, der Spurwechselassistent und die elektronische Einparkhilfe. Wie diese funktionieren, lesen Sie hier.
Vielleicht hat man selbst schon einmal über einen älteren Verkehrsteilnehmer geflucht, der einen im Straßenverkehr übersehen hat. Vielleicht war man auch schon einmal Beifahrer, bei einer Person, die nicht mehr ganz Herr ihres Autos war, und hätte ihr am liebsten persönlich den Führerschein entzogen.
Irgendwann wird aber jeder älter und steht selbst vor der Frage, ob es nicht besser wäre, den Lappen abzugeben. Allerdings ist mit der Möglichkeit ein Auto zu steuern ein großes Stück Selbstständigkeit und Freiheit verbunden, welches Senioren verständlicherweise nicht ohne Weiteres aufgeben möchten.
Alternativen, wie das Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel sind kein optimaler Ersatz, da zum Beispiel beim Einkaufen schwere Sachen getragen werden müssen, was beim Autofahren größtenteils wegfällt. Kein Wunder also, dass eine Studie ergab, dass bei den über 70-jährigen, 85% sich strikt weigern ihre Fahrerlaubnis abzugeben.
Mehr Sicherheit mit Fahrassistenzsystemen
Andererseits ist es eine Tatsache, dass die Wahrnehmungsfähigkeit und die Denkfähigkeit mit dem Älterwerden ab- und damit die Unfallgefahr zunimmt. Bereits ab 64 erhöht sich die Häufigkeit der Zusammenstöße beim Spurwechsel, Einparken und Abbiegen drastisch. Das ist eine Gefahr für die Senioren selbst, für die, welche bei ihnen im Auto mitfahren und für alle übrigen Verkehrsteilnehmer. Wie kann hier ein Kompromiss gefunden werden, der allen Parteien gerecht wird? Die Antwort lautet: Fahrassistenzsysteme für ältere Menschen. Um Senioren diese technischen Möglichkeiten näher zu bringen, haben wir drei sinnvolle Fahrassistenzsysteme näher unter die Lupe genommen.
Der Navigationsassistent
Navigationsgeräte – kurz Navi genannt – dürften wohl die bekanntesten Fahrassistenzsysteme für ältere Menschen sein. Das Lesen von Karten wird durch den Navigationsassistenten überflüssig und auch in einem Stau oder bei einer Umleitung braucht man nicht nervös werden, sondern fährt so lange weiter, bis das Gerät einen neuen Weg zum Zielort errechnet hat. Eine Stimme, die auch bei Extremsituationen freundlich und ruhig klingt, weißt einem mit genauen Anweisungen den Weg. Navis sind mit einem Routenplaner versehen, der neben der Kartenanzeige auch gleich angibt, wie weit die Entfernung zum Ziel noch ist und wann man dort voraussichtlich ankommt.
Wer sich einmal die Zeit nimmt, sich mit der Bedienung auseinanderzusetzen, findet in diesem Gerät einen nützlichen Partner im Straßenverkehr und kommt vor allem dort besser zurecht, wo er sich selbst nicht auskennt. Damit belegt das Navigationsgerät für uns ganz klar den Platz 1 unter den Fahrassistenzsystemen für ältere Menschen. Sehr gute Navigationsgeräte gibt es schon für um die 100 Euro. Ganz hoch im Kurs auf der Beliebtheitsskala sind dabei Navigationssysteme von TomTom. (Bsp.: TomTom XL 2 IQ mit Fahrspurassistent)
Die Einparkhilfe
Das Einparken ist bereits für viele junge Menschen bei der Fahrprüfung eine Herausforderung. Über 30 % aller Versicherungsschäden sind auf Fehler beim Einparken zurückzuführen. Als älterer Mensch hat man natürlich bereits Routine, aber dennoch sollte man sich darauf alleine nicht verlassen. Wenn die Sehkraft nachlässt, kann man Entfernungen und Abstände nicht mehr so gut einschätzen.
Der Einparkassistent übernimmt mittels Sensoren die Parklückenbeurteilung und merkt sofort, ob das Auto hineinpasst oder nicht. Ist solch ein Parkplatz gefunden, wird zur rechten Zeit automatisch das Lenkrad eingeschlagen. Der Fahrer darf aber immer noch das Einlegen des Rückwärtsgangs übernehmen und die Geschwindigkeit des Fahrzeugs mittels Gaspedal und Bremse steuern. Dabei hat er nach wie vor die Verantwortung seine Umgebung zu beobachten. Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag: Einparkhilfe nachrüsten – Mehr Sicherheit beim Auto fahren.
Der Spurwechselassistent
Ein weiteres Problem, welches sich mit dem Alter bei vielen bemerkbar macht, ist, dass sie den Kopf nicht mehr drehen können. Der gerade beim Spurwechsel so wichtige Schulterblick wird damit unmöglich. Hier springt der Spurwechselassistent ein, der über akustische oder visuelle Signale darauf aufmerksam macht, wenn sich ein Auto im toten Winkel oder seitlich des eignen Fahrzeugs befindet. Ein Fahrassistenzsystem das nicht nur für ältere Menschen von Nutzen ist.
Sicherheit für alle mit Fahrassistenzsystemen
Senioren, die ihre eventuell auftretende Angst vor dem Neuen überwinden und die Fahrassistenzsysteme für ältere Menschen in Anspruch nehmen, können wesentlich länger ihre Selbstständigkeit wahren. Mit den Assistenzsystemen wird die Unsicherheit, die von der immer schlechter werdenden Wahrnehmung herrührt, kompensiert. Die Autoinsassen selbst fühlen sich sicherer und für andere Verkehrsteilnehmer übernimmt man ein Stück Verantwortung.
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