Senile Bettflucht – Was tun wenn die Nacht um vier vorbei ist?

Was genau senile Bettflucht ist und welche Tipps helfen, wenn Sie mit Schlafstörungen zu kämpfen haben, lesen Sie hier.

9 Tipps gegen senile Bettflucht
9 Tipps gegen senile Bettflucht

Als „senile Bettflucht“ werden ein vermindertes Schlafbedürfnis im Alter und/oder ein gestörter Schlaf-Wach-Rhytmus bezeichnet. Im Alter verkürzt sich in der Regel das individuelle Schlafbedürfnis, trotzdem fühlen sich die meisten Menschen wach und ausgeruht, obwohl es erst vier Uhr morgens ist. Häufig sind kleine Mittagsschläfchen die Ursache für das frühe Erwachen.

Bedürfnis nach Schlaf sinkt

Ein- und Durchschlafstörungen im Alter kommen immer häufiger vor. Mittlerweile sind davon rund 60% der über 60-jährigen betroffen. Sie sind also keinesfalls allein mit ihrem Problem. Grundsätzlich kann man sagen, dass im Alter das Bedürfnis nach Schlaf auf bis zu fünf Stunden pro Nacht sinkt. Die Tiefschlafphasen und Traumphasen verkürzen sich und es kommt zu vermehrten Wachphasen. Da es sich bei älteren Menschen zunehmend um einen leichten Schlaf handelt, wird man häufig bereits durch kleine Geräusche, wie einen bellenden Hund oder ein leises Husten des Ehepartners geweckt.

Gründe für Schlafstörungen abklären

Um auszuschließen, dass die Schlafstörungen körperlich bedingt sind, sollten Sie sich von einem Arzt untersuchen lassen. Manchmal können gewisse Tumorerkrankungen, Darmkrankheiten oder Erkrankungen des Herz-Kreislaufssystems die Ursache für  Schlafprobleme sein.
Nehmen Sie vielleicht irgendwelche Medikamente? Manchmal können Schlafprobleme auch Nebenwirkungen eines Medikaments sein, dass Sie eventuell noch nicht so lange einnehmen?
Werden Sie sich bewusst darüber, wann die senile Bettflucht angefangen hat. Hat irgendeine tiefschürfende Veränderung in ihrem Leben stattgefunden? Quälen Sie sich mit Sorgen? Haben Sie kreisende Gedanken, die Sie vom Einschlafen abhalten?

Gründe für senile Bettflucht abklären lassen
Gründe für senile Bettflucht abklären lassen

Das alles können mögliche Ursachen für senile Bettflucht sein. Sie selbst aber können versuchen mit einigen Tipps das Problem in den Griff zu bekommen.

9 Tipps gegen senile Bettflucht

  1. Verzichten Sie auf Nickerchen am Tage. Selbst wenn Sie müde sind. Versuchen Sie sich wach zu halten und den Schlaf für die Nacht aufzusparen.
  2. Versuchen Sie einen Rhythmus zu finden. Abendliche Rituale helfen oftmals dabei den Körper auf Schlafstimmung einzustimmen. Beispielsweise ein ruhiger Abendspaziergang oder eine Tasse Tee vor dem Zubettgehen.
  3. Verzichten Sie auf Alkohol oder Koffein.
  4. Sehen Sie vor dem Schlafen gehen wenn möglich nicht fern. Fernsehen ist innerer Stress für den Körper, von dem Sie selbst vielleicht gar nichts mitbekommen. Besser ist es im Bett noch ein wenig zu lesen oder entspannende Musik zu hören.
  5. Gehen Sie nur zu Bett, wenn Sie wirklich müde sind. Es bringt nichts hellwach im Bett zu liegen und sich zu zwingen jetzt einschlafen zu müssen. Das setzt Sie nur wieder unter Stress und bewirkt das Gegenteil.
  6. Schreiben Sie ihre Sorgen auf! Fangen Sie wieder an Tagebuch zu schreiben. Das ist nicht nur etwas für Teenager, sondern eine psychologisch erwiesene und sehr renommierte Möglichkeit sich von seinen Alltagssorgen vor dem Zubettgehen zu lösen. Schreiben Sie alles auf was Sie belastet und sperren Sie das Buch vor dem Schlafen gehen irgendwo ein. Verbannen Sie ihre Sorgen aus ihren Träumen. Sperren Sie sie im wahrsten Sinne des Wortes weg.
  7. Gegen Schlafstörungen und Stress haben sich ebenfalls Autogenes Training und Meditation bewährt. Es werden oft Kurse von Volkshochschulen angeboten. Hilfreicher ist aber meist autogenes Training, das Sie bei sich zu Hause durchführen können: 5 Kurse für autogenes Training
  8. Lavendel hat eine beruhigende Wirkung auf Körper und Geist. Hängen Sie ein Lavendelbüschel zum Trocknen in ihrem Schlafzimmer auf oder besorgen Sie sich Lavendelduftöl.
  9. Baldrian, Melisse und Hopfen wirken ebenfalls entspannend. Es gibt Entspannungstees mit genau diesen Inhaltsstoffen.

Probieren Sie oben genannte Tipps und sprechen Sie mit ihrem Arzt. Ansonsten sehen Sie es positiv, wer früher wach ist hat mehr vom Tag, denn Morgenstund hat ja bekanntlich Gold im Mund.

2 Kommentare

  1. Hallo, ich habe das Gefühl so gut wie garnichtmehr zu schlafen. Totale Müdigkeit und Schlappheit verfolgen mich ständig. Mit meinem Fitnesstracker habe ich meine Schlafphase verfolgt:Leichtschlaf 50-55% Tiefschlaf 11-15% REM 15-20%
    Kann das ausreichen? Was kann ich tun, dass ich endlich mal wieder richtig tief schlafen kann??
    Freundliche Grüße
    Volker Schüller

  2. Abgesehen von den hier angesprochenen echten Schlafstörungen und davon, dass die Mehrheit der Berufstätigen ihre Schlafzeiten tatsächlich nicht aussuchen kann:

    Ein sehr mitteleuropäischer Text, der sich meiner Meinung nach zu wenig am individuellen Rhythmus und den jeweiligen Lebensumständen der Menschen, sondern an einem -erst seit wenigen Jahrzehnten bestehenden- Normschlaf orientiert.

    Was ist daran falsch, wenn man mittags schläft? Hab ich schon in jungen Jahren gemacht, mache ich manchmal heute auch noch (als Selbstständiger ist das kein Problem) und machen in meiner Umgebung (Mittelmeerinsel) viele Einheimische (selbst Zwanzig- und Dreißigjährige).

    Bei mir war übrigens schon mit Ende 20 die Nacht oft vor 6 Uhr morgens vorbei. Damals wie heute gibt es aber auch Tage, an denen ich mal bis 10 schlafe; ich arbeite in der Regel zwischen 11 und 18 – 20 Uhr.

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